Anlässlich der Ausstellung 'Imperium Romanum - Roms Provinzen an Neckar, Rhein und Donau' in der Stuttgarter Kunstgebäude wurde auch ein Begleitband herausgegeben. Dieser war um 24,90 Euro erhältlich und bot auf rund 500 Seiten einen guten Überblick über die in der Ausstellung gezeigten Inhalte.

Der Begleitband wurde vom Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg herausgegeben und vom Theiss Verlag vertrieben. An der Gestaltung der Texte und Abbildungen waren eine Vielzahl von Autoren beteiligt, die auf den Seiten über das Ausstellungsprojekt als solches angeführt werden. Von diesen erkannte ich einige als Urheber von anderen Werken wieder, wie etwa Reinhard Wolters ('Die Römer in Germanien') oder Kai Brodersen ('Asterix und seine Zeit').

In der Werbung wird das Buch als Begleitband bezeichnet und dieser Begriff trifft es ungleich besser als zum Beispiel das Wort Katalog. Zwar sind einige in der Ausstellung gezeigten Fundstücke auch in diesem Band abgebildet, jedoch fehlen gänzlich die oft sehr trockenen Beschreibungen derselben mit Titel, Material, Leihgeber und Katalognummer. Auch sind die Bilder nur selten Seiten füllend, sondern fügen sich artig in den beschreibenden Text ein.

Die Texte verteilen sich auf 13 Kapitel, die sich wiederum in zwei bis sieben Aufsätze aufteilen. Dabei werden alle Aspekte des menschlichen Lebens zur damaligen Zeit abgedeckt, zu jener Zeit, wo die Römer in Baden-Württemberg herrschten. So gibt es Aufsätze über deren Religion gleichermaßen wie Absätze über das Münzwesen. Modern wirkende Aspekte wie Energieverbrauch bekamen ebenso eine eigenen Aufsatz wie das nicht minder aktuell wirkende Thema Infrastruktur einer Weltherrschaft, wo über das Wesen der Straßenstationen berichtet wird.

Auch wenn alle Aspekte des römischen Lebens durchleuchtet werden, so sind die Inhalte doch regional und zeitlich gefärbt. Es geht um das Leben auf dem Boden des heutigen Baden-Württemberg in der Zeit des 1. bis 3. Jh. unserer Zeitrechnung. Einer Zeit wo die Römer zunächst die Gebiete der Kelten besetzten und dann schön langsam selbst von den Alamannen verdrängt werden. Und auch über diese beiden Volksgruppen wird geschrieben, z.B. über keltische Ortsnamen in Baden-Württemberg oder auf welche Art und Weise die Alamannen sich in den römischen Ruinen einrichteten.

Die Texte wirkten auf mich leicht lesbar, doch merkt man ihnen an, das die Autoren sich bemüht hatten, möglichst viel Wissen in den ihnen anvertrauten Aufsätzen zu packen. So weiß man nach dem Lesen des Aufsatzes über das Leben der römischen Soldaten zwar nicht wie eine Legion organisiert war (das war nicht das Thema), doch man bekommt ein anschauliches Bild, wie die Soldaten z.B. ihre Stuben organisiert hatten. Dabei wurden hinter jedem einigermaßen wichtigen Begriff wie etwa Stube (papilo) oder Stubengemeinschaft (contubernium) die damals üblichen lateinischen Bezeichnungen gesetzt. Das reduzierte die Lesbarkeit keineswegs, macht das Lesen aber spannender, weil man quasi beiläufig in die Bezeichnungen reinschnuppern kann. Leider wurde diese Methode nicht überall eingesetzt, z.B. hätte mich diese Art der Übersetzungen bei in einem anderen Aufsatz besprochenen Handwerksberufen sehr interessiert.

Aber das könnte man natürlich auch woanders recherchieren. Speziell die Recherche sollte nicht all zu schwer sein, denn bei zitierten Stellen fanden sich kleine Ziffern, die dann in den anschließenden Anmerkungen Hinweise über die Quellen dieser Informationen gaben. Was ich als bequem empfand, diese Anmerkungen schlossen direkt an den jeweiligen Aufsatz an, so dass diese mühselige Blättern nach den Anmerkungen wegfiel.

Das war auch wichtig, den insgesamt war der Band mit seinen fast 500 Seiten und über 2,5 kg nicht gerade einfach zu halten. Und dabei spreche ich nur von der broschierten Variante, die ich vor allem wegen des günstigeren Preises wählte. Wenn auch der Band selbst sehr schwer war, kann ich das vom Inhalt aber nicht sagen.

Dieser wurde nämlich - abgesehen vom spannenden Stoff - recht anschaulich mit Abbildungen der verschiedensten Art untermalt. Es war für mich schlichtweg faszinierend, wie viele verschiedene Arten an Abbildungen ich hier vorfand. Neben Fotos von Fundgegenständen, gab es auch Rekonstruktionszeichnungen von denselben. Manchmal als Skizze ausgeführt, manchmal von einem Programm als 3D Modell dargestellt. Auch die zahlreichen Landkarten wechselten ihre Gestaltung ständig. Auf einer Seite wurde der Limes eher einfach dargestellt, auf einer anderen Seite wiederum befand er sich in einer detaillierten Karte mit Höhenlinien eingebettet. An vielen Stellen gab es Skizzen von Gebäudegrundrissen, an anderen Stellen wurde dargestellt, wie sich die alten römischen Fundamente einer Stadt im Stadtplan der heutigen Stadt wieder finden. Auf diese Art und Weise wurden nicht nur berühmte römische Villen in Baden-Württemberg besprochen sondern auch so Orte wie Ladenburg oder Rottenburg.

Manchmal war es aber auch notwendig in andere Gebiete des Reiches auszuweichen, wenn zum Beispiel zu einem besprochenen Gebäudemerkmal es in England oder gar in Tunesien anschaulichere Überreste zu sehen gab. Dann waren eben von der dortigen Mauer oder von dem dortigen Turm die Fotos als Ergänzung dem Text beigefügt.

Zum Abschluss möchte ich noch die Fotos von zahlreichen Mosaiken, Wandbemalungen, Gläsern und Schmuckformen erwähnen, die auch dem Schöngeist unter den Lesern erfreuen sollte. So kann man auch ohne dem Lesen der zahlreichen Texte einen Eindruck bekommen, wie die lieben Römer seinerzeit gelebt, geliebt und gestorben sind.

Resümee

Insgesamt empfand ich den Begleitband zu der großen Ausstellung in Stuttgart als ehr gelungenes Werk, das mit seinen Fotos den Betrachter genauso anspricht, wie seine Texte den interessierten Leser mit viel Information versorgen. Einzig allein seine Gewicht halten mich davon ab, ihn auf Reisen mitzunehmen, er wird wohl ewig in meiner Bibliothek verbleiben und mir dort zum Einlesen weiterer Reisen dienen.

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Imperium Romanum, Roms Provinzen an Neckar, Rhein und Donau
Herausgeber Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg
ISBN 3-8062-1945-1 (Gebundene Ausgabe)

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