Im November 2007 machte ich mich auf die Reise, um in der Nähe von Triest Olivenhaine zu besuchen. Um nicht ganz unvorbereitet zu sein, besorgte ich mir ein Buch über die Kulturgeschichte der Oliven.

Ich wählte ein Buch von Mort Rosenblum, welches mir vor allem durch den Klappentext interessant erschien. Denn der Autor hatte ursprünglich genau so viel Ahnung von Oliven, wie ich selber. Nicht wirklich viel.

Erst als er ein Grundstück in der Provence erwarb und damit Besitzer von zweihundert Olivenbäume wurde, begann er sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Und schrieb als ehemaliger Chefredakteur der International Herald Tribune gleich ein Buch darüber.

Und so blätterte ich nun in seinem Werk, wo er anschaulich von der ersten bis zur letzten Seite beschrieb, wie er sich durch Reisen zu den Olivenhainen und Händlern der Welt Wissen über die edle Frucht der Olive aneignete.

Und er erlebte viel. Er arbeitete auf Olivenhainen in Palästina mit, besuchte Händler in den USA, ließ sich von Olivenbauern auf den griechischen Inseln einladen, spazierte entlang der Verkaufsstände für Oliven in Marokko und besuchte Olivenmühlen in all diesen Gegenden.

Dabei las sich vieles für mich sehr leicht und locker, manchmal wie ein Reisebericht wo auch das eine oder andere Detail der Landschaft nicht fehlen durfte. Die entscheidenden Informationen über die Oliven blieben aber oft verborgen im Text.

Also kein strukturiertes Sachbuch oder Handlexikon, sonder ganz einfach eine Reiseerzählung auf den Spuren der Oliven. Manchmal wurde es sogar spannend, wenn er über die Verbindungen zwischen der Mafia und dem Olivenhandel recherchierte.

Manchmal wurde es auch etwas ärgerlich, wenn er auf die Spuren von Betrug in Zusammenhang von Förderungen stieß. Aber wo Licht ist, ist bekanntlich auch viel Schatten.

Zwischen den einzelnen Kapiteln, die im Wesentlichen einzelne Reisen sind, fand ich ausführliche Rezepte in Zusammenhang mit der Olive vor. All diese Rezepte waren personalisiert, sprich, sie wurden als die Lieblingsrezepte bekannter Personen dargestellt.

Wegen meiner eigenen Reisen hatte ich aber nicht vor, sie auch nach zu kochen. Aber bereits nach wenigen Tagen hatte mich die schmackhafte Aufbereitung des Themas dazu verleitet, während des Lesens ein wenig Olivenöl auf ein Weißbrot zu träufeln und genussvoll zu verspeisen.

So genährt widmete ich mich den weiteren Kapiteln des Buches. Konnte feststellen, dass der Autor viele Zitate im Zusammenhang mit der Olive zusammen getragen hatte, einige davon aus der klassischen Weltliteratur, andere aber auch aus der Bibel und dem Koran.

Gegen Ende des Buches hatte ich nicht nur einen guten Überblick über die Kulturgeschichte der Olive erhalten, sondern wusste auch mehr über die Heiligkeit der Bäume, deren Robustheit und über die verschiedensten Pflege- und Erntemethoden.

Und endlich wusste ich auch, warum wir allen von Olivenhain sprechen, obwohl der Ausdruck Plantage genau so gut passen würde. Aber der zähe Olivenbaum mit seinen Nutzen spendenden Früchten war in der Antike zu Recht ein heiliger Baum. Und so etwas steht nicht einfach in Plantagen rum...

Zurück nach oben

Oliven - Kulturgeschichte einer göttlichen Frucht
Mort Rosenblum
Kabel Verlag
ISBN 3-8225-0462-9

Neue Seite

© Impressum

 

Olivenhain bei Triest
1 Olivenhain bei Triest

Mehr Reisenotizen über
Literatur