Im August 2004 besuchte ich mit einer Freundin aus Berlin die Karlskirche in Wien und genoss den Blick auf die Fresken von Michael Rottmeyr und einen Rundblick auf Wien.

Nach einer kurzen Fahrt mit der Wiener U-Bahn zur Haltestelle Karlsplatz verließen wir direkt unter den alten Bahnhofsgebäuden von Otto Wagner die Schächte und standen bald darauf vor einer der bedeutendsten barocken Kirchenbauten nördlich der Alpen.

1713 hatte Kaiser Karl VI. nach der letzten großen Pestepidemie gelobt für seinen Namenspatron Karl Borromäus eine Kirche zu bauen.

Eine barocke Kirche üppig ausgestatten mit Fresken von Michael Rottmeyr war das Ergebnis. Errichtet aus Dankbarkeit aber wohl auch aus dem Wunsch nach Machtdemonstration.

Denn die Kirche mit ihrer dominanten Kuppel und den zwei großen Säulen davor steht keineswegs bescheiden in einer Ecke der Stadt. Vielmehr dominiert sie den Platz und demonstriert die Macht des Kaiserhauses auch außerhalb der früheren Stadtmauern.

Aber wir, meine Berliner Freundin und ich, hatten etwas Spezielles im Sinn. Eine Fahrt mit dem Panoramalift direkt innerhalb der Kirche. Ursprünglich als Aufzug für die Renovierungsarbeiten angelegt, ist er nun eine besondere Attraktion in Wien.

Der Blick auf die Fresken von Michael Rottmeyr ist sehr speziell. Ich komme den Fresken so nahe, lediglich eine Scheibe hält meine neugierigen Hände von einer Berührung der bemalten Kuppel ab.

Vom Lift selbst gibt es schöne Einblicke in die oberen Geschosse des Kuppelbaus. Vieles wird sichtbar was normalerweise dem Betenden in den hölzernen Bänken des Kirchenraumes verborgen bleibt.

Die letzten Meter zur Laterne legen wir zu Fuß zurück. Die Konstruktion schwankt leicht unter unserem festen Schritt. Verschiedene Schilder warnen davor zu sehr zu schwingen. Unbeschwingt steigen wir also in die Laterne hinauf.

Der Blick von der Laterne auf die Stadt in Wien ist etwas begrenzt durch die geringe Öffnungsweite der Fenster und diverser Gitter. Und trotzdem ist er beeindruckend.

Die Stadt wirkt von hier seltsam grau. Liegt es an den Farben der Dächer oder an dem edlen weiß der vielen prachtvoll getünchten Gebäuden der Innenstadt? Die einzige Farbe im Spiel bringen die gelben Streben der Baukräne.

Der Blick bleibt ein kurzer. Der Platz ist der Laterne ist begrenzt. Weitere Schaulustige drängen nach, wir räumen den Platz.

Ein letzter Blick auf eine Vielzahl von Münzen, die meine Vorgänger in Ermangelung eines Brunnens auf Schalen in den Fenstersimsen geworfen haben. Die Leute haben einfach zuviel Geld.

Bevor wir die Kirche verlassen, statten wir dem kleinen Museum einen Besuch ab. Im Museo Borromeo werden Gewänder und verschiedene Reliquiare gezeigt.

Eine wertvolle Pluviale und eine Cappa dominieren den Raum. Dazu einige Vorsatzbilder und Kreuzreliquiare. Neben all diesem Kostbarkeiten stiehlt aber eine Holzplastik allem anderen die Schau: Der Heiland auf einem Palmesel.

Zurück nach oben

Weitere Reisenotizen und Links
Webseite der Karlskirche

© Impressum