Im Anschluss eines Besuches des Schlosses Hluboká kaufte ich mir um 70 Kronen einen Schlossführer, um das Gesehene auch für später noch in Erinnerung zu behalten.
Der Schlossführer beschrieb zu einem die Geschichte und Einrichtung des Schlosses Hluboká, zum anderen weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.
Der Autor Miroslav Trcka begegnete mir schon in mehreren Schlossführern über tschechische Schlösser und scheint auf diesem Gebiet eine gewisse Bedeutung zu haben.
Statt einem weitschweifenden Vorwort oder Inhaltsverzeichnis begann der Autor gleich auf der dritten Seite mit der Beschreibung der Geschichte des Schlosses. Dabei fiel mir ein gewisser romantischer Ton auf, der vielleicht auch durch die faszinierende Architektur des Schlosses verursacht wurde.
Da ich das Schloss selbst aus eigener Anschauung kannte war mir klar, dass man es nur in romantischen Tönen beschreiben konnte, des es liegt wie ein Märchenschloss in einem Wald, dass man noch dazu erst über eine steile Straße erklimmen muss.
Während nun Miroslav Trcka die Geschichte des Schlosses und einer seiner wichtigsten Besitzer, den Schwarzenbergs erläuterte, begleiteten mich abwechselnd zum Text sehr schöne Fotos von den Innenräumen des Schlosses. Auch diese waren mir nur zu bekannt, bildeten sie doch die Besichtigungstour ab, die ich kurz vorher selbst mitgemacht hatte.
Bei der Erläuterung der verschiedenen Besitzer des Schlosses sparte der Autor nicht mit Hinweisen auf die jeweilige politische Bedeutung der hohen Herren, die zum Teil auch Staatsgeschäften nachgingen. Auch deren wirtschaftspolitische Bedeutung in der Region wurde angerissen. Immerhin hatten die Schwarzenbergs sehr viel für die landwirtschaftliche aber soziale Weiterentwicklung in ihren Ländereien unternommen.
In einem zweiten Teil des Schlossführers nahm nun der Autor auf die jüngsten Umbauten des Schlosses im 19. Jahrhundert Bezug, während dessen es die eigentlich romantische Fassade bekommen hatte. Auch diese Ausführungen waren mir eindrucksvollen Gesamtansichten und Luftbildern untermauert.
Wie ich bereits erwähnte, nahm ich an einem geführten Rundgang teil, und auch dieser war in dem Schlossführer kurz beschrieben. Dabei fiel mir eine lustige Eigenart des Übersetzers auf, der statt dem uns vertrauten Wort Rundgang lieber die Bezeichnung Besichtigungsstraße verwendete. Ein Begriff der mir bisher schon öfters auf tschechischen Schlössern begegnete war. Zum besseren Verständnis der Raumordnung der beschriebenen Räume fand ich noch einen Grundrissplan auf den letzten Seiten vor. Dieser deckte aber nur die Räumlichkeiten im ersten Obergeschoß ab.
Den Abschluss des Heftes bildeten dann einige Absätze über weitere Sehenswürdigkeiten rund um Schloss Hluboká. So wurden Burgen und Schlösser wie Ceský Krumlov (Krumau), Ohrada (Zwinger), Jindrichuv Hradec (Neuhaus), Orlik (Worlik), Trebon (Wittingau), die Schwarzenbergische Gruft und die Teiche bei Trebon beschrieben.
In diesem Teil des Heftes gab es aber keinen Fotos mehr und die Beschreibungen der oben angeführten Orte füllten kaum mehr als einen Absatz. Wo sie sich hingegen befinden, konnte ich auf einer Karte auf der letzten Seite des Heftes erkennen.
Der Schlossführer war für mich eine preisgünstige Möglichkeit mir die Erinnerungen an meinen Schlossbesuch zu erhalten. Trotz seiner einfachen Ausführung in Heftform, wies er sehr schöne Bilder auf und gab mir einen kurzen Überblick über Geschichte und Einrichtung.
Schlossführer Schloss Hluboká
Miroslav Trcka
Verlag Attika 1995