Dieser Bericht entstand im Jahre 2003. Seit 2009 wird der Bahnhof komplett erneuert. Alle Angaben haben deshalb nur noch nostalgischen Wert.
Salzburg ist ein Grenzbahnhof und gleichzeitig Bahnknotenpunkt im Nordwesten von Österreich. Über ihn geht sowohl der Bahnverkehr zwischen Wien und Innsbruck, als auch der Bahnverkehr von Deutschland kommend in Richtung Linz, Wien, Graz und Klagenfurt.
Der Bahnhof liegt nicht unmittelbar im Zentrum der Altstadt von Salzburg sondern von diesem ca. 15 Minuten Fußmarsch entfernt in einem anderen Stadtteil. Das Stadtzentrum ist aber durch Busse direkt vor dem Bahnhof leicht erreichbar. Diese Busse fahren von einem sehr schönen Bahnhofsvorplatz weg, der des Öfteren auch Schauplatz von Festen und Veranstaltungen ist.
Direkt unter dem Bahnhofsvorplatz befindet sich eine öffentliche Tiefgarage.
Der Salzburger Bahnhof ist ein wenig unübersichtlich. Einerseits zerfällt er in einen österreichischen und einen deutschen Teil (der aber noch in Österreich liegt), andererseits befindet sich eine relativ große Plattform mit Gastronomieangeboten und sonstigen Shops zwischen den Bahnsteigen. Die Gänge unter den Bahnsteigen sind zum Teil winkelig und unterschiedlich breit.
Durch die leichte Unübersichtlichkeit des Bahnhofes käme der Ausschilderung natürlich große Bedeutung zu. Ich fand meine Bahnsteige nur durch konzentriertes Lesen alle Hinweistafeln. Von selbst findet man die Bahnsteige nicht, da nicht alle Bahnsteige über den gleichen Verbindungsgang erreichbar sind.
Der Fahrkartenverkauf erfolgt über vier Schalter der ÖBB und zwei Schaltern der DB. Allerdings habe ich bisher nur selten alle Schalter geöffnet erlebt. Dafür sah ich schon öfters lange Schlangen in der Kassenhalle. Vor allem dann, wenn auch einer der beiden Fahrkartenautomaten ausgefallen war.
Gepäckträger oder Personal für Zugauskünfte auf den Bahnsteigen sind mir bisher nicht aufgefallen. Für Zugauskünfte gibt es aber in der Schalterhalle einen eigenen Raum, wo je nach Tageszeit 2 bis 3 Schalter besetzt sind. Auch einen zusätzlichen Infopoint gibt es direkt in der Schalterhalle.
Die Schließfächer befanden sich an zwei verschiedenen Punkten in den Personentunnel unter den Bahnsteigen. Es wurden drei verschiedene Größen zu 2.00 Euro, 2.50 Euro und 3.50 Euro angeboten. In der teuersten Größen würde meiner Einschätzung nach auch ein großer Reisekoffer passen.
Die Schließfächer machten immer einen sauberen Eindruck auf mich, allerdings befürchte ich, dass sie bei der großen Anzahl von Backpackern in Salzburg sehr oft zur Gänze belegt sein werden.
Die meisten Bahnsteige haben Aufzüge. Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Zur Zeit sind auch einige Bahnsteige nicht zur Gänze überdacht, was bei Regenwetter natürlich stört.
Für die mit der Bahn reisenden Touristen erfreulich, befindet sich die Tourismuszentrale mitten im Bahnhof auf der großen Plattform zwischen den Bahnsteigen. Dort ist es auch möglich Hotels zu buchen.
Auf einer Plattform zwischen den Bahnsteigen befindet sich ein Restaurant mit einem großen Marmorsaal. Hier gibt es vor allem gutbürgerliche Küche. Dem Bahnhofsrestaurant angeschlossen ist auch eine Art Kneipe.
Wer lieber geistige Nahrung sucht, findet eine Buchhandlung nebenan, die aber hauptsächlich Magazine und Zeitungen verkauft.
In und neben der Schalterhalle sind dann noch einige Möglichkeiten Euros in Snacks und Gebäck umzutauschen. Auch die berühmten Salzburger Mozartkugeln sind in einem Shop erhältlich. In der selben Halle befindet sich auch eine Wechselstube.
Mein Tipp: Die meisten Lokale im Bahnhof schließen um 20:00. Das Cafe Fabiani im Hotel Europa am Bahnhofsvorplatz links vom Haupteingang schließt seine Espresso Maschinen erst um 23:00 und hat moderate Preise. Davon habe ich schon öfters Gebrauch gemacht, da gerade um diese Uhrzeit der Bahnhof schon einen etwas verlassenen Eindruck macht.
Die Post ist im Bahnhofsgebäude integriert und hat recht attraktive Öffnungszeiten: MO-FR 07:00-20:30, SA 08:00-14:00, SO 13:00-18:00.
Vor dem Bahnhof befinden sich sowohl Taxis rechts vom Haupteingang als auch ein Busbahnhof. Auch die Salzburger Lokalbahn ist vom Hauptbahnhof bequem erreichbar.
Direkt am Bahnhof befindet sich das Hotel Europa in einer etwas höheren Preisklasse. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich aber das es sein Geld wert ist. Von den oberen Stockwerken hat man einen schönen Blick auf Salzburg. Das Frühstück im Dachcafe ist ein Erlebnis. Weitere kleinere Hotels gibt es hinter dem Häuserblock gegenüber vom Bahnhofsvorplatz.
Der Bahnhof wurde 1906 errichtet und nach schweren Zerstörungen im 2. Weltkrieg wieder aufgebaut. An manchen Ecken kann man noch Elemente aus der Zeit vor dem Weltkrieg erkennen. Auch wirkt die Wartehalle eher zu klein für die Größe des Bahnhofes selbst.
Eine Wachstube der Polizei ist im Bahnhofsgebäude integriert. Die Bahnhofshalle und die Bahnsteige sind in der Regel übersichtlich und sicher. Lediglich in den winkeligen Verbindungsgängen ist vielleicht die eine oder andere bedenkliche Ecke. Die für Bahnhöfe oft typischen Stadtstreicher sind mehr oder weniger vom Bahnhofsgelände verbannt und lassen sich eher in der mit Bäumen und Bänken versehenen Straße vom Bahnhof zur Innenstadt finden.
In Österreich gibt es einige wenige Bahnhöfe, die über eine spezielle Lounge für Reisende der ersten Klasse verfügen. In Salzburg befindet sich diese Lounge im Mittelteil des Bahnhofes und ist eher versteckt angeordnet. Der Raum besteht im wesentlichen aus ein paar Ledergarnituren und einem Servicepult. Zutritt zu dieser Lounge haben alle Besitzer eines erste Klasse Tickets bzw. Inhaber der ÖBB Bonus Karte.
Die Lounge verfügt über eigene Toiletten. Wer etwas lesen möchte, kann sich kostenlos verschiedener Wochen- und Computerzeitschriften bedienen.
Die Wartemöglichkeiten für die anderen Reisenden empfinde ich nicht so tolle. Der gegen Wetter geschützte Bereich ist eher klein. Auf den Bahnsteigen gibt es natürlich mehrere Bänke die bei wichtigen Zügen schnell belegt sind.
Ich nutze den Hauptbahnhof hauptsächlich um hier in Züge nach Deutschland umzusteigen. Ab und zu steige ich hier auch aus, um mal wieder die Festung in Salzburg oder das Haus der Natur zu besuchen. Der Bahnhof wirkt nicht sehr modern auf mich, aber mir als Bahnreisendem sind moderne Züge lieber als moderne Bahnhöfe.