Burghausen besitzt nicht nur die längste Burg Europas, sondern hat sich auch als Veranstaltungsort von international besetzten Jazz Events einen Namen gemacht. Einen Grund mehr, diese Stadt mal zu besuchen und so stand ich dann eines Tages am gar nicht mal so international wirkenden Bahnhof von Burghausen.
Als Bahnfahrer wäre ich geneigt zu sagen, der Bahnhof Burghausen liegt am A... der Welt. Da aber Burghausen zufällig direkt an der Grenze zu Österreich liegt, muss ich mir diese Bemerkung als Österreicher natürlich verkneifen.
Tatsächlich handelt es sich um einen Sackbahnhof am Ende einer Strecke durch eher dünner besiedelten Gegenden. Während er von Oberbayern noch einigermaßen gut erreichbar sein mag, war es für mich als Österreicher sehr umständlich nach Burghausen zu kommen. So musste ich über Salzburg einreisen, und erst mit Umsteigen in Traunstein und Mühldorf erreichte ich Burghausen.
Vor dem Bahnhof gibt es einige wenige Parkplätze, die kostenlos benutzbar sind.
Der Bahnhof von Burghausen war für mich sehr übersichtlich, schließlich besteht er nur aus einem Bahngleis, einem weiteren Abstellgleis und einem Bahnhofsgebäude.
Der Fahrkartenverkauf erfolgte sowohl über einen Automaten, als auch über den Fahrkartenschalter der allerdings nicht ständig besetzt ist. Da ich wegen meiner Rückreise einige Fragen hatte konnte ich feststellen, das der dort anwesende Beamte recht nett und hilfsbereit war.
Aber darüber hinaus gehendes Service gab's nicht. Es gab keine Gepäcksträger und auch kein Auskunftspersonal am Bahnsteig.
Dummerweise gab's auch keine Schließfächer und eine Gepäcksaufbewahrung scheint es auch nicht gegeben zu haben. Das ist eine ernste Warnung für all jene, die glauben, man könne mal so eben einen Ausflug nach Burghausen machen und sein Gepäck am Bahnhof zurücklassen.
Die Toiletten fielen mir diesmal gar nicht auf. Der Bahnsteig und das Bahnhofsgebäude selbst waren auf einer Ebene, so dass es für Rollstuhlfahrer kein Problem geben sollte.
Am Bahnhof befand sich eines dieser allseits bekannten Plakate, wo Anfahrten und Abfahrten aufgedruckt waren. Zusätzlich hatte ich die Möglichkeit beim Fahrkartenautomaten Zugsverbindungen ausdrucken zu lassen. Wagenstandsanzeiger gab es keine, was aber bei den kurzen Regionalzügen ohnehin keinen Sinn gemacht hätte-
Eine Tourismusinformation gab es am Bahnhof nicht. Die erste Tourismusinformation, die ich in Burghausen heimsuchte, befand sich in der Altstadt und die ist zu Fuß gut 30 Minuten entfernt.
Ich selbst entdeckte dann noch am Ende des Busbahnhofes direkt an der Hauptstraße eine große Übersichtstafel. Ohne der hätte ich mir schwer getan in die Innenstadt zu finden.
Direkt im Bahnhofsgebäude befand sich ein Bistro, dass bis 22:00 offen hält. Nicht weit vom Bahnhof weg befanden sich ein großes Einkaufszentrum und einige kleinere Kneipen, Eissalons und dergleichen. Zumindest tagsüber wird man also am Burghausen nicht verdursten.
Direkt vor dem Bahnhof gibt es einen Busbahnhof. Ein Taxi sah ich nur einmal bei meiner Ankunft, dann nie mehr. Vielleicht stehen die auch nur dann dort, wenn ein Zug eintrifft.
Schlecht wäre so ein Taxi nicht, den bis in die Altstadt ist es zu Fuß sehr weit und die Busse fahren in einem sehr weit auseinandergezogenen Takt zwischen einer halben und einer ganzen Stunde.
Direkt am Bahnhof sah ich keine Hotels. Mein eigenes, der Lindacher-Hof war ca. 10 Minuten strammen Fußmarsches entfernt. Dieses Hotel kann ich auch weiter empfehlen, es hat die schönsten Einzelzimmer, die ich jemals genossen hatte.
Der Bahnhof war eigentlich sehr modern und wirkte nicht unschön. Das änderte aber nichts an seiner kargen Infrastruktur.
Ich entdeckte keinerlei Störenfriede oder dergleichen. Vielleicht ist ihnen der Bahnhof auch zu fad?
Burghausen hat ein paar wirklich tolle Sehenswürdigkeiten, wie etwas die längste Burg Europas und eine Altstadt mit sehr interessanten Gebäuden. Das ist aber zu Fuß gut 30 Minuten entfernt, in Bahnhofsnähe selbst entdeckte ich nur einen kleinen Laden, in dessen Schaufenstern Fotos, Trophäen und Motorräder eines erfolgreichen Motorradfahrers aus der Gegend gezeigt wurden.
Ich empfand den Bahnhof zwar als sauber und übersichtlich, vom Service mangelte es vor allem an Schließfächern. Die Anbindung an das deutsche Schienennetz war auch etwas schwach, hier könnte man vielleicht noch etwas tun. Vor allem, wenn dann 2004 eine Landesgartenschau in Burghausen ihre Blüten entfalten wird.
Weitere Reisenotizen und Links
Webseite der Stadt Burghausen