Vom 01.07.04 bis 17.10.04 zeigt das Rheinische Landesmuseum in Bonn eine Ausstellung über die Geschichte der Wikingerzüge entlang des Rheins. Gezeigt werden dabei Schmuck, Waffen und Schiffsmodelle aus Schweden, Dänemark, den Niederlanden und Deutschland.
Nahezu jedes Jahr fahre ich ins Rheinland und falle in die dortigen Museen ein. Dabei kam mir auch eine Ausstellung über die Wikinger unter. Die scheinen mit mir seelenverwandt zu sein, die fielen nämlich im Mittelalter auch jedes Jahr ins Rheinland ein....
Die Ausstellung widmete sich konkret den Raubzügen der Wikinger im Rheinland vor rund 1.100 Jahren. Natürlich wusste ich schon vorher einiges über die Wikinger, doch ihre konkrete Bedeutung zum Beispiel für die Städte und Orte in Deutschland war mir unklar.
Die Ausstellung selbst begann mit einer großen Karte von Europa und dem Nordatlantik, wo die Siedlungsgebiete und Bewegungen der Wikinger eingezeichnet wurden. Neugierig guckte ich dabei gleich nach Amerika, den es ist ja eine offene Sache, ob die Wikinger auch am amerikanischen Kontinent siedelten. Tatsächlich war auch der amerikanischen Küste ein Wikingerort mit dem Namen L’Anse aux Meadows eingezeichnet.
Nach diesen Ausflug nach Übersee ging es in der Ausstellung aber wirklich an den Rhein. Zahlreichen Übersichtstafeln in Deutsch und Englisch erklärten mir die Züge der Wikinger entlang des Rheins und auch ins Landesinnere.
Die Schautafeln wurden mit Schmuck- und Gebrauchsgegenständen unterstützt, die entweder den Wikingern gehörten, oder von ihnen auf ihren Zügen durch Deutschland geraubt wurden. Die einzelnen Gegenstände wurden auch extra noch beschrieben, dann allerdings nur mehr in deutscher Sprache.
Natürlich wollte ich genau wissen, was es nun mit den Wikingerschiffen genau auf sich hatte. In diesem Bezug wurde ich nicht enttäuscht, so konnte ich mir mehrere Modelle von deren Booten, aber auch von Frachtschiffen auf dem Rhein ansehen. Dabei wurde auch ein wenig erklärt, wie die grundsätzlichen Unterschiede bei den Bauweisen der kriegerischen Wikingerschiffen und den dem Handel dienenden Booten am Rhein aussahen.
Dabei muss ich aber sagen, dass die Ausstellung dabei nicht zu sehr ins Detail ging, so dass die Texte innerhalb eines kurzen Zeitraums erfassbar waren.
Stattdessen nutzte man andere Möglichkeiten der Präsentationen. Besonders eindrucksvoll waren zwei Puppen, die die farbenfrohe Tracht von einem reichen Wikingerpaar darstellten. Oder aber die Nachbildung eines Marktes in jener Zeit, der sehr atmosphärisch auf mich wirkte.
Bei diesem Markt wurde auch gezeigt, was die Wikinger so im Allgemeinen raubten und dass sie hier neben Gold und Geschmeide, vor allem auf gesüßten Wein und fränkische Waffen aus waren. Beides hatten sie nämlich nicht in ausreichender Qualität in ihren Heimatregionen.
Schaurig der Teil über den Überfall auf die Kaiserpfalz in Zutphen an der Ijssel. Hier fand man noch einige Skelette von Unglücklichen, die diesen Überfall nicht überlebten. Doch nicht immer wurde geraubt und geplündert, wir mir die Ausstellung erzählte. Manchmal wurde auch gehandelt. Glücklich derjenige, der den Unterschied rechtzeitig erkannte.
Der Abschluss der Ausstellung bildete eine Art Bücherecke und eine Spielfläche für Kinder. In der Bücherecke konnte ich mit viel Muse im Ausstellungskatalog blättern und auch in anderen Büchern zu den Wikingern. Dabei konnte ich feststellen, dass der Katalog neben der bloßen Abbildung und Beschreibung der ausgestellten Gegenstände auch weiterführende Texte beinhaltete.
Die Ausstellung war für mich zwar nicht eine große gewaltige Offenbarung, sondern mehr eine mittelgroße, übersichtlichen Zusammenstellung von Informationen über die Wikinger am Rhein und war somit einen schönen Nachmittagsbesuch wert.
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