Alle guten Dinge sind drei und so besuchte ich eine dritte Ausstellung über Ungarn 1956. Diese war im Heeresgeschichtlichen Museum beheimatet und zeigte Infos über den österreichischen Grenzsicherungseinsatz während der Ungarnkrise.

Vom Südbahnhof hatte ich es nicht mehr weit bis zum Heeresgeschichtlichen Museum, das sich auf dem Gelände des Arsenals befand. Bereits vor dem eigentlichen Gebäude wiesen Kampfpanzer T34 und ein Panzerspähwagen M-8, die im Jahre 1956 eingesetzt worden waren, auf das Thema der Ausstellung hin.  Bemerkenswert hierbei, das man die österreichische Grenze damals mit russischem und amerikanischem Gerät sicherte.

Gleich nach der Kasse stieß ich auf einen Monitor, der Wochenschauen aus dem Jahre 1956 zeigten. Dabei wurde auch viel zur Suezkrise gezeigt. Eine Krise die zeitlich mit der Ungarnkrise stattfand und sicher die politischen Köpfe des Westens band.

Die Ausstellung erstreckte sich nur über einen Raum und war somit total übersichtlich. Trotzdem verbrachte ich gut 1,5 Stunden darin. Was kann man in 1,5 h tun? Zum Beispiel sich vier Filme ansehen, wo Zeitzeugen über die Ereignisse im Oktober und November 1956 berichten.

Dabei fiel mir auf, das nahezu alle befragten Zeitzeugen später Karriere beim österreichischen Bundesheer machten. Ihre Erzählungen gaben mir ein Gefühl dafür, wie schwach die Verbände damals wirklich waren. Und wie man versuchte dies von dem Russen aber auch vor der eigenen Bevölkerung zu verbergen.

Die Mittelachse des Raumes dominierte ein nachgebildetes Wohnzimmer. In der Ecke stand ein alter TV Apparat und spielte  Wochenschauen von damals. Auffallend dabei, dass die Bilder von der Grenze und aus Budapest noch mit dramatischer Filmmusik untermalt wurden. Eine Unart, die zum Glück heute nicht mehr ausgeübt wird.

Mehre Figurinen zeigen mir die Ausrüstung des österreichischen Bundesheers. Besser gesagt seine Uniformen und seine Handfeuerwaffen. Auch hier fällt auf, das ein Teil des Materials zuvor noch in alliierten Beständen gelagert haben musste. Das österreichische Bundesheer war zum Zeitpunkt der Krise gerade mal ein Jahr alt und hatte noch nicht völlig auf eigene Ausrüstung umgestellt.

Aber auch mit der Ausbildung der Kräfte war es nicht zum Besten bestellt. Zum Teil waren die Soldaten erst am 15.10.1956 eingerückt, und wurden somit noch am Anfang ihrer Grundausbildung an die Grenze geschickt.

Die umlaufende Zeitleiste an der Wand zeigte mir wichtige Ereignisse in jenen Tagen, sowohl in Ungarn, als auch in anderen kommunistischen Ländern, in Österreich und in Ägypten. So war gut erkennbar, dass es auch in Polen zu jener Zeit brodelte und das es am Suezkanal einen heißen Krieg gab.

Von den ausgestellten Geräten und Waffen beeindruckten mich einige Funkgeräte noch am meisten. Besonders interessant waren aber die militärische Dokumente aus jener Zeit. Da lagen mit Schreibmaschine getippte Befehle, von Hand gezeichnete Skizzen und mit Tusche gezogene Statistiken hinter Glas zu Betrachtung aus.

Darunter auch so Befehle, wonach im Ernstfalle bestimmte Donaubrücken gesprengt werden hätten sollen. Oder penibel geführte Liste über die Stärken der insgesamt doch sehr schwachen österreichischen Kräfte.

Im Gegensatz zur Ausstellung im Wien Museum, die die zivilen Auswirkungen in Österreich betrachte oder die Fotoausstellung im Leopold Museum, die die Menschen in Ungarn zeigte, war hier der Schwerpunkt auf die militärischen Maßnahmen Österreichs gelegt. Somit eine gute Ergänzung im Dreigestirn dieser Ausstellungen.

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Panzerhügel vor dem Heeresgeschichtlichen Museum Wien
1 'Panzerhügel'

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