Im Oktober 2009 besuchte ich eine Ausstellung über Charles Darwin im Naturkundemuseum von Wien und versuchte raus zu finden was es mit dem Sex auf sich hat.

Charles Darwin kennt man. Der hat ja die Evolution erfunden und auf den Galapagos Inseln die Finken gezählt. Und die Kirche hat er damit geärgert.

Weil ich es nun doch etwas genauer wissen wollte besuchte ich eine Ausstellung über sein Leben und Werk im Museum für Naturkunde in Wien.

Ein schönes Museum welches 1889 eröffnet wurde und wo man die Monarchie noch auf den Wänden spürt. In Form von kostbaren Statuen und Gemälden.

Die Monarchie gibt es nicht mehr, was auch eine Form von Evolution ist. Zurück zu Darwin. In drei Räumen wurden sein Leben, seine Theorie und die heutigen Erkenntnisse präsentiert.

Die Beschreibung seines Lebens erfolgte in einer ungewohnt humorvollen Art und Weise ganz abseits der sonst so trockenen Biographien von gelehrten Männern.

Seine Theorie wurde hervorragend erklärt, zahlreiche Beispiele ließen mich verstehen was es mit dieser Evolution auf sich hat. Geradezu bildlich konnte ich mir nun die Verwandtschaft unter den Lebewesen vorstellen.

Spannend auch die Erklärungen dazu warum völlig unterschiedliche Lebewesen nahe verwandt sein können während sich ähnelnde Tiere nur entfernt verwandt sind.

Eine Vielfalt die durch die Paarung verschiedener Individuen zustande gekommen ist. Wo wir endlich beim Sex wären. Interessant zu erfahren, dass in der Regel es die Weibchen sind, die die Partnerwahl bestimmen.

Besonders gut gefiel mir der Gedanke dass die Evolution kein Ziel kennt. Das ist gut zu wissen, denn dann brauchen wir ja in die Evolution auch nicht eingreifen.

Der dritte Teil der Ausstellung war dann schwere Kost. Dinge wie DNA wurden erklärt. Und warum jemand mit Sichelanämie nicht so leicht an Malaria erkrankt.

Einige kuriose Schaustücke lockerten es dann doch auf. Zum Beispiel die Totenmaske von Dolly, dem geklonten Schaf. Und interessante Erklärungen warum beim Veredeln von Bäumen eigentlich Klonen im Spiel ist.

Wie sich die Schädelformen der Menschen entwickelt haben zeigte mir dann ein verspiegelter Raum. Dadurch vervielfältigten sich die ausgestellten Schädel und alles wurde diffus.

Laut Ausstellungsleitung ein gewollter Effekt, weil nichts genaues weiß man nicht und vieles liegt noch im Dunkeln. Dunkel wurde es leider auch in der Ausstellung.

Der Abend war fortgeschritten und das Tageslicht fehlt mir doch sehr. So wurde das Lesen immer schwerer und ich eilte zum Ausgang der Ausstellung.

Dort kam ich noch an eine Vitrine mit ausgestopften Tieren vorbei, die seit Darwins Veröffentlichungen ausgestorben sind. Und ein Spiegel mit meinem Abbild fragt ob wir die nächsten wären...

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