Im Jahre 1747 wird in einem Haus am Frankfurter Hirschgraben ein kleiner Knabe geboren, der später unter dem Namen Goethe als großer Schriftsteller bekannt wird. Trotz der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg ist von diesem Haus noch erstaunlich viel erhalten geblieben.

Mein Weg zum Geburtshaus von Goethe führte vom Goethemuseum durch einen kleinen Garten ins eigentliche Gebäude. Später würde ich feststellen, das dieser recht gut rekonstruiert war. Das Haus war im zweiten Weltkrieg völlig zerstört worden, doch bald nach dem Krieg gelang der Wiederaufbau unter Verwendung von Möbeln aus der Zeit Goethes.

Durch die Verwendung von Mobiliar war der Besuch des Hauses nicht nur für Freunde von Goethe interessant. Den so konnte man dem Reiz des Hauses auch etwas abgewinnen, ohne die Leiden des Jungen Werthers gelesen zu haben (mit diesem Werk gelang Goethe der Durchbruch).

Da wäre mal die Küche im Erdgeschoss. Hier war eine sehr frühe Wasserpumpe in Betrieb, die dem Personal das sonst übliche Wasser holen am nächsten Brunnen ersparte. Die Goethes waren nicht nur reich sondern auch technisch auf dem Stand der Zeit. Interessant auch die Feuerstelle mit dem Rauchabzug.

In der Belle Etage erfuhr ich durch den Audio Guide, das hier während der französischen Besatzung eine französischer Offizier einquartiert war. Dieser schätzte sehr die Bildersammlung im Hause Goethe und ließ auch einige für sich selbst malen.

Zwar sind nicht alle Möbel wirklich von der Familie Goethe, doch konnten einige sehr wertvolle Originalteile bereit gestellt werden, die im 2. Weltkrieg ausgelagert gewesen waren. Der große Reichtum der Familie zeigte sich immer wieder durch zahlreiche Details (wenn man vom großen Haus mal absieht).

So war die Treppe schon fast herrschaftlich angelegt, die in jedem Stockwerk zunächst mal in einem großen Vorraum endete. Hier gab es zum Beispiel eine tolle Standuhr zu sehen. Die Familie soll sagenhaft viel Bettwäsche gehabt haben. Geprüft habe ich das nicht, aber interessant fand ich eine Wäschepresse, die wohl das Legen dieser Bettwäsche unterstützt haben mag.

Ganz oben im Dachgeschoss hatte ich dann Gelegenheit jenen Raum zu betreten, wo Goethe gewirkt haben soll. Hier saß der Meister also und schrieb an seinen frühen Werken. Ich zog mal kräftig die Luft ein, die allerdings nicht wirklich original roch. Lag vielleicht am After Shave des Herren neben mir, der eifrig das Mobiliar fotografierte.

Zur Einrichtung fällt mir zusätzlich auf, dass man seinerzeit die Räume eher karg einrichtete. Die Schränke selbst waren kostbar gestaltet, doch insgesamt fehlt im Vergleich zu heute der ganze Nippes aus Baumarkt und Italienurlaub.

Nach dem Besuch des Geburtshauses marschierte ich noch in das anliegende Goethe-Museum. Dieses wird wohl so manchen überraschen. Denn es hat seinen Schwerpunkt nicht in der Literatur, sondern in Gemälden.  Diese Bilder hatten aber ihren Bezug zu Goethe insofern, als sie zu seiner Zeit gemalt wurden und so den Zeitgeist gut einfangen.

Insgesamt war der Besuch ein großer Erfolg. Hier konnte ich nicht nur was über die Jugendjahre Goethes erfahren, sondern wie in einem Heimatmuseum wurde mir klarer, wie seinerzeit die reichen Leute gelebt haben.

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Goethe Haus in Frankfurt
1 Goethe Haus

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