Um 1500 herum ließ Maximilian ein trutziges Zeughaus anlegen um im Kriegsfall seiner Armee schnell mit modernen Waffen versehen zu können. Extra stark angelegte Verteidigungsmaßnahmen sollten damals verhindern, dass ich Unbefugte dem Hause nähern.
Heute ist es anders. Heute ist es ein Museum und man freut sich über jeden Besucher. So auch über mich. Okay, dafür gibt es nicht wirklich einen Beweis. Zumal ich als Besitzer der Ö1 Karte schon wieder eine ermäßigte Karte in Anspruch nahm und statt 5,50 Euro nur 4,50 Euro bezahlten.
Nachdem ich meine Jacke in einen dieser verschließbaren Schränke gestopft hatte ging ich in das erste Geschoss des Museums, in dem sich der überwiegende Teil der Ausstellung befand. Nun ist es kein Zeughaus mehr, sondern eine Außenstelle des Tiroler Landesmuseums mit einer historischen und technischen Sammlung zur Tiroler Landesgeschichte.
Von der Steinzeit bis heute. Der Pfad durch das Museum begann dann sinnigerweise auch mit Steinen. Allerdings ging es hier mehr um die geologischen Zonen im Land. Besonders gut gefielen mir dabei Luftaufnahmen, die mir die Tiroler Bergwelt zeigten.
Nachdem ich genug Steine gesehen hatte ging es weiter zu Funden aus der Vor- und Frühzeit, die allerdings nur einen sehr kleinen Teil der Ausstellung ausmachten. Auch die Darstellung über den Bergbau erweckten nicht so mein Interesse.
Richtig spannend wurde es aber als die Ausstellung über die Religion zu sprechen kommt. Auch in Tirol hatte die Reformation ihre Anhänger gefunden. Die Gegenreformation wütete dafür sehr gründlich, Tirol wurde quasi auf Teufel komm raus wieder katholisch. Wenn ich es richtig verstanden habe, war das der Grund für die Strenggläubigkeit in diesem Land ab diesem Zeitpunkt.
Als dann die Bayern sich das Land Tirol einverleiben wollten, gerieten sie an die Falschen. Die nächsten Vitrinen zeigten mir wie die Tiroler die Bayern und Franzonen mehrmals aus ihrem heiligen Land vertrieben.
Zum Schluss unter ihrem Anführer Andreas Hofer. Zahlreiche Dokumente wurden nur zu diesem Zeitabschnitt ausgelegt. Darunter auch auch ein Sittlichkeitspatent, wo sich Andreas Hofer Gedanken über die Kleidung der Damen in Innsbruck macht.
Erschreckend auch die Waffen der Tiroler, die sich aus bäuerlichem Gerät zusammen setzten. Aber jede Zeit geht mal vorüber, so auch diese. Der nächste Abschnitt der Ausstellung war schon friedlicher. Hier ging es um die Wandlung Tirols zu einem Tourismusgebiet. vor allem die Engländer kamen oft in dieses Land und berichteten farbenreich davon.
Leider stand bald der nächste Krieg vor der Tür. Der erste Weltkrieg tobte und Italien erklärte 1915 den Krieg an Österreich. Die Tiroler mussten nun ihre Grenzen verteidigen, die zum Teil im eisigen Schnee der Gebirge lagen. Der Krieg ging verloren, Tirol wurde geteilt.
Interessant die Berichte über die Besetzung Innsbrucks durch die Italiener. Leider wurde die Zeit in den Jahren nach 1918 speziell für die Südtiroler nicht besser. Sie mussten entweder für das Deutsche Reich oder für Italien optimieren und saßen zwischen zwei Sesseln. Hierzu gab es allerdings nur noch Bildmaterial auf DVD zu bestaunen.
Im letzten Teil des Museums konnte ich noch eine kleine Uhrensammlung bewundern. Diese erinnerte mich daran, dass ich schon wieder viel zu lange im Museum unterwegs war. Also brach ich auf, um mir etwas Abwechslung zu verschaffen. Ein gutes Tiroler Mittagsessen zum Beispiel.
Weitere Reisenotizen und Links
Webseite des Zeughauses
Landeszeughaus in
Graz