THEMA
Es wird die Geschichte des römischen Reiches auf dem Boden des heutigen Österreichs erzählt und die römischen Spuren aufgezählt.
INHALT
Der Inhalt ist in 14 Kapitel unterteilt, wobei bei manchen Kapiteln Exkurse zu weiteren Themen gemacht werden. Der thematische Zusammenhang dieser Exkurse mit den Kapiteln war mir zwar nicht immer verständlich, zweifelsohne waren die darin angeführten Informationen spannend und lesenswert.
Der Einfachheit halber strukturiere ich meine Buchbesprechung an Hand der Kapitelüberschriften.
DIE AUSTRIA ROMANA
Darstellung der Geschichte des römischen Reiches auf österreichischem Boden vom Beginn der Invasion im Jahre 15 v. Chr. bis zum Niedergang der letzten römischen Siedlungen im 6. Jh. n. Chr.
DAS RÖMISCHE HEER
Abbildung der Heeresstrukturen und der Bewaffnung im Laufe der Jahrhunderte. Interesseant auch die Ausführungen über Besoldung, Auszeichnungen und Strafen. In einem Exkurs wird über das römische Badewesen gesprochen. Darin werden die einzelnen Phasen eines Tages im Bad beschrieben.
DER LIMES
Beschreibung der nachweisbaren römischen Ortschaften entlang des Donaulimes von Passau bis Pressburg. Soweit die Ortschaften nicht bei den Römerstädten beschrieben werden, sind noch heute sichtbare Spuren samt Lageplan angeführt.
DIE RÖMERSTÄDTE ÖSTERREICHS
Hier werden jene Städte aufgezählt, die während des römischen Reiches das Stadtrecht im römischen Sinne inne hatten. In der Beschreibung wird sowohl auf die Genesis der Stadt als auch auf die heute noch wahrnehmbaren Spuren Bezug genommen.
In einem Exkurs wird über das städtische Wohnen zur Zeit der alten Römer Bezug genommen. Der Exkurs ist allerdings sehr kurz und beschränkt sich auf den Grundriss einer typischen römischen Villa und einer Beschreibung wie etwa Häuser und Straßen in einer römischen Stadt aufgebaut waren.
DIE RÖMISCHE LANDWIRTSCHAFT
Im Kapitel über die römische Landwirtschaft ist auch ein Exkurs über die Ernährung der Römer enthalten. Richtige Kochrezepte sind nicht enthalten aber ich bekam zumindest einen Überblick über die Grundnahrungsmittel der Römer (die zum Beispiel Zucker nicht kannten)
RÖMERSTRASSEN -BRÜCKEN - WASSERLEITUNGEN
In diesem Kapitel wird die Bauweise der römischen Strassen kurz erklärt und die Verläufe der Staatsstraßen im jetzigen Italien und Österreich gezeigt. Besonders interessant fand ich Skizzen mit einem Querschnitt einer typischen Römerstraße.
DAS RÖMISCHE GELDWESEN
In dem Teil über das römischen Geldwesen fand ich eine gute Übersicht über die Gestaltung der Münzen, z.B. Symbolik der Abbildung, Leseweise der Umschriften. Interessant fand ich auch die Absätze über das römische Bankwesen. So werden konkrete Zinssätze der damaligen Zeit genannt und das unter Kaiser Justinian der Zinseszins gesetzlich verboten wurde.
KLEIDUNG UND SCHMUCK DER RÖMER
Die Kleidung der Römer wird hier Punkt für Punkt aufgezählt und mit den lateinischen ursprünglichen Namen angeführt. Die Aufzählung gibt einen guten Überblick über die Vielfalt der Bekleidung, leider fehlt es an Abbildungen, die helfen die Form der Kleidung auch zu verstehen. Einige Bilder von Statuen und Grabreliefs bieten hier zum Teil Abhilfe, da auf diesen Personen in der besprochenen Kleidung abgebildet sind.
Neben den allgemein üblichen Kleidungsformen im römischen Reich werden auch spezielle Bekleidungen unter den Völkern auf dem Boden des heutigen Österreichs geschildert.
BESTATTUNGSARTEN
Hier erfuhr ich nicht nur etwas über den Ablauf der Brandbestattungen, sondern lernte auch ein wenig darüber wie man die römischen Grabsteine lesen muss.
Etwas kurios war die Wahl des Themas beim Exkurs dieses Kapitels. Es wurde über die Heilkunst der Römer geschrieben. Heilkunst und Bestattungswesen können sich zwar prima ergänzen, allerdings meistens nur im negativen Sinne. Faszinierend fand ich hier Abbildungen von medizinischem Gerät.
DIE RÖMISCHE GÖTTERWELT
Die Römer glaubten bekanntlich an einen sehr bevölkerten Götterhimmel. Wie die einzelnen Götter hießen und welche Funktionen sie im Glauben der Römer wahrnahmen, konnte ich in diesem Kapital kurz und prägnant nachlesen. Ich denke, das dieses Kapitel eine gute Nachschlagestelle ist, wenn man mal schnell rausfinden muss, wer eigentlich Saturnuns und Serapis wirklich waren.
DER KELTISCHE GÖTTERGLAUBE
Im Gegensatz zum vorherigen Kapitel las ich hier über die keltischen Götter, die vor der römischen Expansion auf dem Boden meiner Heimat verehrt wurden. Dabei erfuhr ich so erstaunliche Sachen, das sie Gottheiten im Laufe ihrer Glaubensexistenz teilen können, bzw. mehrere Gottheiten zu einer einzigen Gottheit verschmelzen.
FRÜHES CHRISTENTUM UND FRÜHCHRISTLICHE SAKRALBAUTEN
Doch nach der keltischen und römischen Götterwelt hielt dann irgendwann das Christentum auch in diesen Gegenden Einzug. In einem eigenen Kapitel werden jene Plätze beschrieben, wo man in Österreich Spuren frühchristlicher Kirchen finden kann.
In einem Exkurs werden die Lebensläufe zweier Heiligen geschildert, die am Ende Römerzeit entlang der Donau wirkten: Der heilige Florian und der heilige Severin.
SICHTBARE RÖMISCHE RUINEN UND FREILICHTMUSEEN
Die Aufzählung der römischen Ruinen scheint sehr umfassend zu sein, wenn auch die Spuren nur mit zwei, drei kurzen Sätzen beschrieben sind. Aber diese sind so clever formuliert, das ich mit diesen Hinweise zu den bezeichnenten Stellen finden würde und auch schon im vorhinein weiß, wie attraktiv der antike Rest für mich sein würde.
DIE "FREMDVÖLKER"
Alle für die Entwicklung des römischen Reiches auf dem Gebiet des späteren Österreichs relevanten Fremdvölker werden in je einem Absatz kurz umrissen: Alamannen, Alanen, Awaren, Baiern, Boier, Cimbern, Daker, Goten, Hermunduren, Heruler, Hunnen, Juthungen, Langobarden, Markomanen, Naristen, Quaden, Rugier, Sarmaten, Semnonen, Skythen, Slawen, Sueben, Teutonen, Thraker, Thüringer und Vandalen.
Bei einem Teil der genannten Völker wird auch noch ihr weiteres Schicksal nach dem Zusammenbruch des weströmischen Reiches angeführt. Durch die Kürze der Darstellung ist ein Verständnis der Geschichte der jeweiligen Volksgruppen allerdings nicht möglich.
ZEITTAFEL
Die Zeittafel schildert die Ereignisse von ca. 1200 v. Chr. bis 610 n. Chr. auf zwei Seiten. Dabei wird vor allem auf Eroberungen, Städtegründungen, politische und religiöse Zusammentreffen Bezug genommen.
BESCHAFFENHEIT
Das Buch ist ordentlich gebunden und weist einen Schutzumschlag auf. Durch seine flache Ausführung konnte ich es auch leicht in einer Aktenmappe tragen. Die 191 Seiten sind mit Farbfotos und sehr eindrucksvollen teilweise ebenfalls färbigen Skizzen aufgelockert.
Resümee
Eine gut lesbare Übersicht über die römischen Fundstellen auf dem Staatsgebiet des heutigen Österreichs. Während für mich die allgemeinen Kapitel schon durch viele andere Bücher abgedeckt waren, stellte die übersichtliche Darstellung der römischen Reste in Österreich für mich eine interessant Zusatzinformation dar.
Das römische Österreich
Peter Pleyel
Pichler Verlag GmbH 2002
ISBN 3-85431-293-8
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