Im Februar 2008 sah ich mir im Wiener Hofmobiliendepot eine Ausstellung über Grace Kelly an. Rund 100 Fotos zeichneten den Lebensweg der Filmschauspielerin und Fürstin nach.
Das Hofmobiliendepot war mir bereits durch andere Ausstellungen bekannt, die sich aber mehr mit Möbeln und Design beschäftigten. Um so überraschter war ich nun von der Möglichkeit, etwas über Grace Kelly erfahren zu können.
Während meiner Jugend war ich ja ein kleiner Fan von Grace Kelly gewesen, was zunächst hauptsächlich an meiner Leidenschaft für Krimis von Alfred Hitchcock lag. Spielte sie doch gleich in drei Filmen des großen Meisters mit.
In der Ausstellung hatte ich nun Gelegenheit den Lebensweg meines Stars von damals an Hand von etwas mehr als 100 Fotografien zu verfolgen.
Zu diesem Zweck betrat ich nun den Sonderausstellungsbereich des Hofmobiliendepots, an dessen Eingag ich mit einer überlebensgroßen Foto der Schauspielerin begrüßt wurde.
Ein Foto, worauf sie in der damals bevorzugten Art und Weise dargestellt wurde. Ganz Lady, ganz kühl und doch Top erotisch. Ob eine andere Form der Abbildung überhaupt denkbar gewesen wäre, sollte ich dann bald erfahren.
Die ersten Fotos stammten aus ihrer Jugendzeit und waren nun nicht weiter interessant für mich. Schon ganz anders war das bei einigen Fotos, die in der Karibik geschossen wurde oder wo sie für Werbefotos abgelichtet wurde.
Bei den Fotos aus jener Zeit fiel mir besonders das Rot ihrer Lippen auf. Die waren in einem so intensiven Rot geschminkt, dass wohl jede rote Ampel vor Neid grün werden musste.
Aber es gab auch Schwarz-Weiß-Fotos, wo sich solche Gedanken zwangsläufig nicht ergaben. Unter anderem Schnappschüsse, wo sie sich gerade bei Dreharbeiten befand. Darunter auch ulkige Szenen, wo etwa der behäbige Hitchcock der grazilen Grace Tee anzubieten scheint.
Dass sie auch nur ein Mensch ist, zeigte mir dann ein Foto von einem Lunch, wo sie ausgerechnet während des Abdrückens hinter den Armen zweier Kellner zu verschwinden schien, die an ihr vorbei die Teller am Tisch auffüllten.
Da hatte sie wenig unberührbares an sich, da war sie sichtlich berührt. Während ich die kurzen Kommentare zu den Fotos durchlas, musste ich ein wenig darüber nachdenken, warum ausgerechnet sie zur 'Lady' der Filmszene avancierte.
Vielleicht waren ihre schlanken Linien, die automatisch den Blick zu ihrem Gesicht leiteten, während ja bei den anderen Filmdiven der Männerblick wegen deren anders gearteten Kurven meist auf Brusthöhe hängenblieb? Vielleicht, vielleicht auch nicht.
Die Erklärungen zu den Fotos boten aber einige interessante Neuigkeiten für mich. Zum Beispiel war ihr Hochzeitskleid von MGM gesponsert worden und die Premiere des Filmes "Der Schwan" wurde extra in die Nähe ihres Hochzeitstermins verschoben.
Das traf sich gut, denn in diesem Film spielte sie ja eine Prinzessin, die am Ende des Filmes in den Hafen der Ehe trudelte. Also ganz die märchenhafte Story, zu der sich ihr Leben entwickelt hatte.
Interessant auch die Geschichte der Kelly Bag. Eine Handtasche, die sie auf einem ihrer Fotos trug (Foto war in der Ausstellung zu sehen) und die dadurch zur Mode des Jahres wurde.
Mit ihrer Hochzeit musste sie leider ihre Filmkarriere beenden, was sich jetzt auch auf die Fotos in der Ausstellung auswirkte. Den Modefotos und Setaufnahmen folgten nun fürstliche Portraits und Aufnahmen im Kreis der monegassischen Familie.
Diese Aufnahmen reizten mich nicht so sehr. Aber zum Abschluss der Ausstellung gab es dann doch noch einen fotografischen Höhepunkt zu sehen.
Der berühmte Fotograf Milton Greene hatte anlässlich eines Fototermins für die Zeitschrift 'Look' den Filmstar Grace Kelly im weißen Kleid fotografiert. Dieses Foto war auch zu sehen und natürlich wieder eines der üblichen. Schön aber unnahbar.
Nach diesem offiziellen Fototermin hatte er noch ein paar weitere Fotos gemacht, die für die Ausstellung vom Sohn des Fotografen zur Verfügung gestellt und so öffentlich wurden.
Diese Fotos zeigten eine andere Grace. In normalen Hosen und in der Lederjacke des Fotografen gehüllt posierte sie an und auf einem alten Klavier und wirkte da wie eine gute Freundin und Sportkumpanin.
Also genau so, wie ich sie auch gerne mal kennen gelernt hätte. Aber ging ja nicht. Sie musste ja diesen Fürst heiraten, bevor wir uns das erste Mal treffen konnten...
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