Das Buch beschäftigt sich auf 159 Seiten mit dem Leben und Wirken von Freiherr Svetozar Boroëvić von Bojna (1856-1920), der sich vor allem in den zwölf Isonzoschlachten zwischen Italien und Österreich-Ungarn einen Namen machte.
Anlässlich eine Reise durch das Isonzotal versorgte ich mich mit einigen Büchern, die sich mit den historischen Ereignissen in diesem Tal beschäftigten. Darunter auch ein Buch über einen Feldmarschall der österreichisch-ungarischen Armee, der bei in diesem Tal stattgefundenen Schlachten berühmt wurde.
Unmittelbarer Anlass für die Fahrt durch dieses Tal und für mein Interesse an diesen Schlachten war mein Großvater, der in jenen Jahren genau hier in der österreichisch-ungarischen Armee diente. Mit hoher Wahrscheinlichkeit in jenen Truppen, die von Feldmarschall Svetozar Boroëvić von Bojna befehligt wurden.
Das Buch beschrieb mir das Leben und Wirken des Feldmarschalls in 23 Kapiteln, die sich von seiner Jugend über die ganze Einsatzdauer im ersten Weltkrieg bis zu seinen kargen Pensionsjahre in der Nachkriegszeit hinzogen. Ergänzt wurde das Buch um zahlreiche Fotos, die den Feldmarschall, andere Persönlichkeiten und Schauplätze zeigten.
Die Beschreibungen seines Wirkens lasen sich flüssig und gaben mir in kurzen Absätzen ein Bild von gleich mehreren Schlachten des Ersten Weltkrieges. So war der Feldmarschall zunächst an der Ostfront eingesetzt. Seine Beteiligung rund um die Schlachten von Komaróv, Lemberg und Przemyśl werden in eigenen Kapiteln geschildert.
Bei den zwölf Schlachten am Isonzo werden vor allem die drei letzten Schlachten thematisiert. Die Ereignisse sind eher im Überblick beschrieben, Details über den Schrecken den Krieges fand ich nur wenige vor.
Dafür waren dann die Zeilen über die Schlachten am Piave und der anschließende Rückzug umso informativer. Wurden hier sehr anschaulich die Probleme geschildert, die die österreichisch-ungarische Armee zu diesem Zeitpunkt schon hatten. Gerade diese Kapitel empfand ich als sehr interessant, halfen sie mir doch die darauf folgende Niederlage besser zu verstehen.
Wenn auch sonst Details über den Zustand der Truppen in dem Buch eher selten beschrieben wurden, beeindruckten mich bei der Beschreibung zu der letzten Offensive der österreichisch-ungarischen Armee am Piave vor allem die Zeilen über den Hunger in der Truppe und in der Bevölkerung. Ein Hunger der die Offensive zu einem Vabanque Spiel werden ließ.
Insgesamt empfand ich das Buch als sehr leicht lesbar, man erfuhr einiges über Boroëvić selbst, aber auch vieles über die Stärken und Schwächen der österreichisch-ungarischen Armee in jenen Jahren zwischen 1914 - 1918
Der Löwe vom Isonzo
Ernest Bauer
Styria Verlag
ISBN 3-222-11650-4