Ich wurde auf die Ausstellung durch den Newsletter des Amazeum aufmerksam, den ich als begeisterter IMAX Besucher abonniert hatte.

Da mich das Thema Einstein im Allgemeinen interessierte, war es für mich klar, dass ich mir die Ausstellung während eines Zwischenaufenthaltes in München ansehen wollte.

Ausstellung

Die Ausstellung wurde vom Amazeum in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde der hebräischen Universität Jerusalem e.V. organisiert.

Im wesentlichen handelte es sich neben einer strukturierten Biographie, um Faksimiles von Schriftstücken, die Albert Einstein der hebräischen Universität vermacht hatte.

Die Ausstellung wirkte auch mich sehr informativ, aber von den Ausstellungstücken her nicht gerade aufregend. Diese gab es nämlich nur in Form von Dokumenten.

Das Ganze war in einem großen Saal aufgestellt, dem noch zwei kleinere Säle angeschlossen waren. Insgesamt blieb die Ausstellung sehr übersichtlich.

Die Tafeln waren so strukturiert, dass ich etwas über die Jugend Einsteins, seine Werke, seine politischen Einstellungen und sein Privatleben erfuhr.

Dabei gab es auch einige Überraschungen für mich. Zum Beispiel war Einstein ein guter Schüler, und nicht etwa ein schlechter, wie immer behauptet wird. Unter anderem war auch ein Zeugnis von ihm zu sehen.

Außerdem lebte er nicht gerade monogam, er hatte neben seine zwei Ehen noch mehrere Beziehungen. Über seine erste Tochter weiß man nur, dass sie in Ungarn geboren wurde. Dann wurde sie vielleicht zur Adoption frei gegeben, dann verlieren sich die Spuren. Das hat mich schon etwas gewundert, wieso kann man bei einem so berühmten Mann nicht mehr über seine erste Tochter raus finden?

Die berühmte Relativitätstheorie wird in der Ausstellung nicht allzu breit behandelt. Ich lernte lediglich, das sie Einstein schon länger formuliert hatte, bevor sie dann bei einer astronomischen Beobachtung bestätigt wurde. Ab dann wurde Einstein weltberühmt. Schließlich bekam er auch den Nobelpreis. Wie die Urkunde dazu aussieht, konnte ich als Faksimile betrachten.

Seine Forschungsergebnisse waren ja später auch beim Bau der Atombombe nützlich. Einstein scheint sich aber mehr mit dem Frieden als mit Atomwaffen beschäftigt zu haben. Unter anderem forderte er auch eine einzige Weltregierung, weil das die einzige Möglichkeit wäre, Kriege zwischen Nationen zu verhindern.

Der Schriftverkehr zwischen ihm und den amerikanischen Behörden hinsichtlich den Möglichkeiten einer Atombombe konnte ich in der Ausstellung als Faksimiles sehen. Natürlich in englischer Sprache, aber die wichtigsten Stellen waren übersetzt.

Dieser Schriftverkehr war zwar politisch brisant, richtig interessant fand ich aber eher jene Sammlung an Zuschriften, die so im Laufe der Zeit im Hause Einstein eintrafen und von ihm gesammelt wurden.

Dabei handelte es sich um "Fanpost" der besonderen Art. So trugen einige Hobbywissenschaftler ihre eigene Theorien vor oder Kinder stellten dem berühmten Forscher verzwickte Fragen. Wer Kinder hat, weiß wie verzwickt diese Frage sein können.

Das die Menschen damals, eine klare Einschätzung vom Bekanntheitsgrad Einsteins hatten, bewies mir ein Briefumschlag, wo als Adresse lapidar stand: Einstein, U.S.A.

Ich konnte übrigens auch erstmals jenes Foto im Ganzen sehen, dessen spezieller Ausschnitt ja sehr bekannt ist. Ich meine das Foto wo Einstein dem Fotografen die Zunge rausstreckt. Auf dem vollständigen Foto sitzt er in der Mitte zweier Bekannten, ich glaube es wurde an einem seiner Geburtstage aufgenommen.

Wie bereits erwähnt, stammen die Dokumente aus dem Nachlass von Einstein, den er einer israelischen Universität vermachte. Einstein hatte Zeit seines Lebens sehr viel für Israel unternommen und war auch Gründungsmitglied jener Universität. Er wurde übrigens einmal sogar für das Präsidentenamt von Israel vorgeschlagen, was er allerdings dankend ablehnte.

Mit dieser und einigen anderen Erkenntnissen verließ ich die Ausstellung wieder, und eilte zum Bahnhof zurück, wo mein Zug bereits unter Dampf stand.

Wer sich von der Ausstellung selbst ein Bild machen möchte, hier ein paar Details am Rande:

Lage

Die Ausstellung fand im Erdgeschoß des Amazeum statt. Das ist ein IMAX Kino und Planetarium gleich neben dem Deutschen Museum auf der Museumsinsel.

Ich erreichte es, vom Hauptbahnhof kommend, mit der Tram Linie 18 und stieg bei der Station "Deutsches Museum" aus.

Eintritt

Der Eintritt betrug 4 Euro. Die Karte kaufte ich an einem der zahlreichen Kassen des Amazeums. Am eigentlichen Eingang der Ausstellung war es mir nicht möglich eine Eintrittskarte zu kaufen.

Als Zuckerl erhielt ich beim Kauf der Karte einen Ermäßigungsgutschein in der Höhe von einem Euro für eine Vorstellung im Planetarium mit dem Titel "Geheimnisse unseres Universums"

Gastronomie

Die Ausstellung verfügte über keine eigene Gastronomie, allerdings entdeckte ich nebenan im Wartebereich zu den Kinosälen ein nettes Café.

Toiletten/Mobilität

Die Toiletten befanden sich ebenfalls im Kinobereich des Amazeums. Die Ausstellung selbst war für Rollstühle sehr gut geeignet. Es gab ausreichend Platz zwischen den einzelnen Tafeln.

Museumsshop

Am Eingang der Ausstellung wurden Ansichtskarten mit Bildern von Einstein sowie Bücher über Einstein angeboten.

Audio Guide/Führungen

Einen Audio Guide gab es nicht, von einer Führung erfuhr ich nichts.

Resümee

Die Ausstellung empfand ich von der Größe her als nicht so spektakulär. Aber natürlich sind kleine und unübersichtliche Ausstellungen oft besser. Würdigen muss ich auf jeden Fall, das mir durch die Ausstellung der Mensch Einstein besser verständlich geworden ist. So gesehen ist die Ausstellung vielleicht ein interessanter Zeitvertreib, während man im Amazeum auf den Beginn eines Films wartet.

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Weitere Reisenotizen und Links
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