Im Oktober 2009 besuchte ich neuen Flügel des Landesmuseums von Oberösterreich eine Ausstellung über einen Gürtel von Naturschutzgebieten durch Europa.
Im Jahre 1989 öffnete sich der Eiserne Vorhang. Menschen strömten begeistert über die Grenzen und bald darauf begann man die Grenzzäune nieder zu reißen.
Heute gibt es nicht mal eine Schnur, die den ehemaligen Grenzverlauf sichern würde. Dafür gibt es etwas ganz anderes: Eine Reihe von Naturschutzparks, die sich wie Perlen entlang der alten Grenzverläufe auffädeln.
Wie ist es dazu gekommen? Die stark bewachten Gebiete ließen keine weitere Nutzung durch den Menschen zu. So siedelten sich mehr und mehr Tiere und Pflanzen an.
Nach der Öffnung des Eisernen Vorhanges wollte man diese Grünstreifen nicht industrialisieren sondern die dort angesiedelte Fauna und Flora hegen und pflegen.
Was daraus geworden war sah ich nun in einer Ausstellung im neu eröffneten Flügel des Linzer Schlossmuseums. Ein neben dem alten Schloss recht fremd wirkender Flügel mit einer tollen Lösung bzgl. der Aussicht auf Linz.
Zurück zur Ausstellung. Eine große Landkarte zeigte mir den Verlauf des ehemaligen Eisernen Vorhangs und die dort eingerichteten Naturschutzgebiete.
Dieses lange Band quer durch Europa war in mehreren Zonen gegliedert, einer jener Zone war ein Abschnitt der Ausstellung gewidmet.
Die Zonen unterschieden sich vor allem durch die landschaftlichen Gegebenheiten wie überhaupt die Natur und nicht die Politik den weiteren Ausstellungsverlauf gestalteten.
So sah ich eine Reihe von Tieren und Pflanzen, die sich in diesen Gebieten und zum Teil in nur diesen Gebieten aufhalten. Neben bekannten Geiern lernte ich auch unbekanntes kennen, zum Beispiel den Alpenstrandläufer.
Interessant auch Zeichnungen von Turmhäuser (kula) in Mazedonien. Eine Mischung aus Wohnhaus und Befestigung aus einer Zeit vor dem Eisernen Vorhang.
Amüsiert war ich über die Absperrungen rund um zwei ausgestopfte Exemplare eines Renntieres und eines Elchs. Schilder warnten vor der Alarmanlage.
Falls jemand mit einem Elch auf dem Rücken durch Linz laufen sollte, müssen wir davon ausgehen, dass die Alarmanlagen versagt haben.
Der von der Ausstellung vermittelte Gedanke kam aber gut bei mir an. Naturschutzgebiete müssen überregional betrachtet werden. Und dass solche Initiativen klappen zeigten mir bereit gestellte Unterlagen am Ende der Ausstellung.
Weitere Reisenotizen und Links
Webseite der Ausstellung
European Green Belt