Während meines Besuches der Ausstellung 'Imperium Romanum - Römer, Christen und Alamannen zwischen Rhein und Donau' entdeckte ich im Museumsshop eine CD-ROM, die extra für diese Ausstellung heraus gegeben wurde.

Als Inhalt umfasste sie zahlreiche Texte und rund 600 Abbildungen zur Geschichte und Kultur der Kelten, Römer und Alamannen in Südwestdeutschland. Da ich die Interaktivität auf solchen Medien sehr schätze, erwarb ich ein Exemplar um 19,90 Euro.

Autor/Verlag

Konzipiert wurde die CD-ROM von MediaCultura in Zusammenarbeit mit dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe. Als Herausgeber fungierte der Theiss Verlag. MediaCultura und der Theiss Verlag haben in der Vergangenheit bereits ähnliche Werke über Karthago, Troia und Pergamon veröffentlicht und weisen deshalb schon einige Erfahrung bei dieser Produktionen auf.

Inhalt

Obwohl es sich um eine CD-ROM handelt, wird diese in einer von DVD's bekannten Verpackung in der ungefähren Größe von A5 verkauft, so das sie sehr gut in sonstigen DVD Sammlungen oder Bibliotheken Platz findet.

Nachdem ich die CD-ROM eingelegt hatte, startete das Programm automatisch - eine Installation war nicht notwendig. Sollte die Autostartfunktion am PC deaktiviert sein, kann das Programm auch ganz normal über Klick auf die Datei imperium.exe gestartet werden.

Der Inhalt selbst - der nur in deutscher Sprache angeboten wird - ist dann in fünf Bereiche unterteilt. Diese nennen sich Geschichte, Schauplätze, Kultur, Galerie und Bauwerke.

Unter Geschichte wandert man als Nutzer der CD-ROM entlang einer Zeitleiste von 700 v. Chr. bis 2000 n. Chr. Natürlich behandelt die Zeit nach dem 5. Jh. nicht mehr die Zeit der Römer, sondern nur mehr die Rezeption derselben. Unter Rezeption versteht man die Wahrnehmung eines historischen Ereignisses in der zeitgenössischen Kunst, Literatur oder Filmwelt.

Unter Schauplätze wird einem eine Karte des südwestdeutschen Raumes angeboten, wo zu jedem abgebildeten Ort ein Hotspot vorhanden ist. Möchte man zum Beispiel mehr über den Ort Ladenburg erfahren, klickt man einfach auf den Punkt, der diesen Ort repräsentiert und erhält in Folge Informationen über diese Stadt zur Zeit der Römer in Form von Text und Abbildungen von Fundgegenständen.

Durch die Vielzahl von besprochenen Orten, gibt es eine sehr große Punktwolke auf dieser Landkarte, die aber per Mausklick in keltische, römische und alamannische Orte gefiltert werden kann.

Der Bereich Kultur beschreibt etwa mehr, als man zunächst hinter diesem Punkt vermuten würde. Er unterteilt sich in acht weitere Kapitel, die so Themen wie Götter und Kult, Kleidung und Küche, Militär und Waffen usw. behandeln. Es werden also nahezu alle Aspekte des menschlichen Zusammenlebens zur damaligen Zeit angerissen. Auch hier kann man durch Klick auf das entsprechende Kapitel weiterführende Informationen in Text und Abbildungen erhalten.

Der vierte Bereich nennt sich Galerie und ist im Gegensatz zum im Internet üblichen Gebrauch nicht eine bloße Ansammlung von Bildern. Stattdessen werden hier besonders wertvolle Funde wie der Kaiseraugster Silberschatz oder der Neupotzer Beutefunde besprochen. Auch andere wertvolle Funde wie etwa der Augsburger Siegesaltar werden hier näher erklärt. Die Abbildungen hierzu sind sparsam gewählt, es überwiegt der informierende Text.

Der fünfte und letzte Bereich bot meiner Ansicht nach am wenigsten, obwohl er technisch am spektakulärsten angelegt war. Unter dem Titel Bauwerke wurden drei römische Bauten näher erklärt: Das Forum im heutigen Ladenburg, den Burgus Ladenburg und die Festung Kaiseraugst. Hier empfand ich es nun so, dass diese Beschreibungen sehr kurz gehalten waren und keinesfalls ausreichten, das Wesen dieser Bauten zu verstehen. Die 3D Animationen hierzu waren eher einfach gehalten und boten außer einem interessanten Anblick keinen großen Erkenntnisgewinn.

Zu den fünf genannten Bereichen gab es noch die üblichen Listen. Besonders beeindruckend hierzu war die Literaturliste, die nach nicht weniger als 18 Kriterien gefiltert werden konnte. Als Filterkriterien gab es so allgemeine Themen wie Religion und Medizin, aber auch so spezielle Aspekte wie Wasserversorgung und Grabwesen.

Der Index beinhaltete leider einen sachlichen Mangel. Zwar konnte ich - alphabetisch geordnet - durch Klick auf einen bestimmten Ort- oder Personennamen zu genau einem (!) Eintrag springen, bei den Ortsnamen waren aber nur die deutschen Bezeichnungen im Alphabet enthalten. So konnte ich zwar unter W die Stadt Worms und auch ihre lateinische Bezeichnung finden, hätte ich aber unter B nach ihrem lateinischen Namen gesucht (Borbetomagus), hätte ich ihn dort nicht vorgefunden.

Unter dem Impressum und Partner gab es neben der üblichen rechtlich bedingten Aufzählung  an Daten eine Vielzahl von Links zu Mitwirkenden an dieser CD-ROM. Eine nette Quelle für das Auffinden von weiteren ähnlich gelagerten Produkten.

Die Navigation kann als gelungen bezeichnet werden, auch wenn man schon ein gewissen Gefühl für das Navigieren auf Datenträgern besitzen sollte. So kann man in den beschreibenden Texten durch Klick auf die Ortsnamen zu der konkreten Beschreibung dieser Orte verzweigen. Ein Zurück Symbol rechts unten hilft dann, wieder auf die ursprüngliche Textseite zu navigieren.

Die rund 600 Bilder geben einen guten Eindruck von den Fundgegenständen oder antiken Spuren in der Landschaft. Zum Teil kann man sie auf Bildschirmgröße zoomen, was durch entsprechende Symbole angezeigt wird. An manchen Stellen werden die Bilder noch um kurze Filme gezeigt.

Resümee

Die CD-ROM wartet mit sehr viel Text und Abbildungen über die Geschichte der Kelten, Römer und Alamannen im südwestdeutschen Raum auf und war für mich von daher ein lohnenswerter Kauf. Wer aber über den Inhalt der Ausstellung in Karlsruhe Bescheid wissen möchte, ist mit dem Katalog besser bedient, da dort die Gegenstände explizierter zitiert werden. Auch sollte man sich nicht durch die 3D-Animationen alleine zum Kauf verleiten lassen, diese wären durch ihre simple Darstellung für mich kein Kaufgrund gewesen.

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