Nachdem ich schon in vielen Reisenführern von den großen Schnitzeln beim Figlmüller gelesen hatte, beschloss ich meinen heutigen Mittagshunger dort zu stillen.
Es gibt zwei Restaurants mit diesem Namen. Beide befinden sich in der Wiener Innenstadt. Jenes Restaurant, das bereits 1905 eröffnet wurde, befindet sich in der Wollzeile 5. Ein neueres Restaurant mit dem selben Besitzer liegt gleich um die Ecke in der Bäckerstraße 6.
Die Wiener Schnitzel sollen aber in beiden Restaurants die gleichen sein. Und damit ist das Wesentliche schon erwähnt: Das Restaurant Figlmüller ist für seine Wiener Schnitzel bekannt.
Diese werden extrem flach geklopft, so das sie schon fast die Größe einer kleinen Pizza haben. Angeblich verfeinert das den Geschmack.
Mir persönlich hat das mir gebrachte Exemplar gut geschmeckt, obwohl es etwas ungewöhnlich war, von einem fast scheibenförmigen Schnitzel ein Stück zu schneiden.
Da man über Geschmack bekanntlich streiten kann, würde ich sagen: Wer dünne Schnitzel mag, wird sich hier wohl fühlen. Weil hier werden sie wirklich sehr dünn gemacht. Und weil hier fast jeder Figlmüller Schnitzel bestellt gehe ich davon aus, dass sie auch frisch zubereitet sind.
Das Restaurant selbst, ich hatte das neuere in der Bäckerstraße gewählt, war angenehm. Es wirkte nicht wie ein besonders gehobenes Restaurant, aber auch nicht wie ein gewöhnliches Gasthaus. Eher was in der Mitte drin.
Es schien mindestens 3 Stockwerke für die Gäste zu geben, das Erdgeschoss, ein Kellergeschoss und ein erster Stock. Die Tische standen oft übers Eck zueinander und auch in den Nischen zu den Straßenfenstern gab es kleine Tische.
Kurios fand ich die Sitzbänke, die sich in meinem Bereich des Lokals befanden. Sie waren längs des Sitzbretts nach innen gewölbt. Das ermöglichte ein angenehmes Sitzen, man rutschte förmlich in die ideale Sitzposition hinein.
Durch die verschiedenartige Anordnung der Tische, durch die Nischen und auch durch die Bänke wirkte alles heimelig, jeder Tisch hatte ein wenig Intimsphäre für sich, auch wenn man knapp beieinander saß.
Das Publikum schien mir zumindest während meines Besuchs hauptsächlich aus Touristen zu bestehen. Jedenfalls hörte ich viele verschiedene Sprachen an den Tischen. Die Tipps in den Reiseführern scheinen ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben.
Die Bedienung war aufgeweckt und rasch. Beim Bezahlen hatte ich mit einem von ihnen noch ein nettes Gespräch darüber, was man denn für einen Wein zum Schnitzel trinken würde.
Ich wollte nämlich beim nächsten Mal das ältere Restaurant aus dem Jahre 1905 besuchen. Dieses bietet aber kein Bier an. So fühlte ich schon mal vor, was man da ersatzweise trinken könnte.
Mit Weintipps versorgt und um einen gefühlten Kilo schwerer verließ ich das Restaurant Figlmüller und begab mich auf dem Weg zum Stephansdom.
Weitere Reisenotizen und Links
Webseite des Restaurants