Im Juli 2008 verschönte ich einen meiner Ausflüge zu Österreichs Sehenswürdigkeiten mit einem Buch des amüsanten Reiseautors Manfred Schmidt.
Wobei Manfred Schmidt Wert darauf gelegt haben soll, dass er gar nicht humoristisch schreibe. Er halte lediglich fest, so meinte er, was man auf Reisen alles amüsantes erleben könne.
Egal. Ich persönlich kannte ihn ja schon von Jugend auf. Zwar nicht persönlich, dafür aber aus der Zeitung. War er doch der Schöpfer der Figur Nick Knatterton, deren Abenteuer ich Tag für Tag verfolgte.
Nick Knatterton war damals eine Comicreihe mit sehr lustigen Zeichnungen. Lustigen Zeichnungen, die auch jetzt in dem mir vorliegenden Buch zu finden waren.
In dem Buch ging es um die Reiseerlebnisse des Autors, wobei sich Manfred Schmidt auf die humorvolle Seite des Reisens und der Welt beschränkte.
Aber auch er verzichtete nicht, bei gängigen Klischees den Finger auf die Wunde zu legen. Zum Beispiel rätselte er in der Schweiz warum alle den Vater Wilhelm Tell bewundern, jedoch nicht seinen Sohn, der ja viel gefährlicher lebte.
Ansonsten kritisierte er nur die üblichen Schwächen der besseren Gesellschaft. So harte Kritik wie bei Peter Ustinovs 'Die endlose Reise' suchte ich bei Manfred Schmidt vergeblich.
Aber das Buch sollte wohl auch nur unterhalten. Gleich in der ersten Geschichte macht übrigens Schmidt auf seinen Reisen in meiner Heimatstadt Graz Halt und erlebt so einiges am Hauptbahnhof.
Hier wurde mir auch die Bedeutung des Buchtitels offenbart. Manfred Schmidt bezog sich damit auf das Rotel, eine Art Hotel auf Rädern, oder besser gesagt, ein Bus mit Schlafkabinen.
Mit diesem speziellen Rotel hatte er Graz besucht, die anderen Städte erreichte er aber wohl auf normalem Weg. So durchfuhr er Länder wie Italien, Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Ungarn, Schweden und natürlich Deutschland.
Dabei besuchte er merkwürdige Treffen von UFO-Experten genauso wie einen Kongress, dessen Teilnehmer aus lauter Nachfahren des berühmten Frauenhelden Casanova bestanden.
In beiden Fällen wusste er unglaubliches zu berichten. Manfred Schmidt scheint es irgendwie geschafft zu haben, immer wieder auf die kuriosen Seiten unserer Erde zu stoßen.
Dabei denke ich zum Beispiel auch an jene Zeilen über seine Fahrt mit einem gelben Rolls-Royce. Mit keinem gewöhnlichen Gefährt, sondern mit einem Filmstar!
Denn genau jenes Exemplar spielte die Hauptrolle in dem Episodenfilm 'Der gelbe Rolly-Royce' (GB 1964) mit Rex Harrison und Shirley MacLaine als weitere Mitspieler.
Ich musste bei der Lektüre seiner Zeilen jedenfalls öfters herzlich lachen und fühlte mich darin bestätigt, dass man auch mit lustigen Reiseerlebnissen ein Buch füllen kann....
Das schnellste Hotel der Welt
Manfred Schmidt
Rowohlt Taschenbuchverlag
ISBN 3-499-15785-34