Vom 29. April 2007 bis 26. August zeigt das Wiener Künstlerhaus eine Ausstellung über die Terrakotta Armee aus dem Mausoleum des ersten chinesischen Kaisers. Diese Figuren sind nach einer längeren Tournee durch Deutschland erstmals in Österreich zu sehen.
Ich selbst hatte die Ausstellung schon mal in Mannheim gesehen und wollte mir nun meine Erinnerungen auffrischen. Die Terrakotta Armee gilt ja für viele als das achte Weltwunder. Zumindest ist sie seit 1987 Bestandteil des UNESCO Welterbes.
Im ersten Teil der Ausstellung wird die Geschichte des ersten Kaisers China erklärt. Dieser hatte nicht nur die Idee alle Fürstentümer der näheren Umgebung unter seinem Schwer t zu einen. Nein, er wollte auch noch nach seinem Tod mit einer Armee weiterherrschen. Zu diesem Zweck ließ er eine aus Ton anfertigen und neben seinem eigentlichen Grabmal aufstellen.
Wie man sich das genau vorstellen muss, wurde dann Im nächsten Teil der Ausstellung an Hand eines Modells im Maßstab 1:10 gezeigt. Laut einem Film im Kino neben dem Museumsshop wurde während der ganzen Regierungszeit des Kaisers daran gebaut. Das erscheint mir ganz schön vertrauensvoll von diesem Kaiser. Man muss schon sehr an seine Sache glauben, um soviel Zeit und Geld in die Angelegenheit zu investieren.
In einem Nebenraum werden übrigens Schaufensterpuppen mit rekonstruierten Kleidern gezeigt. Das hatte ich in Mannheim noch nicht gesehen und war für mich die eigentliche Überraschung in dieser Ausstellung. Die Kleider wurden nicht nur genau beschrieben, sondern es gab auch Hinweise, auf welcher Basis (Textilfunde, Zeichnungen, Verzierungen der Figuren) sie rekonstruiert wurden.
Das zentrale Element der Ausstellung ist aber zweifellos eine Rekonstruktion eines Teilbereichs der Anlage mit einer Reihe von grimmig blickenden Soldaten in Originalgröße. Von einem erhöhten Podest sieht man die Tonkrieger in Reih und Glied stehen. Angeblich sieht keine Figur gänzlich gleich wie die andere aus. Dieser Meinung schließe ich mich nicht an.
Zumindest links vorne habe ich zwei Zwillinge entdeckt. Aber da die Figuren in Handarbeit gefertigt wurden, wird es wahrscheinlich tatsächlich keine exakte Übereinstimmungen zwischen zwei Figuren geben. Es handelt sich bei den ausgestellten Statuen übrigens nicht um Originale.
Das hätte mich auch gewundert, da diese Tonfiguren ja sehr empfindlich sind. In den ersten Jahren nach Beginn der Ausgrabung hatte man ja sogar noch das Problem, das sie nach dem Freilegen ihre Farbe verloren. Die Ausstellungsleitung beschreibt aber, dass alle gezeigten Figuren nach originalen Methoden hergestellt wurden.
Während ich auf diese Figuren starrte, begann eine Licht- und Tonshow. Diese sollte man sich keinesfalls entgehen lassen, da dabei interessante zusätzliche Informationen vermittelt werden. So werden die einzelnen Truppenteile erklärt und auch Hinweise gegeben, wie man unter den ganzen tönernen Figuren einen Offizier erkennt.
Den letzten Teil der Ausstellung bildete ein Museumsshop, wo man neben Schmuck auch Figuren in verschiedenen Größen kaufen kann. Auch diese sollen von Hand gefertigt worden sein. Ihr Preis beträgt bis zu Euro 3.000,-- Ich sage mal so, die Gestaltung des eigenen Gartens mit deutschen Gartenzwergen kommt wahrscheinlich billiger.
In einem Buch zu Euro 5,-- blätterte ich ein wenig. Es beschrieb den Weg vom der Idee bis zur Realisierung der Ausstellung mit all den auftretenden Problemen. Das erschien mir eine recht gute Ergänzung zur Ausstellung zu sein. Denn so versteht man besser, was eigentlich da vor einem steht.
Wer bisher nur vage Vorstellungen von der Terrakotta Armee hatte, wird in dieser Ausstellung gut aufgeklärt. Man muss sich aber im Klaren darüber sein, dass es Nachbildungen sind und die gewaltige Größe der Anlage innerhalb des Künstlerhauses nicht nachgestellt werden konnte. Eine interessante Übung zum genauen Studieren der Unterschiede zwischen all den Figuren ist es aber allemal....
Weitere Reisenotizen und Links
Webseite der
Ausstellung
Ausstellung 'Gold und Jade'
in Leoben