Im August 2006 besuchte ich die Burgruine Donaustauf und genoss einen schönen Blick auf die Donau und auf die Gedenkstätte Walhalla.

Nach einem Besuch auf der Gedenkstätte Walhalla zog es mich weiter zu einer Burgruine in Donaustauf. Hier sollten auf einem Burgberg schon Kelten gesiedelt haben.

Die heute sichtbare Burg wurde im 10. Jahrhundert zum Schutz gegen die Ungarneinfälle errichtet. 1634 wurde sie dann jedoch von den Schweden zerstört und blieb seither Ruine.

Fast wäre der Besuch aber ins Wasser gefallen. Denn bei der Anfahrt mit meiner charmanten Begleitung ging ein sintflutartiger Wolkenbruch nieder.

Mein Herz fiel bereits in die Hose, doch meine Begleitung und Fahrerin hielt unbeirrt an unserem Ziel fest. Und tatsächlich, als wir in der Nähe des Informationspavillons auf einem kleinen Parkplatz hielten, war kein Tropfen mehr zu spüren.

Und das war auch gut so. Denn vom Informationspavillon bis zur Burgruine war es noch ein gutes Stück zu gehen. Zum Teil verlief der Weg im Wald, teilweise ging es auch an einem Friedhof vorbei.

Die Burg war eine typische Abschnittsburg, wo sich die Verteidiger im Verlaufe eines Angriffs von Tor zu Tor immer weiter in die Kernburg zurück ziehen konnten.

Und so eroberten wir auch die Burg, in dem wir von Tor zu Tor vordrangen. Zunächst überschritten wir einen kleinen Halsgraben, der früher wohl durch eine Zugbrücke gesichert war.

Zwischen den Toren erstreckten sich gangähnliche Systeme, deren Enge mir das Gefühl gaben, das es hier bei Eroberungsversuchen auch für den Angreifer sprichwörtlich eng werden würde.

Dem Weg entlang der Tore zur Seite gestellt waren die Reste eines mächtigen runden Turms, in dessen Inneren wir von oben einen Blick werfen konnten.

Beim letzten Tor gelangten wir dann endlich zu einem Bereich, den ich bereits aus der Literatur kannte. Denn in diesem Torturm, der den Weg zum Burghof öffnete, befand sich früher die Burgkapelle.

Durch die Zerstörung des Torturmes, hatte auch die Burgkapelle Boden und Dach verloren. Doch die einseitig nieder gebrochene Mauer erlaubte uns einen Blick auf das 'ehemalige' Innere der Kapelle, wo reizvolle Säulen zu sehen waren.

Wie überhaupt die Burg durch interessante Ausblicke bestach. So boten mir die erhalten geblieben Biforen in den Mauerresten einige willkommene Fotomotive.

Zum Beispiel konnte ich von einem der Fenster auch einen Blick auf die nahe gelegene Gedenkstätte Walhalla werfen, deren Dach sich vorwitzig aus den Baumwipfeln hervor schob.

Obwohl die Burgruine ganz eindeutig eine Ruine war, kam für mich aber nicht das typische Gefühl für ein verfallenes Bauwerk auf. Das lag vielleicht an der gerade vorhandenen Baustelle.

Die mit ihren modernen Elementen wie Plastikrohren, Planen und Warnschildern mich doch ständig daran erinnerten, dass wir uns eben nicht mehr im Mittelalter befanden.

Den Rückweg traten wir dann über einen anderen Weg an, der aber doch wieder in den Friedhof mündete. Aber bekanntlich werden ja alle unsere Wege dort mal enden.

Auf der Rückfahrt nach Regensburg warf ich noch mal einen Blick auf die Ruinen hoch über Donaustauf zurück. In Erinnerung werden  mir wohl die Blicke durch die Biforen und in die Burgkapelle bleiben.

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Burgruine Donaustauf
Blick auf die Kapelle

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