Während meiner Besichtung des Klagenfurter Bergbaumuseums im Juni 2008 besuchte ich auch eine Sonderausstellung über die Luftangriffe auf Klagenfurt.

Die Ausstellung wurde in der Felsenhalle gezeigt, die während des 2. Weltkrieges als Befehlsstelle der Gaueinsatzstabes vorgesehen war. Also an einem sehr passenden Ort zu diesem Thema.

Im Jahr 1942 hatte man auch in Klagenfurt begonnen Luftschutzbunker für die Klagenfurter Bevölkerung einzurichten. Dazu bot sich auch der Steinbruch am Kreuzbergl an.

Geplant waren der Bau von Schutzeinrichtungen für die Bevölkerung für ein Lazarett und für den Gaueinsatzstab. Fertig gestellt wurde die Anlage aber nicht. Was die Stadt im Laufe der Luftangriffe erleiden musste, erfuhr ich nun im Halbdunkel dieser Anlagen.

Die Ausstellung begann mit einer eher gemütlichen Sitzecke, wo man unter den Bilder von Hitler und den Staatsmännern der vier alliierten Staaten den Berichten von Zeitzeugen zuhören konnte.

Deren Vorträge waren recht lange und gingen sehr ins Detail. In einer ähnlich gelagerten Ausstellung über den Luftschutz in Wien waren leider gerade die Zeitzeugen sehr kurz gehalten.

Eindrucksvoll waren auch eine Reihe von Schautafeln, die die Geschichte Klagenfurts von der Zeit des Anschlusses 1938 bis zu den ersten Handlungen der britischen Besatzung darstellten.

Standen am Anfang viele Fotos von historisch wirkenden Gebäuden der Klagenfurter Innenstadt, des Bahnhofes und der Industriebauten, fand ich am Ende nur noch Fotos von Ruinen vor.

Dazwischen herrschte der Luftkrieg. Jeder einzelne Luftangriff auf die Stadt wurde mit Datum und Verlauf erläutert, auf Karten konnte ich die Schwerpunkte der Angriffe erkennen.

Neben übersichtlichen Karten der Gegenwart wurde unter anderem auch ein Stadtplan gezeigt, an Hand dessen die Angreifer ihre Bombardements flogen und oft auch ihre Ziele verfehlten.

Die Schäden wurden in der Ausstellung recht ausführlich geschildert, beiliegende Dokumente zeigten auch, welche Papierflut solche Angriffe auslösten.

So gab es einige Formulare für das Melden von Schäden am Tierbestand, oder Polizeidienststellen schrieben auf den damals üblichen Schreibmaschinen Schadensmeldungen an die Führung.

Für mich interessant auch ein Schriftverkehr, wo Dienststellen so Aufgabenstellungen wie Identifizierung und Beerdigung von gefallenen Bomberbesatzungen regelten.

Auch im totalen Krieg schien der Schriftverkehr seine Ordnung gehabt zu haben. Ein Schriftverkehr, der sich nach der Kapitulation fortsetzte, nur dann zum Teil auf Englisch.

Bücher voller Listen über Beschlagnahmungen oder Schriftverkehr über Entschädigungsansuchen in Zusammenhang mit Bombenschäden bewiesen mir das.

Wo überall Bomben die Stadt getroffen hatten, zeigte mir eine große Luftaufnahme der Stadt, wo jeder Treffer mit einem roten Punkt markiert war.

Ein Plan, der heute noch große Bedeutung bei Bauvorhaben hat, da man auf ihn Risiken in Zusammenhang mit Blindgängern ablesen kann.

Zwei dieser Blindgänger lagen auch in der Ausstellung um deren Größe zu dokumentieren. Ansonsten wurde nicht viel Kriegsgerät gezeigt, der Schwerpunkt lag eindeutig auf Fotos und Dokumente und deren Erläuterung.

Von den über Klagenfurt eingesetzten Flugzeugen der Alliierten wurden kleine Modelle gezeigt, wobei die viermotorigen Bomber auch bei einem Maßstab 1:72 noch riesig wirkten.

Aufschlussreich fand ich noch zwei Modelle der Luftschutzanlagen im Kreuzbergl. Auf diesen Modellen konnte ich gut erkennen, wie die einzelnen Funktionen der Anlagen zueinander lagen und welchen Platzbedarf sie einnahmen.

So lagen die Räume für die Zivilpersonen durchaus Mauer an Mauer mit den Räumen der Militärdienststellen, auch wenn sie getrennte Ein- und Ausgänge hatten.

Das Einzige was mich an dieser doch sehr informativen Ausstellung irritierte war die Hintergrundmusik. Hier wurde Marschmusik gespielt, die recht pathetisch wirkte.

Vielleicht wäre aber angesichts der dokumentierten Zerstörungen und Opferzahlen hier eine nachdenklichere Musik angebracht gewesen.

Mit diesen Gedanken verließ ich die Ausstellung in Richtung des restlichen Stollensystems, wo mich Informationen über den Bergbau in Kärnten erwarteten...

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