Im Johanneum unweit der Frauenkirche befindet sich das Verkehrsmuseum von Dresden. Diese beherbergt Objekte von fünf verschiedenen Verkehrszweigen. Wobei ich davon erst vier kannte...
Doch das Rätsel war für mich schnell gelöst. Neben Schiffen, Flugzeugen, Automobilen und Eisenbahnen gab es auch Straßenbahnen zu sehen. Die hätte ich jetzt zwar zu den Eisenbahnen gezählt, aber egal. Den gerade bei den Straßenbahnen lernte ich einiges dazu.
Die Ausstellung verteilte ich über drei Geschoße. Im Erdgeschoß gelangte ich zunächst in den Lichthof des Johanneum, wo ich mir einige Oldtimer ansehen konnte. Darunter auch einige Prototypen von Fahrzeugen, die die DDR Autoindustrie zwar konstruiert aber nicht zur Serienreife gebracht hatte.
Nach diesem Einstieg in die Automobilwelt wandte ich mich nach rechts in die Osthalle. Dort stieß ich auf eine Vielzahl von Exemplaren der Eisenbahnwelt. Hier wurde die Geschichte der Eisenbahn im 20. Jahrhundert an Hand von Wandtafeln erklärt, während die Halle selbst durch eine Vielzahl von echten Lokomotiven aus vergangenen Zeiten dominiert wurde.
Dabei fielen mir zwei Spezialitäten auf. Zum Einen entdeckte ich eine Péchot-Bourdon, von der es angeblich nur mehr zwei Stück geben soll und die als Besonderheit fast symmetrisch aufgebaut war. Als Konsequenz hatte sie auch vorne und hinten einen Rauchfang. Zum Anderen eine Rekonstruktion eines Dieseltriebzuges Bauart Kruckenberg, auch Schienenzeppelin genannt. Hier wurde der Triebwagen durch einen Propeller am Heck angetrieben. Gute Idee, allerdings etwas nachteilig, wenn man etwas an so einen Triebwagen anhängen möchte....
Nach einem Wechsel in die Westhalle stieß ich auf die kleinen Brüder und Schwestern der Eisenbahnen, den Straßenbahnen und Bergbahnen. Hier standen inmitten der Erklärungen ebenfalls noch einige gut erhaltene Exemplare rum, die mich zum Teil an meine Kindheit erinnerten. Tatsächlich fuhren ähnliche Wagen noch während meiner Schulzeit in meiner Stadt.
Im 1. Obergeschoss stieg ich dann aber wieder in die Eisenbahn ein. Diesmal wurde mehr die Zeit vor dem 20. Jahrhundert gezeigt. So lernte ich ein wenig über die verschiedenen Landeseisenbahnen im damaligen deutschen Reich und wie sie schließlich zur deutschen Reichsbahn zusammenfanden.
Besonders anschaulich fand ich die Modelle von alten Bahnhöfen, wo ich erstmal erkannte, wie es zum Beispiel beim Dresdner Hauptbahnhof möglich war, dass dieser sowohl ein Sackbahnhof, als auch ein Durchgangsbahnhof sein konnte.
Eine Landkarte zeigte mir eindrucksvoll, welche Bahnstrecken es vor 1840 eigentlich gab. So entdeckte ich, dass die ersten beiden Strecken in England, die dritte Strecke in Österreich-Ungarn (Linz-Budweis) und die vierte Strecke in Deutschland (Nürnberg-Fürth) errichtet wurde. Damals waren diese Strecken extrem klein, Nürnberg-Fürth würde man heute nur noch als U-Bahn Teilstück bezeichnen.
Aber nun war es Zeit ins Wasser zu gehen. Genauer gesagt bog ich in den so genannten langen Gang ein, in dem die Seefahrtsgeschichte ihren Platz gefunden hatte. Der lange Gang ist übrigens genau jener Gang, an dessen Außenseite sich der berühmte Fürstenzug von Dresden befindet. Bei dem es sich aber ausnahmsweise um kein Verkehrsmittel handelt.
In diesem Gang fand ich nun einige Informationen über die Seefahrt, wobei der Fokus hauptsächlich auf der deutschen Schifffahrt ruhte. Besonders gut in Erinnerung blieb mir eine anschauliche Zeichnung über die wichtigsten Kenngrößen zu Bestimmung von Schiffen und Modelle und Fotos der deutschen Passagierschiffe, die seinerzeit reiselustige Europäer, aber auch Auswanderer, nach Amerika brachten.
Die Abteilung über die Luftfahrt war in zwei Bereiche unterteilt: 'Leichter als Luft' und 'Schwerer als Luft'. Neben verschiedenen Modellen von Ballonen ist mir vor allem ein Nachbau eines Bleriot Flugzeuges aus dem Jahre 1909 in Erinnerung. So ein Vorkriegsmodell wirkt ja irgendwie auch leichter als Luft, trotzdem gilt auch für eine Bleriot das Prinzip schwerer als Luft.
Egal, ich musste ohnehin mal an die frische Luft. Über die Treppen des Johanneum eilte ich aus dem Verkehrsmuseum. Aufgeladen mit interessanten Infos über Straßenbahnen, Bergbahnen, Schienenzeppeline und Sackbahnhöfen mit Durchzugsverkehr...
Weitere Reisenotizen und Links
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