Bonn! Hier stand einst der Bundestag der deutschen Bundesrepublik mit all seinen Bauten für die Bundestagsmitglieder und ihren Stäben. Hier standen die Ministerien und hier standen in den gut bewachten Einfahrten die großen Limousinen der ausländischen Staatsgäste. Heute sind diese alle in Berlin, der Bahnhof von Bonn steht aber noch immer da. Ein Grund, sich mal näher mit ihm zu beschäftigen.

Lage

Von der Lage im Bahnnetz her, befindet sich der Bahnhof auf der Nord-Süd Achse die entlang des Rheins von Köln nach Mannheim führt. In Bonn selbst gibt es dann eine Abzweigung nach Euskirchen bzw. seit kurzem auch eine Zubringerbahn nach Siegburg zur neuen ICE Hochgeschwindigkeitsstrecke Frankfurt am Main nach Köln.

Während man also früher noch schön brav entlang dem Rhein nach Köln zuckelte, brausen heute viele Geschäftsleute gleich über die Hochgeschwindigkeitsstrecke und sehen den Bahnhof Bonn erst gar nicht.

Von der Lage in Bonn liegt der Bahnhof relativ zentral und ist jedenfalls über die öffentlichen Verkehrsmittel gut angebunden. Spaziergeher sind in einer Viertel Stunde über Einkaufsstraßen auch im Herzen Bonns.

Lästig ist eigentlich nur die Hauptverkehrsstraße direkt vor dem Bahnhof, da habe ich schon etliche Minuten vor den Ampeln verbracht, wer es eilig hat, mag so was gar nicht.

Parken

Kurzzeitparker können vor dem Bahnhof auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz Parken, der 70 Cent für die halbe Stunde kostet. Maximale Parkdauer ist eine Stunde. Auf einem Schild konnte ich den Hinweis entnehmen, das man für längere Parkdauern das Parkhaus Quantiusstraße empfiehlt. Wer dort sein Auto parkt und weiter als 100 km mit der Bahn verreist kann hinterher mit Fahrschein und Parkticket am Servicepoint eine teilweise Rückvergütung der Parkgebühren erwirken.

Weitläufigkeit

Der Bahnhof ist nicht gerade weitläufig, die spezielle Anordnung der Personentunnel macht ihn in meinen Augen aber leicht unübersichtlich. So sind diese verwinkelt, die Treppen so versetzt, dass man nicht immer genau weiß, welche man nehmen sollte um ans Ziel zu kommen.

Ausschilderung

Daran ändert auch nichts die Ausschilderung. Also mal eben blind durchlaufen geht nicht, man muss schon sehr genau gucken, wohin die Treppen führen.

Fahrkartenverkauf

Der Fahrkartenverkauf ist sowohl in einem relativ großen Servicecenter als auch an einigen Automaten möglich.

Service

Gepäckträger oder wandelnde Bahndienstmitarbeiter mit dem Fahrbuch in der Hand entdeckte ich bisher noch nicht. Vielleicht war ich aber dazu auch immer zu kurz im Bahnhof.

Schließfächer

Die Schließfächer sind praktisch über den ganzen Bahnhof verteilt. So befinden sich welche auf dem Bahnsteig, einige befinden sich im Personentunnel unter den Bahnsteigen und wiederum andere befinden sich in der Nähe der Abgänge zur U-Bahn. Sogar beim Busparkplatz rechts vom Bahnhofseingang fand ich welche vor.

Wegen der Verwinkelungen im Bahnhof möchte ich aber jedem raten, sich die Lagen des gewählten Schließfaches wirklich gut zu merken, damit man es dann kurz vor der Abfahrt auch gleich wieder findet.

Toiletten/Mobilität

Die Toiletten fand ich am Bahnsteig 1, im Untergeschoß des Bahnhofsgebäudes. Der Eintritt betrug 50 cent. Wegen der steilen Treppe zu den Toiletten sind sie absolut nicht für Rollstühle geeignet. Laut einem Schild gibt es aber eine geeignete Toilette in der Bahnhofsmission am Ende des selben Bahnsteigs in Fahrtrichtung Köln.

An den Bahnsteigen befanden sich die Aufzüge zu den Personentunnel leider nur auf einer Seite der Bahnsteige. Diese befand sich in Fahrtrichtung Köln.

Information

In der Bahnhofshalle selbst gibt es einen Servicepoint, bei dem man die üblichen Auskünfte erhält und sich die Verspätungsbestätigungen ausfolgen lassen kann. Fahrscheine kann man dort nicht kaufen.

Zum Bahnsteig 1 führt auch ein Büro der Fahrdienstleitung raus, bei dem man auch ab und zu Leute reinfragen. Information vom Boss persönlich sozusagen.

Tourismusinformation

Im Bahnhof selbst entdeckte ich keine Tourismusinformation. Allerdings wies mich ein Pfeil in die richtige Richtung. Vom Hauptausgang des Bahnhofes geht man ca. 200 Meter in Richtung Stadtzentrum, dann sieht man schon das Informationsbüro der Stadt Bonn.

Gastronomie/Kiosk

Direkt im Bahnhof gab es mehrere Bäckereien und genau ein Café mit dem Namen Coffeehouse (06:00 bis 22:30). Die Atmosphäre dort wirkte allerdings recht kalt auf mich. Vor dem Bahnhof gibt es als Alternative eine Mc Donalds, der vielleicht 20 Meter entfernt ist.

Im Bahnhof selbst konnte ich mich in einer Buchhandlung (06:00 bis 22:00, außer Sonntags, dann erst ab 07:00) gut mit Zeitungen und Büchern versorgen. In einem Laden gegenüber gab's auch Zigaretten und allerlei Naschzeug. Für den Geldbedarf gab es noch eine Reisebank, die werktags bis 19:00 und samstags bis 15:00 geöffnet hatte.

Taxis/Öffentlich

Die U-Bahn fährt direkt unter dem Bahnhof durch und ist von den Verbindungstunnels unter den Bahnsteigen gut erreichbar. Allerdings ist man schneller dort wenn man gleich die Abgänge am Rtg. Köln zugewandten Ende der Bahnsteige nimmt.

In der U-Bahn Station gibt es dann für jede Fahrtrichtung genau einen Bahnsteig, an dem links und rechts Züge in dieselbe Fahrtrichtung halten. Für Besucher, die gleich zu den Museen wollen, ist der richtige Bahnsteig mit dem Schild "Museumsmeile" angezeigt.

Was mir in der U-Bahn Station sehr gut gefallen hat, war die Wandbemalung. In einem Projekt wurden von verschiedenen Völkern der Welt deren wichtigsten Symbole an die Wand gemalt und erklärt. So konnte ich beim Warten auf die nächsten Bahn etwas lernen und ein bisschen über die Werte anderer Völker nachdenken.

Vor dem Bahnhof fahren direkt ein paar Straßenbahnlinien vorbei. Ich persönlich musste mit dem Bus weiter und fand diesen rechts vom Bahnhofseingang auf einem größeren Busparkplatz. Die Taxis selbst standen in einer Schlange direkt vor dem Bahnhofseingang.

Hotels

Direkt gegenüber dem Hauptbahnhof befindet sich das ***Hotel Continental. Damit habe ich bisher leider noch keine Erfahrung gemacht. Es fiel mir aber öfters bei HRS mit Special Rates auf.

Sicherheit

Direkt im Bahnhofsgebäude ist eine Station der Bahnpolizei integriert. Während früherer Besuche traf ich öfters Bettler in den Personentunnel speziell auf der Seite zum Parkhaus an, in diesem Jahr eigentlich nicht mehr.

Das in anderen Berichten angeführte "Bonner Loch" habe ich erst durch diese Berichte kennen gelernt. Ich nehme an, es ist jene Vertiefung am U-Bahn Ausgang zur Innenstadt raus, wo ich tatsächlich immer viele Leute versammelt sah.

Tatsache ist aber, dass ich seit meinem ersten Besuch in Bonn nie durch diese Senke gegangen bin, um zum Bahnhof zum kommen. Wer also das Bahnhofsgebäude auf Straßenniveau betritt und erst von dort zur U-Bahn oder zu den Personentunnel marschiert, sollte mit dieser Problemzone nicht konfrontiert sein.

Sehenswürdigkeiten

Direkt am Bahnhof selbst fallen mir jetzt keine Sehenswürdigkeiten ein. Interessant ist sicher ein Ausflug zur Museumsmeile, zu der man aber mit der U-Bahn ca. 15 Minuten benötigt. Je nachdem, wie die Wagen kommen.

Resümee

Für mich überraschend, war der Bahnhof von Bonn nicht so toll, wie man es vielleicht von einer ehemaligen Regierungsstadt Deutschlands erwarten würde. Er wirkte auf mich relativ klein und von der Gastronomie und den Einkaufsmöglichkeiten nicht so überragend. Auf was man sich auch immer bei einem Besuch in Bonn freuen möge, auf den Bahnhof braucht man sich nicht zu freuen.

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Weitere Reisenotizen und Links
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Ausstellung 'Ägyptens versunkene Städte'
1 Ausstellungshalle Bonn

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