Der Ausstellungsname 'Science Tunnel' ließ mich spannende Eindrücke wie in einem Zeittunnel erwarten. Dazu noch in einer so spannend klingender Schauplatz wie die Festung Dresden. Nun, ein Zeittunnel war es dann zwar doch nicht, spannend war es aber allemal...
Der Eingang lag ziemlich unscheinbar am Georg-Treu-Platz. Beim Hinabsteigen zum Kassenraum musste ich mir erst in Erinnerung rufen, wo ich mich eigentlich befand.
Ich war nicht in einem gewöhnlichen Gebäude. Nein, vielmehr stieg ich eine ehemalige Festungsanlage hinab, die sich nun unterhalb des eigentlichen Bodenniveaus befand. Genau so sah es dann auch aus, Gewölbe begrüßten mich. Nur künstliches Licht erhellten die engen Gänge und den unebenen Boden.
An der Kasse bezahlte ich 4 Euro, ein relativ geringer Preis für das gebotene Wissen, das mich nun erwartete. Zusätzlich zur Eintrittskarte bekam ich ein paar Blätter in A4, denen ich einen Lageplan und eine Beschreibung der einzelnen Module entnehmen konnte.
Es gab 12 Module, die sich mit einen jeweils anderen Aspekt der Wissenschaft beschäftigten. Ich würde nicht sagen, das damit alles abgedeckt wurde, doch die angesprochenen Punkte gingen dann sehr in die Tiefe. So tief, dass ich öfters wie der Ochse vor dem neuen Zaun stand.
Aber die Gestalter hatten das wohl einkalkuliert und verschiedene Möglichkeiten eingebaut, damit sich der Ochse nicht all zu dumm vorkam. So konnte ich an verschiedenen Stationen zusätzliche Informationen zu einzelnen Punkten abrufen, die meistens in einem einzigen Absatz das Wesentlichste darüber aussagten.
So erfuhr ich einiges über die Bauweise des Gehirns und wie es zu Krankheiten wie Parkinson kommt. Oder wie die Bausteine des Lebens gestaltet sind. Bemerkensweit auch Hinweise zu einem Tier, bei dem fast alles nachwächst, was ihm mal verloren gegangen ist. Keine Frage, dass die Wissenschaft wissen will, welche Vorgänge für diese beneidenswerte Fähigkeit verantwortlich sind.
Bei einigen Modulen gab es auch handfeste Gegenstände zu sehen. Besonders in Erinnerung blieben mir dabei Meteoriten im Bereich über den Weltraum. Schon interessant mal direkt vor solchen Trümmern zu stehen, die von so weit angereist waren. Oder ein Modell eines Marsroboters. Überraschend für mich wie wenig Einzelteile dieses Gerät aufwies. Ich hatte mir ja immer gedacht, so ein alles analysierender Roboter müsste aussehen wie ein Schweizermesser auf Rädern.
Wie dieser Roboter genau beim Analysieren vorging, war in einen der kleinen 1 bis 3 Minuten langen Filmen zu sehen. Wie es überhaupt viele Filme und Animationen zu sehen gab. Aber auch interaktive Aktionen waren möglich.
So konnte ich durch bloßes Deuten mit den Händen auf einem Bildschirm den Grundriss eines Schlosses drehen, durch Bewegen des Kopfes mir ein kompliziertes Modell von allen Seiten ansehen und auch versuchen durch Summen einer Melodie den Computer raten zu lassen, was für eine Melodie es war. Quiz einmal anders...
Die Ausstellung ist übrigens eine Wanderausstellung und wird auch in anderen Städten zu sehen sein. Aber in der alten Festung von Dresden hat sie zweifellos ihren besonderen Reiz. Den hier werden die Zeugnisse des aktuellen Stands der Wissenschaft inmitten von alten Gewölben gezeigt.
Und diese konnte ich sogar ein wenig erkunden. Viele Möglichkeiten gab es zwar nicht, aber ein paar Gänge und eine Wendeltreppe waren doch zugänglich. In einem Nebenraum entdeckte ich dann auch ein bewegliches Modell der alten Festung, wo ich gut erkennen konnte, wo ich mich gerade befand.
So gesehen, bin ich sehr froh darüber, dass ich diese Wanderausstellung gerade in Dresden gesehen habe. Die Schaustücke waren sehr spannend, wenn man sie aber wirklich verstehen möchte, sollte man aber sehr viel Zeit mitnehmen. Den nicht immer kommt man gleich an die entsprechenden Maustasten um alles Drehen und Wenden zu können....
Weitere Reisenotizen und Links
Webseite der Ausstellung