Als Grazer erreiche ich Wien in der Regel über den Südbahnhof. Ein Grund mehr einmal über diesen geschichtsträchtigen Bahnhof zu schreiben.
Geschichtsträchtig deshalb, weil er einmal der Ausgangsbahnhof zur Südbahn war, die vor 150 Jahren die Metropole Wien mit der Hafenstadt Triest verband.
Leider ist der Wiener Südbahnhof ein Kopfbahnhof. Das erschwert das Reisen, wenn man zum Beispiel weiter nach St. Pölten möchte. Der neue Zentralbahnhof soll Abhilfe schaffen.
Der Wiener Südbahnhof ist eigentlich ein Doppelbahnhof, liegt er doch mit dem Ostbahnhof Kopf an Kopf beieinander. Umsteigen zwischen diesen beiden Bahnhöfen ist also kein Problem.
Die Lage innerhalb Wiens wurde früher mal mit folgendem Spruch beschrieben: 'Vom Südbahnhof nach Triest geht es recht schnell, aber bis man mal auf dem Südbahnhof ist, das dauert'
Inzwischen dauert es aber nicht mehr so lang, den Südbahnhof bzw. die Stadt zu erreichen. Mit der Straßenbahnlinie D fahre ich immer rasch direkt in das Herz der Stadt zum Heldenplatz und seinen Museen ringsum.
Mit der 18 fahre ich etwas seltener zum Westbahnhof, da ich für dieses Ziel lieber die U6 von Wien Meidling nutze. Aber die O brachte mich schon öfters zu interessanten Ausstellungen im Kunsthaus.
Eine Kuriosität war für mich immer die Anbindung der U-Bahn. Diese ist nicht über die Bahnhofshalle erreichbar, sondern befindet sich genau am anderen Ende der Bahnsteige am Südtirolerplatz.
Parken musste ich am Südbahnhof nie, ein Parkhaus stünde dafür aber gleich neben dem Bahnhof. Dafür nutze ich öfters die Taxis, die sich auf zwei Seiten des Bahnhofs reihen.
Sehr oft aber gehe ich zu Fuß vom Südbahnhof in die Stadt. Ich nutzte dafür einen Weg durch den Botanischen Garten oder durch die Gärten von Schloss Belvedere, gleich neben dem Bahnhof.
Oder ich spaziere durch den Schweizergarten rüber zum Arsenal, um mir eine Ausstellung im Heeresgeschichtliche Museum anzusehen. Es gibt rundherum Sehenswertes.
Von den nahen Hotels nutze ich in meinen ersten Jahren vor allem das Kongress am Wiedener Gürtel, wo ich es einmal schaffte, ein Bett zusammenkrachen zu lassen (und ich war alleine im Bett!)
Später probierte ich auch mal das Prinz Eugen, welches vor allem in der Lobby recht alt wirkte, wenn man es mal mit einer äußeren Fassade verglich.
Essen gehe ich am Südbahnhof eher selten, es gibt ohnehin nur ein Restaurant, dessen Speisekarte ich schnell auswendig kannte. Allerdings nutze ich gerne seine Terrasse um mit Blick auf das Belvedere meine Eindrücke von Wien zu notieren.
Für Reisende mit entsprechenden Karten verfügt der Bahnhof auch über eine Lounge, ähnlich wie am Westbahnhof. Wobei ich die am Südbahnhof einfach gemütlicher finde.
All das wird sich aber ändern, wenn der Wiener Südbahnhof abgerissen und durch den Wiener Zentralbahnhof ersetzt wurde. Dann werde ich wohl über diesen schreiben. Wenn ich bis dahin nicht zu alt dafür bin...
Weitere Reisenotizen und Links
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