Im Oktober 2009 fuhr ich mit einer hundert Jahre alten Straßenbahn durch die Straßen von Salzburg ... und das ca. 100 Meter lang.

Anlässlich 100 Jahre Elektrischer Stadtverkehr in Salzburg begab ich mich in diese schöne Stadt an der Salzach um dort die Möglichkeit zu nutzen eine 100 Jahre alte Tram zu besichtigen.

Nach einem kurzen Spaziergang vom Hauptbahnhof zum Schloss Mirabell stieß ich auf die leuchtend gelbe Karosserie der 'Gelben Elektrischen', einem Fahrzeug aus dem Jahre 1909.

Das leuchtende Gelb mag wohl manche dazu verleitet haben die Tram auch die 'rasende Eierspeis' zu nennen. Eierspeis ist okay, rasend würde ich das Gefährt aber nicht nennen.

Die Strecke war leider sehr kurz. Aber irgendwie originell. Konkret wurden ca. 100 Meter Schienenweg vor dem Schloss Mirabell ausgelegt.

Auf diesen fuhren wir dann bei Bedarf - einen festen Fahrplan schien es nicht zu geben - einmal hin und wieder zurück. Das dauerte nicht lange, deshalb fuhr ich gleich 2x.

Die restliche Zeit verbrachte ich damit mir den Wagen genauer anzusehen. Es wirkte sehr klein mit nur geringem Fassungsvermögen.

Am Spannendsten fand ich die Beleuchtung, die ich als äußerst elegant bezeichnen möchte. Faszinierend auch der Klingelzug, der sich durch den ganzen Wagen erstreckte.

Was auch einen kleinen Mitfahrer zu begeistern schien. Jedenfalls versuchte er laufend diesen Klingelzug zu betätigen, allerdings ohne Erfolg.

Bei der Betrachtung des Wagens von außen fiel mir die spezielle Schreibweise der Strecke auf. Die 'Innere Stadt' wurde hier noch mit einem J ('Jinnere Stadt') am Anfang geschrieben.

Während ich auf die nächste Fahrt wartete blätterte ich in einem kleinen Heft, dass ich mir um 2 Euro gekaut hatte. Die Geschichte des Wagens Nr. 4 las sich witzig.

So wurde er nach Außerdienststellung als Büro bei den Alpenelektrowerke Kaprun verwendet und diente zeitweise sogar als Hasenstall (!) und Brennstofflager im Pinzgau.

1978 gelangte er in die Hände von Mitarbeitern der Museumstramway Mariazell, die ihn zu rekonstruieren begannen und die den Wagen auch weiterhin betreuen werden.

Nach diesem kurzen Ausblick in die Geschichte der rasenden Eierspeis beendete ich meine Fahrt und begab mich auf der Suche nach Essbarem. Irgend etwas mit Rührei würde jetzt gut passen.

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