Im September 2008 stieg ich mit einer Gruppe einen von vierzehn Toren geschützten Weg zur in Kärnten gelegenen Burg Hochosterwitz hinauf.
Während meiner Bahnfahrten nach Kärnten war die Burg Hochosterwitz immer ein Höhepunkt unter den entlang der Bahnstrecke sichtbaren Burgen und Schlössern.
Nun hatte ich Gelegenheit die Burg einmal persönlich zu erobern. Und erobert musste das Bauwerk tatsächlich werden. Lag sie doch auf einem 175 m hohen Dolomitfelsen und war durch 14 Tore geschützt.
Zwar hätte ich auch den jüngst errichteten Schrägaufzug nutzen können, doch dann hätte ich den sehr schönen Weg mit seinen verschiedenartigen Toren versäumt.
Diese Tore sollen auch der Grund dafür gewesen sein, dass die Burg nie erobert worden war. Nun aber standen die Tore weit offen und Tafeln erklärten mir den Namen und die Bauweise der Tore.
Konkret schritt ich also der Reihe nach durch das Fähnrichtor, dem Wächtertor, dem Nautor, dem Engelstor, dem Löwentor, dem Manntor, dem Khevenhüllertor, dem Landschaftstor, dem Reisertor, dem Waffentor, dem Mauertor, dem Brückentor, dem Kirchentor und dem Kulmertor.
All diese Tore waren verschiedenartig ausgeführt. Bei den meisten konnte ich gut erkennen, wie die Verteidigungseinrichtungen angeordnet waren und aus welcher Richtung mir die Pfeile um die Ohren fliegen würden.
Auffallend waren die zahlreichen verschiedenartigen christlichen Motiven auf den Toren. Was mir ein wenig darüber nachdenken ließ, ob diese Tore eventuell als eine Art Kreuzweg gemeint waren.
Den mit einem Kreuzweg teilten sie die Gemeinsamkeit, dass es eben 14 Stationen, sprich 14 Tore waren. Aber in der Literatur steht nur, das es Verteidigungsanlagen wären. Also gut.
Oben endlich angelangt nahm ich an einer Führung durch das Burgmuseum teil. Hier faszinierte mich vor allem die Figurine eines legendären Burghauptmanns, der mehr als zwei Meter groß war.
Nach dem Rückmarsch durch alle vierzehn Tore endete mein Ausflug durch das Herz von Kärnten, das am frühen Morgen in der Wallfahrtskirche von Maria Saal begonnen hatte.
Weitere Reisenotizen und Links
Burg Hochosterwitz