Auf über 2000 qm zeigt vom 28.10.2006 bis 06.05 2007 das Mannheimer Landesmuseum für Arbeit und Technik eine Ausstellung über die Geschichte und den aktuellen Stadt der Weltraumfahrt. Mit Originalteilen und interaktiven Möglichkeiten seine Weltraumtauglichkeit zu testen.
Bereits im ersten Teil der Ausstellung konnte ich mich von der Exklusivität der Originalteile überzeugen. Nach einer trockenen Einführung in die Geschichte der Weltraumfahrt stand ich vor einem Cola Automat, den der große Limonadenhersteller extra für die Raumfahrt entwickelt hatte. Da wartet man eigentlich nur noch darauf, dass die ersten Werbeflächen in deren typischen Rot-Ton auf dem Mond auftauchen.
Leider war es nicht möglich eine Cola zu zapfen. Dafür gab es andere Möglichkeiten sich interaktiv mit dem Ausstellungsthema auseinander zu setzen. Zum Beispiel hatte ich Gelegenheit ein Marsauto zu steuern. An sich eine einfache Sache. Wäre da nicht die simulierte Entfernung zwischen Erde und Mars. Diese führt dazu, dass die Steuerbefehle um mehre Sekunden verspätet das Gefährt erreichen. Da braucht man über Bremswege erst gar nicht nachzudenken...
Auf jeden Fall eine recht anschauliche Installation, um die Besucher über die Herausforderungen im All zu informieren. Dazu gehören auch das Schlafen, das Essen und das Verdauen. Die Esstische sahen merkwürdig aus, erinnerten mich eher an Werkzeugladen. Und über das WC möchte ich erst gar nicht erzählen. Das Problem mit der Schwerelosigkeit ist ja: Was nicht sofort angesaugt wird, fliegt rum.
Rum fliegen tut man dort oben sowieso. Leider wirkt sich das auf die Muskeln negativ aus. Und deshalb müssen die Astronauten laufend trainieren um nicht bei ihrer Rückkehr kraftlos zusammen zu brechen. Wie ich auf den Filmaufnahmen von zurück kehrenden russischen Astronauten sehen konnte, mussten diese ja nach der Landung zunächst mal weggetragen werden.
Von den gelandeten russischen Kapseln gab es auch welche in Original zu sehen. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl so ein Ding aus nächster Nähe zu sehen. Ich guckte mir vor allem die Spuren auf der Oberfläche an. Und war über die riesigen Schrauben erstaunt. Russische Technik wirkte immer ein paar Grade robuster. Der Blick in so eine Kapsel lässt Ängste wachsen. Wer in so einer Kapsel durchs Weltall rast darf keine Platzangst haben.
Aber zum Glück wird man ja vorher getestet. Und an solchen Tests konnte man als Besucher der Ausstellung auch teilnehmen. Natürlich wurden die lieben Kinder nicht in einer Zentrifuge auf mehrfache g Geschwindigkeit beschleunigt.
Aber die Tests hatten es auch so in sich. Zumindest konnte ich viel über meine Sinne lernen. Zum Beispiel musste ich auf einer drehbar gelagerten Plattform stehen und versuchen ein Drehventil zu schließen. Dabei übertragen sich die eigenen Drehbewegungen auf die Plattform und bald weiß man nicht mehr, was sich eigentlich dreht. Na, bei mir drehte sich dann alles im Kopf....
Interessant dann wieder die Beschreibungen der verschiedenen Weltraummissionen, der alten und der neuen. Schon beim Eingang zur Ausstellung wurde ja recht clever angezeigt, was gerade über unseren Köpfen im Himmel los ist. Auf einem Anzeiger wie auf großen Flughäfen wurde angezeigt, wo in den nächsten Tagen welche Rakete startet. Und es starten wesentlich mehr, als ich bisher dachte...
Besonders spannende Missionen wurden recht ausführlich erklärt. Zum Beispiel wie man versuchen möchte mal mit einer Sonde einen Kometen am Schwanz zu fassen ... oder besser gesagt auf ihm zu landen. Faszinierend was man sich ausgedacht hat, damit sich die Sonde von selbst auf dem unsicheren Boden festklammern kann.
Geführt wurde ich übrigens von einem recht interessanten Audio Guide. Aber auch ohne das Gerät war die Ausstellung sehr informativ. Die Mischung aus Interaktivität und die Möglichkeit mal diesen fern fliegenden Gegenständen ganz nah zu sein, brachte ein großes Ausstellungsvergnügen mit sich. Na dann, meinen nächsten Reisebericht gibt es dann von der Venus...
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