In Berlin befindet sich das Stammhaus der Museumsstiftung, die vier Museen der Kommunikation unter ihrem Dach vereinigt. Bemerkenswert am Berliner Standort sind die Schatzkammer und die Briefmarkensammlung.
Das Museum bestand aus vier Geschosse. Der Schatzkammer im Kellergeschoss, der Halle im Erdgeschoss mit drei merkwürdigen Robotern und zwei Obergeschossen mit einer Vielfalt von Sammlungen.
Die Schatzkammer im Keller war in geheimnisvoller Dunkelheit gehüllt, was wahrscheinlich auch am Wert des einen oder anderen Ausstellungsgegenstandes lag. Manche Stücke sind ja ausgesprochen lichtscheu. Zum Beispiel Marken wie die blaue Mauritius oder der bayrische Einser. Auch leicht angebrannte Post von dem in Lakehurst (USA) abgestürzten Luftschiff Hindenburg war zu sehen.
Im Erdgeschoss ging es mit einigen Versuchsanordnungen weiter, deren Bedienung aber zum Teil nur zu zweit Sinn machten. In der Mitte der Halle spielten drei Roboter Fußball, allerdings in einer Geschwindigkeit, das die österreichische Nationalmannschaft schon fast wieder gewinnen könnte.
Im ersten Obergeschoss wurde es dann so richtig interessant. Zahlreiche Aspekte des Post- und Fernmeldewesen wurden betrachtet. Briefkästen, Plakate, Dienstleistungen, alles wurde im Wandel der Zeit dargestellt. Besonders beeindruckend fand ich die Briefmarkensammlungen, wo politische Strömungen analysiert wurden.
Zum Beispiel wie oft kamen Frauen in Dauerserien vor, die berühmten Persönlichkeiten gewidmet waren? Oder wie wurden die politischen Gegensätze der beiden deutschen Staaten (DDR, BRD) via Markenbild ausgetragen?
Da wurden zum Beispiel Briefe nicht zugestellt, wenn sie mit einer politisch nicht korrekten Briefmarke versehen waren. Oder wenn ein Staat im Stempel eine politische Botschaft untergebracht hatte, gab der andere Staat mit einem Gegenstempel kontra.
Im zweiten Obergeschoss gab es eine Ausstellung über die Beziehungen zwischen Deutschland und Norwegen. Kurios ein Detail, wie das neutrale Norwegen sich im 1. Weltkrieg verhielt. Sardinienbüchsen wurden sowohl an England als auch an das Deutsche Reich geliefert, jeweils mit anderen patriotischen Aufschriften vertreten.
Resümee: Besonders beeindruckend fand ich die Hinweise über die Briefmarken sowie die umfassende Präsentation von postalischen Geräten. Eine Spezialität stellen wohl auch die wertvollen Gegenstände in der Schatzkammer dar.
Weitere Reisenotizen und Links
Museum der Kommunikation in Nürnberg
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