Einer meiner Lieblingsstädte in Österreich ist Salzburg. Hier war ich schon unzählige Male, hier fotografierte ich schon das eine oder andere Motiv. Gründe genug, um mich mal nach einem Fotoband von dieser schönen Stadt umzusehen. Zum Beispiel um einen von Kurt Leininger....

Laut Klappentext wurde Kurt Leininger im Jahre 1948 in Niederösterreich geboren. Beruflich war er als Technischer Zeichner, Offset-Drucker und Fotograf tätig. Seit 1974 übt er den Beruf des Fotografen in Salzburg aus.

Eine kleine Internetrecherche ergab, dass bisher vier Bücher von ihm erschienen waren, die alle von Salzburg handelten. Vor kurzem wurde auch eines mit Luftbilder von Salzburg herausgegeben, nachdem ich mich wohl bald auf die Suche machen werde.

Beim Lesen des Buches fiel mir übrigens die spezielle Schrift auf, die ich bisher nur von technischen Zeichnungen kannte, vielleicht verweist sie ein wenig auf seine früheren Berufe? Da ich selbst viel mit technischen Zeichnungen zu tun gehabt habe, las sie sich für mich nicht ungewohnt. Ich könnte mir auch vorstellen, dass der etwas größere Zeilenabstand die Lesbarkeit auch für ältere Leute erhöht.

Als ich dann das Buch während einer Fahrt nach Salzburg durchblätterte fiel mir gleich noch was auf: die sehr stabile Ausführung Die 175 Seiten waren fest gebunden und machten so das Buch auch für die Mitnahme auf eine weitere Reise geeignet. Auch das Format und das Gewicht von nicht ganz einem Kilo erlaubten es mir, das Buch im Reisekoffer mitzuführen. Es war also keines von diesen megaschweren Fotobänden, die man maximal vom Bücherregal bis zum Sofa schleift.

Allerdings halte ich es für nicht geeignet, es auch für die Stadtbesichtigung mitzunehmen, es blieb daher während meines Besuchs in Salzburg auf dem Nachttisch im Hotel liegen. Doch was war nun der Inhalt dieses Buches?

Das Buch war mit sehr schönen Fotos von Salzburg gestaltet, die in der Regel, die ganze Buchseite oder gar eine Doppelseite ausmachten. Nur selten waren sie kleiner. Die meisten waren kurz beschriftet, bei einigen musste man aber schon ein Salzburgkenner sein, um die genaue Lage und Bedeutung des abgebildeten Objektes zu erkennen.

Die Texte beschrieben hauptsächlich die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten der Stadt, ergänzt um Beschreibungen von sonstigen Gesichtspunkten wie etwa Verkehr, die Zerstörungen im Krieg, oder die Bedeutung des Salzes für die Stadt Salzburg (die ja das Salz in ihrem Namen trägt).

Die Bilder waren dabei auf die Texte abgestimmt, doch beschrieben die Texte nicht die Bilder. So wurde ich als Leser vor allem durch den Text geführt, und konnte mir ergänzend Fotos zu den Themen ansehen.

Der Band war somit ein Lesebuch als auch ein Fotoband gleichermaßen, ideal um am Abend darin zu schmökern, sich das bereits Gesehene auf Fotos anzusehen und sich auf das noch zu Sehende zu freuen.

Dem Titel 'Eine Stadt zwischen Tradition und Moderne' wurde insofern gewürdigt, als auch über das moderne Salzburg berichtet wurde, der neuen Universität (die naturwissenschaftliche Fakultät der Paris-Lodron-Universität), das Heizkraftwerk Mitte mit seinem umstrittenen Schlot, oder der eigenartig geschwungene Markartsteg.

Des Öfteren griff der Autor aber auch auf die Vergangenheit zurück. So konnte er nicht umhin, die merkwürdige Nutzung des Almkanals in früheren Zeiten zu erwähnen, mit dessen Hilfe man einfach bestimmte Strassen flutete und sie damit vom Unrat befreite. Eine Wasserspülung der gigantischen Art....

Die Texte waren dazu in einer sehr leicht fassbaren Sprache verfasst, schön gewürzt mit Details, die ich so in noch keinem Reiseführer gesehen habe. Fast erschien es mir, das sie dem Autor aus persönlicher Anschauung wichtig waren.

So erfuhr ich, das wichtige Bauvorhaben des Deutschen Reiches gleich nach dem Anschluss Österreichs 1938 in Angriff genommen wurden und das dies nur dadurch möglich wurde, weil deutsche Ingenieure sich schon vor dem Anschluss heimlich als Touristen getarnt in Salzburg umgesehen hatten.

Auch über Umbaupläne der Nationalsozialisten erfuhr ich so einiges, recht bildhaft beschrieben. Fotos gab es natürlich keine hinzu, denn alle Pläne wurden durch den Krieg beendet. Auch den Schäden des Krieges und dem Wiederaufbau wurden einige Seiten gewidmet, Themen, die vielleicht dem typischen Touristen auf den Spuren nach Mozart vielleicht nicht so sehr interessieren.

Dafür gab es dann aber auch ein Kapitel über Mozart, seinem Leben, seinem Tod, aber auch seinem Nachleben. Den Salzburg ist geprägt durch Mozart und seine Musik und nicht zuletzt durch seine Festspiele. Auch hier so mancherlei interessante Erklärung über die Festspiele, wie sie entstanden sind, was für Umbauten notwendig wurden, und wie all das an Hand von Fotos dokumentiert heute aussieht.

Heute? Ja, das Buch ist mit seiner Auflage von 2002 recht aktuell. So konnte ich Fotos von der neuen Festungsbahn genauso entdecken wie von jenem Schiff, das erst seit kurzem Passagiere die Salzach rauf und runter fährt.

Auch ein Foto von meiner Lieblingsuniversität ist enthalten, einer Uni, wo man in seiner Pause sich auf eine große Freitreppe setzen kann und über einen Teich und vielen grünen Wiesen auf die große Festung blickt.

Natürlich wird auch über die berühmte Festung erzählt, wo ich schon das eine oder andere Festungskonzert erlebt hatte. Ja, Festungskonzerte! Sie werden eigentlich nicht erwähnt, wie auch viele andere Aktivitäten und Möglichkeiten der Unterhaltung nicht beschrieben sind. Auch Tipps für den Restaurant- oder Cafebesucher wird man darin nicht finden. Hinweise auf das Nachtleben fehlen gänzlich.

Doch dafür sollten sich andere Reiseführer finden lassen, für mich ist es ein ideales Buch zum Einlesen auf eine bevorstehende Salzburgreise oder auch als Geschenk, um anderen Menschen zu zeigen wie schön Salzburg ist.

Ich halte das Buch für einen sehr lesenswerten Band mit interessanten Texten und schönen Fotos. Als Reiseführer oder vertiefender Kulturführer würde ich das Buch nicht bezeichnen, jedoch als schönes Lesebuch oder Gastgeschenk für an Salzburg Interessierte.

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Salzburg - Eine Stadt zwischen Tradition und Moderne
Kurt Leininger
Residenz Verlag 2002
ISBN: 3-7017-1319-7

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