Die Temperaturen steigen, alles rennt und rettet sich ins Kühle. Die einen springen ins kühle Nass, die anderen gehen ins Museum. Vor allem die, die vergessen haben, ihre Badehose einzupacken. So auch ich, ich lande im Leopold Museum in Wien, wo eine Ausstellung mit dem Titel "Körper, Gesicht und Seele - Frauenbilder vom 16. bis zum 21. Jahrhundert" gegeben wird.

Wie gesagt es geht um Frauenbilder, um Bilder mit Frauen. Schon im ersten Raum wurde ich aber durch eine Installation abgelenkt, wo eine Reihe von Damenkleider derartig schnell um ihre eigene Achse gewirbelt wurden, das sie verschiedene Formen annahmen. Ein hübscher Anblick, wenn auch ohne Damen.

Die Bilder selbst sagten mir vorerst nichts, bis ich auf das Selbstportrait einer Dame stieß, die im 16. Jh. als eine der wenigen des weiblichen Geschlechts Anerkennung fand. Laut dem Text auf dem Audio Guide, den ich mir um 3 Euro ausleihen konnte, war mit dem spanischen Hof sogar vereinbart, dass er für sie einen akzeptablen Mann suchen müsse.

Die Dame gleich daneben hätte wohl keine Probleme gehabt einen Mann zu finden. Es handelte sich dabei um die "Venezianerin", ein Werk von Albrecht Dürer. In meinen Augen die schönste Frau in der ganzen Ausstellung.

Im nächsten Raum wurde es leicht blutig, wurde doch gleich an der Wand gegenüber die Lucretia ermordet, eine tragische Legende aus den Anfängen der Römischen Geschichte. Blutig ging es in der Ausstellung zum Teil weiter, sah ich doch öfters mal eine Frau, die gerade dem Mann den Kopf abschlug. Laut meinem schlauen Audio Guide auch eine Form der Entmannung, weil man damit dem Mann sein Denkvermögen nimmt. Egal, laut manchen Stimmen denken die Männer ja ohnehin nicht mit dem Kopf...

Und damit kommen wir gleich zum dritten Raum, in dem die Frage erörtert wurde, ob die Frau auf einem Gemälde nackt sein müsse, um ins Museum zu kommen? Tatsächlich waren alle Frauen in diesem Raum nackt, wobei die erotische Wirkung eher im Hintergrund bliebt.

Den der Erotik war ja einige Räume weiter eine eigene Ecke gewidmet. Zuvor ging es aber noch etwas beschaulicher zu, es folgten einige Werke von Schiele und Waldmüller, wo die Frauen entweder sehr tragisch oder zumindest sehr angestrengt wirkten. Im nächsten Raum ging es dann hauptsächlich um die junge bis sehr junge Frau.

Dann endlich kam die Erotik, obwohl diese sich doch etwas in Grenzen hielt, zweifellos lösten diese Bilder aber ihren jeweiligen Skandal aus. Sei es in moralischer oder auch in religiöser Hinsicht, wenn ich da nur mal an die Fotos von Bettina Rheims denke, die das Leben Christi mit nackten schönen Menschen abbildete.

Aber damit war ich auch schon an das Ende der Ausstellung gekommen. Besonders beeindruckt hatten mich eigentlich mehr die ersten Werke, von der schönen Venezianerin sprach ich ja bereits. Die Gedanken über die Notwendigkeit der Nacktheit fand ich zumindest interessant. Besonders hilfreich war für mich der Audio Guide, der mir darauf besprochenen Bilder wirklich gut erklärte, was die reinen Bildbeschriftungen ja leider nicht taten. Aber das beste war noch immer diese Werke in einem wunderbar gekühlte Raum genießen zu dürfen.

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Museum Leopold in Wien
1 Leopold Museum

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