Im Februar 2007 besuchte ich das Volkskunstmuseum in Innsbruck und fand Gefallen an großen Krippen und mittelalterlichen Stuben.

Nach dem Besuch der Hofkirche mit den schwarzen Manda spazierte ich noch ein wenig durch das Volkskunstmuseum von Innsbruck.

Dieses befand sich gleich neben der Hofkirche im alten Franziskanerkloster und bildete mit der Hofkirche eine bauliche Einheit.

Das Museum war im Jahre 1888 noch als Tiroler Gewerbemuseum errichtet worden. Seine ursprüngliche Sammeltätigkeit war dem Tiroler Handwerk gewidmet.

Das Museum in seiner heutigen Form als Volkskunstmuseum wurde dann 1929 eröffnet. Sein jetziger Sammlungsschwerpunkt lag nun in Kunsthandwerk aber auch Erzeugnissen tirolerischen Hausfleißes.

Sammlungsgebiet war das ganze alte Tirol, also auch die Gebiete in Südtirol, im Welschtirol (das heutige Trentino) und den ladinischen Tälern rund um die Dolomiten.

Die gesammelten Gegenstände entstammten aus allen sozialen Schichten. Sowohl der Adel, als auch das Bürgerturm waren neben dem Bauernstand vertreten.

Diese Mischung machte es dann auch für mich so interessant. Denn die ausgewählten Gegenstände und vollständig eingerichteten Stuben wechselten ihre Aussehen je nach Zeit aber auch Status des ursprünglichen Besitzers.

So wechselten sicher derbe Bauerntruhen mit fein gearbeiteten Renaissance Möbel ab. Auf klobigen Werkzeug zur Bearbeitung der Felder folgten später feine Geräte aus der Küche.

Besonders interessant fand ich die mittelalterlichen Stuben, die scheinbar in den alten Zellen des Klosters eingerichtet worden waren und an denen ich der Reihe nach vorbei gehen konnte.

Nur ab und zu der Blick aus dem Fenster auf die Rokokofassaden der Innsbrucker Hofburg erinnerte mich daran, dass ich nicht in den Tiroler Bergen unterwegs war.

Bei den ausgestellten Geräten kam mir neidisch in den Sinn, dass man damals alles für die Ewigkeit gebaut haben mag. Heute ist es ja eher so, dass man die soeben gekauften Geräte erneuern muss, noch ehe man dem Verkäufer Auf Wiedersehen sagen konnte.

Wobei ich mir natürlich viele der ausgestellten Geräte wie etwas zur Herstellung des bäuerlichen Bedarfs nie kaufen würde. Aber so einen alten Webstuhl aus nächster Nähe zu sehen, hat trotzdem was für sich.

Nachdem ich mir noch viel über das Tiroler Brauchtum angesehen hatte, darunter auch viele Masken und Trachten, wandte ich mich wieder dem Erdgeschoss des Gebäudes zu.

Dort befand sich eine große Krippenausstellung. Oder besser gesagt eine Ausstellung besonders großer Krippen. Bei solchen großen Anlagen rückt ja die eigentliche Szene mit der heiligen Familie immer etwas in den Hintergrund.

Stattdessen sah ich mir die abgebildeten Häuser an, guckte in die zum Betrachter hin offenen Werkstätten und überlegte mir, welche Berufe die einzelnen Figuren darstellten.

Nach diesem Blick in die Anfänge unserer Zeitrechnung trat ich wieder in den Kreuzgang des ehemaligen Franziskanerklosters hinaus und atmete die kühle Luft der Innsbrucker Gegenwart ein...

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