Das Buch beschäftigt sich auf 319 Seiten mit den Bahnen zwischen Ortler und Isonzo in den Jahren des Ersten Weltkrieges. Sehr detaillierten Angaben über eingesetztes Material sind zahlreiche Fotos und Skizzen angefügt.

Als begeisterter Reisender mit der Bahn und gerade auf den Spuren meines Großvaters im ersten Weltkrieg unterwegs war es für mich eine logische Schnittmenge, mir auch ein Buch über die Bahnen im Ersten Weltkrieg zu besorgen.

Ich wählte dazu ein Werk von Walther Schaumann. Es wirkte auf den ersten Blick sehr umfassend und versprach mir einiges über das militärische Eisenbahnwesen zu verraten. Wie es sich aber bald heraus stellen sollte, war es nicht leicht lesbar.

Daran war aber nicht etwa ein schlechter Sprachstil oder eine zu kleine Schrift schuld. Vielmehr war der Inhalt des Buches sehr umfassend angelegt. Da wurden Leistungsdaten von Lokomotiven genau so angeführt wie Längen von Brücken. Auf Skizzen von Streckensituationen folgten Gleispläne von bestimmten Bahnhöfen.

Kuriose Bilder von mit Holz beladenen Feldbahnwagen, die ohne Lokomotive bergab fahren wechseln sich mit grausigen Foto von zerstörten Zügen und Landschaften ab. Züge waren in jenen Zeiten entscheidend für das Gelingen von Offensiven wie ich in einem anderen Buch erfuhr (Der Löwe vom Isonzo).

Züge die über eine Vielzahl von Brücken fuhren, die natürlich auch in diesem Buch mit Fotos und Text beschrieben werden. Neugierig suchte ich nach der eleganten Brücke von Solkan, die ich auf meiner Reise auch persönlich sehen würde. Das war aber gar nicht so einfach, da das Buch kein Orts- oder Stichwortverzeichnis hatte.

Dafür ein Ortsnamenverzeichnis der besonderen Art, dass mir half die im Buch verwendeten deutschen Ortsnamen in die heute üblichen italienischen und slowenischen Bezeichnungen zu übertragen.

Strukturiert war das Buch interessanterweise sowohl nach Material, als auch Region und Zeitraum. Die ersten Kapitel waren der Organisation und der Ausrüstung des militärischen Eisenbahnwesens gewidmet.

Dann folgten Beschreibungen der verschiedenen Bahnen zwischen dem Ortler und dem Isonzo, fein säuberlich getrennt in so regionale Bezüge wie die Valsuganabahn, die Grödnerbahn oder die Kanaltalbahn. Alles Begriffe, die man als Reisender einer Landschaft zuordnen kann und wo man nun nachschlagen kann, wie es dort damals eisenbahntechnisch ausgesehen hat.

In den nächsten Kapiteln wandelt sich die Struktur zunehmend in Richtung zeitlicher Abschnitte. Spezielle Vorkehrungen bei den Bahnen im Rahmen bestimmter Offensiven werden beschrieben. Besonders interessant die Beschreibung jener Maßnahmen, mit denen man versuchte nach der zwölften Isonzoschlacht den eroberten italienischen Raum eisenbahntechnisch zu überbrücken.

Für all jene die etwas über die Kapitel Eisenbahn und Krieg zwischen Italien und Österreich-Ungarn erfahren wollen ist das Buch sicher sehr empfehlenswert. Es ist voller Details und Abbildungen, die sicher der eine oder andere Interessierte zum Abrunden seiner eigenen Recherchen nutzen kann.

Für die Bildung eines groben Überblicks über die damaligen Geschehnisse ist es fast zu umfangreich, zu oft muss man beim Lesen all diese Liste von Gütern, Strecken und Materialkonsum ausklammern. Aber hier hat man zumindest die Alternative sich nur mal mit den zahlreichen Fotos auseinander zu setzen, die mehr als deutlich zeigen, um was es damals im Eisenbahnwesen ging.

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Die Bahnen zwischen Ortler und Isonzo 1914-1918
Walther Schaumann
Bohmann Verlag
ISBN 3-7002-0726-3

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Isonzotal in Slowenien
1 Isonzotal

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