Im August 2008 besuchte ich mit einer Gruppe das Besucherbergwerk Gössner in Annaberg-Buchholz.
Dieses Besucherbergwerk lag direkt unter dem Erzgebirgsmuseum. Für den Einstieg, Verzeihung es müsste natürlich Einfahrt heißen, mussten wir uns mit Helmen und einer Pelerine ausrüsten.
Was ich an solchen Bekleidungen immer dumm finde: Selbst erwischt man grundsätzlich nicht die richtige Größe, während der Mann nebenan in seiner Pelerine wie der Berghauptmann persönlich aussieht.
Das Bergwerk unterschied sich deutlich von meiner letzten Bergwerkserfahrung in Kuttenberg. War es damals ein Stollen, wo wir das Licht selbst mitführten, war es nun ein Stollen mit Beleuchtung.
Feucht und niedrig war es aber dort wie da. Schon noch kurzer Zeit machten einige deutlich wahrnehmbare 'donk' darauf aufmerksam, dass wir unsere Helme nicht umsonst trugen.
An einer Stelle hatten sich Stalaktiten gebildet, obwohl keine natürliche Beschaffenheit für solche Phänomene vorhanden waren. Aber des Rätsels Lösung: Über uns befand sich die Sparkasse, deren Beton langsam nach unten sickerte.
Leider hatten wir nicht die Zeit zu warten, ob auch der Tresor der Sparkasse nach unten sickern würde. Dafür erfuhren wir einige andere interessante Details.
Zum Beispiel woher der Ausdruck 'sich verhaspeln' kommt. Konkret kommt er von der Haspel, mit der man früher durch aufwickeln des Seils die Lasten nach oben hob. Verhaspelte man sich dabei war das für die Last, die auch aus nicht besonders gut.
Der Rückmarsch an die Oberfläche erfolgte dann über Stufen, die direkt neben den alten Leitern verlief. So konnten wir einen Eindruck gewinnen, wie die alten Bergleute nach oben fuhren.
An manchen Stellen ging der Blick in die Tiefe. An anderen Stellen waren Figurinen bei der Arbeit zu sehen. Da mir ständig Wasser auf die Pelerine tropfte konnte ich mir nun gut vorstellen, wofür das Arschleder gut war.
Insgesamt ein sehr interessantes Erlebnis, wenn man bedenkt, dass wir uns die gesamte Zeit unter der Stadt Annaberg befunden haben.
Weitere Reisenotizen und Links
Webseite über das Bergwerk