Auf der Suche nach weiteren Römerscherben besuchte ich Mitte Dezember 2005 die Stadt Bregenz am Bodensee, dem einstigen römischen Brigantium. Und als Bahnreisender war natürlich das erste Gebäude, das ich von Bregenz kennen lernte, der Bahnhof....
Dieser Bahnhof befand sich südlich des Stadtkerns und nur wenige Gehminuten vom Ufer des Bodensees entfernt. Ich selbst stieg am Hauptbahnhof aus, den man nicht mit dem Seebahnhof einen Kilometer weiter stadteinwärts verwechseln sollte. Der Stadtkern lag übrigens genau zwischen dem Seebahnhof und dem Hauptbahnhof, so das man, wenn man als Tourist mit dem Nahverkehrszug anreist, mühelos die Stadt Bregenz von den beiden Bahnhöfen aus zu Fuß besuchen könnte.
Direkt vor dem Bahnhof befand sich ein großer Parkplatz. Hier konnte man entweder um 50 Cent je Stunde Parken oder mit einem gültigen Fahrschein kostenlos. Allerdings müsste man dazu einen Ausfahrchip am Fahrkartenschalter oder bei der Fahrdienstleitung holen.
Obwohl der Bahnhof nicht besonders groß war, wirkte er auf den ersten Blick für mich relativ unübersichtlich. Während die Bahnsteige selbst noch übersichtlich nebeneinander verliefen, sah die Überquerung derselben schon etwas vielfältiger aus.
Im unmittelbaren Bereich der kleinen Bahnhofshalle konnte man die Bahnsteige mittels einer Übergangsbrücke betreten, die über Treppen, Rolltreppen und Aufzüge erreichbar war. Diese Übergangsbrücke endete dann auf der andere Seite der Geleise in der Nähe des Bregenzer Casinos.
Ca. 100 Meter stadteinwärts wurden die Bahnsteige mit einem Personentunnel versorgt, der übrigens auch direkt zum See bzw. zur Tourismusinformation führte.
Die Ausschilderung war hingegen recht gut gelöst. Sowohl auf den Monitoren als auch auf den Bahnsteigtafeln wurden die Verspätungen der Züge elektronisch angezeigt.
Die Fahrkartenschalter befanden sich in einer kleinen Halle und waren von 7:55 bis 19:30 geöffnet. Vor der Halle standen zwei Fahrkartenautomaten. Die Halle selbst konnte auch als Warteraum genutzt werden und war zwischen 06:30 und 21:30 geöffnet.
Gepäckträger oder zusätzliches Informationspersonal entdeckte ich nicht am Bahnhof. Die Hebebühnen am Bahnsteigen sagten mir aber, das man zumindest bei Reisenden mit Rollstühlen hilfreich zur Seite stehen würde.
Die Schließfächer befanden sich in einer nicht allzu großen Anzahl im Gang zwischen Bahnhofshalle und dem Busparkplatz. Es gab neuwertige Schließfächer in drei verschiedenen Größen um 2.00, 2.50 und 3.50 Euro.
Die Toiletten mit Öffnungszeiten von 06:30 bis 23:30 befanden sich an der Außenseite der Bahnhofshalle und waren gegen Einwurf von 50 Cent zugänglich. Die Behindertentoilette war mit einem Schloss gesichert. Ich vermute mal, den Schlüssel hat das Bahnhofspersonal.
Die Bahnsteige waren mit Aufzügen erreichbar. Auf den Bahnsteigen standen mobile Hebebühnen zur besseren Erreichbarkeit der Waggons mit Rollstühlen.
Auf den Bahnsteigen befanden sich elektronische Anzeigen, die den auf dem Bahnsteig erwartbaren Zug anzeigten. Weiters gab es gleich mehrere Monitore, die alle aktuellen Ankünfte und Abfahrten inkl. Verspätungsangaben und Bahnsteig anzeigten. Statt einer großen Anzeigetafel befand sich am Eingang zur kleinen Bahnhofshalle ebenfalls so ein Monitor.
Die Fahrplanauskunft war leider nur werktags von 08:00 bis 12:30 und von 13:00 bis 16:30 geöffnet. An Samstagen und Sonntagen musste man sich also mit den Automaten oder eventuell mit dem Personal an den Kassen behelfen.
Die Tourismusinformation befand sich nicht direkt am Hauptbahnhof sondern stadteinwärts. Dazu musste ich die Bahnsteige in Richtung Seebahnhof entlanglaufen und dann dort in den Personentunnel abtauchen. Dieser Personentunnel führte direkt zur Tourismusinformation.
Die Öffnungszeiten anzugeben fällt mir etwas schwer, da sich diese je nach Jahreszeit ändern. Positiv fiel mir aber auf, das der sehr große Vorraum des Büros immer geöffnet war und eine riesige Anzahl von Prospekte zu Bregenz, zu weiteren Orten in Vorarlberg und sogar zu noch mehr Orten rund um den Bodensee kostenlos anbot.
Im Erdgeschoss gab es eine Trafik (Tabakladen), der von 06:30 - 08:30
geöffnet hatte (Sonntags nur von 08:30 - 18:00). Dazu noch eine Bäckerei mit
allerlei Angebot (05:00-20:00, SO 06:00-20:00).
Für geistige Nahrung sorgte ein Buchshop mit Öffnungszeiten von 06:30 bis
20:00 bzw. 06:30 bis 19:30 am Wochenende. Auch ein Friseur übte noch im
unmittelbaren Bahnhofsbereich sein Amt aus.
Besonders gut gefiel mir aber der Gastronomiebetrieb im 1. Stock wo es ab
10:00 schon allerlei deftiges im Angebot gab. So verdrückte ich gleich nach
meiner Ankunft im Café Restaurant "Zum Hans" einen großen Aufschnitt mit
Schwarzwälderschinken um 8,40 Euro und ein Bier (0,3l) zu 2,20 Euro.
Bank oder Postamt entdeckte ich nicht in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof. Dafür gab es einen Geldausgabeautomaten. Wer gut zu Fuß ist, kann entlang den Schienen bis zum Seebahnhof laufen. Dort befindet sich ein Postamt in einem Gebäude, das noch aus der k.u.k Monarchie stammt.
Direkt vor dem Bahnhof und damit auch gleich neben dem Bahnsteig 1 befanden sich eine Reihe von Taxis. Zu den Bussen musste man ca. 50 Meter weiter gehen. Sie befanden sich auf der anderen Seite der Bahnhofshalle.
Ich selbst habe bisher nur das Hotel IBIS kennen gelernt und war damit sehr zufrieden. Es befand sich vielleicht 200 Meter vom Bahnhof entfernt.
Ein noch besseres (aber auch teureres) Hotel gab es noch auf der anderen Seite der Bahnsteige schon fast am See. Das Hotel Mercure.
Der Bahnhof hatte schon seine etwas verschwiegenen Ecken. Allerdings befand sich auch eine Wachstube direkt am Bahnhof und gleich neben dem kleinen Warteraum befand sich das Büro der Bahnhofs Security.
Das Design des Bahnhofes kann man als modern bezeichnen, schließlich wurde er in seiner heutigen Form erst am 15.9.1989 eingeweiht.
Einerseits finde ich den Bahnhof reizvoll, weil die überlangen Bahnsteige so frei im Gelände liegen und die Züge quasi mit See und Strasse verschmelzen. Andererseits halten die viel zu kurzen Dächer an den Bahnsteigen die Reisenden bei Regenwetter nicht gerade trocken.
Die Antwort auf diese Frage fällt leicht. Der See ist von den Bahnsteigen aus innerhalb von fünf Minuten erreichbar. Dabei kann man das Casino und auch die Seebühne sehen.
Der Bahnhof von Bregenz wirkte auf den ersten Blick relativ unübersichtlich, aber schließlich konnte ich mit den vielen Treppen und Ecken doch noch anfreunden. Besonders bemerkenswert fand ich seine knappe Lage zum See und das angenehme Cafe "Zum Hans".
Weitere Reisenotizen und Links
Webseite über Bregenz