Das Kitzsteinhorn aus Hundesicht

Das Kitzsteinhorn aus Hundesicht

Fast zeitgleich treffen ein Hund und ich auf der Platform auf dem Kitzsteinhorn ein. Ich bewundere die Bergwelt. Eine große Auswahl von 3000er breitet sich rund um das Kitzsteinhorn zur Ansicht aus. Der Hund bewundert auch was, sagt mir aber nicht, was. Vielleicht ist er auch nur verwundert. Was soll an einem Ort, so ganz ohne Bäume, so Besonders sein?

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Haus des Meeres in Wien

Alle Jahre wieder spaziere ich in Wien am ehemaligen Flakturm im Esterhazypark vorbei und fast magisch zieht es mich dann in das graue Gebäude hinein. Den in seinem Inneren befindet sich eine Sammlung von Terrarien und Aquarien mit Schlangen, Spinnen und Fischen, die es mir in ihrer schillernden Exotik schon immer angetan hatten.

Da nun seit einiger Zeit dieser Hochbunker aus dem zweiten Weltkrieg auch um ein Tropenhaus erweitert worden war, beschloss ich diesem wieder einmal einen Besuch abzustatten.

Ausstellung

Nachdem ich nun das Drehkreuz am Eingang durchschritten hatte, begab ich mich sogleich mit dem Aufzug in den vierten Stock. Zwar wäre es egal gewesen, in welcher Reihenfolge man die Stockwerke durchschreitet, doch im vierten Stock befand sich nun mal die Garderobe.

Um meine Jacke erleichtert marschierte ich gleich weiter in den fünften Stock, um dort die erste Besonderheit des Museums zu sehen: Spezielle Krebse, die es schon seit 450 Millionen geben soll. Und so sehen sie auch aus! Merkwürdig hässlich aber auch faszinierend bizarr.

Nach diesem Exkurs in die Vergangenheit unser Welt ging ich wieder zurück in den vierten Stock und betrat von dort die Tropenzone. Um das Jahr 2000 herum hat man die meterdicken Betonwände des Hochbunkers angebohrt und einen Art Glaskasten an den grauen Turm angebaut, so das nun auch Tiere mit Bedarf an Sonnenlicht Platz finden konnten.

Dabei hat man laut Eigendarstellung dafür gesorgt, das die Tiere wirklich tropischen Bedingungen ausgesetzt sind (um angenehm zu überleben) und wir Menschen diesen Bedingungen am eigenen Leib spüren können (um etwas zu erleben).

So machte ich in dieser feuchten Affenhitze gleich mal ein paar nette Bekanntschaften mit verschiedenen auffallend bunten Vögeln, die sich dort ähnlich wie in einer Voliere völlig ungezwungen zwitschernd über meinem Haupt unterhielten.

Unterhalten ist vielleicht schon sogar untertrieben, noch nie war ich den verschiedenen Papageiarten und bunten Vögelklassen so nahe und noch nie gellten mir deren typischen Rufe so laut in meinen Ohren. Scheinbar wissen diese Exoten, das sie alles dürfen, sogar auf den Kopf schei…. dürfen sie, am Eingang wurde extra von dieser Unsitte gewarnt.

Über eine Holztreppe spazierte ich nun ein Stockwerk tiefer wo bei ich auch weiterhin von verschiedenen Tieren beobachtet wurde, die auf den diversen Ästen und Konstruktionsteilen saßen.

Unten angekommen marschierte ich gleich mal todesmutig über eine völlig ungefährliche Hängebrücke und gelangte sozusagen auf den Boden des Tropenhauses. Dort befanden sich hinter niedrigen Glasscheiben kleine Fische und Schildkröten.

Darunter auch Schlammspringer, eine Lebensform, die zwar im Wasser lebt, sich aber für kurze Zeit auch am Land bewegen kann. Als Kind hatte ich mal von diesen Wesen gehört und mich gefragt, ob es sich um eine Tatsache oder um Anglerlatein handeln würde. Nun es war eine Tatsache, keinen halben Meter vor mir kroch so ein Schlammspringer über einen Stein.

Nach der Begegnung mit dem Schlammspringer (der allerdings erstaunlich klein war) begab ich mich wieder zurück innerhalb der Mauern des Flakturms und guckte mir die verschieden Aquarien und Terrarien an.

Die einzelnen Geschosse des Turmes, die früher mal in den Bombennächten verängstigten Bewohnern Wiens als Unterschlupf dienten, waren nun bestimmten Gegenden des Meeres und bestimmten Bewohnern gewidmet.

So gab es zum Beispiel einen Bereich für das Mittelmeer, wo über jedem Aquarium das Luftbild eines bekannten Küstenortes am Mittelmeer/Adria hing. Ich muss zugeben, ich achtete nicht nur auf die Fische sondern auch auf die Fotos selbst, wollte ich doch mal gucken ob ich bei den Luftbildern von mir bekannten Orten, die jeweiligen Plätze wieder erkennen würde, wo ich schon mal entlang geschlendert war.

Aber auch die Fische waren sehenswert. Zum Beispiel die Seepferdchen, die mich an Schachfiguren erinnerten. Oder der Kofferfisch, der ständig seine Lippen spitzte als wollte er mit mir durch die Glasscheibe flirten. Oder der Igelfisch, der mit seinen leuchtenden Augen so eigenartig aussah, als ob man ihn extra für einen Science Fiktion Comic erfunden hätte.

Besonders amüsant auch der Flughahn, der durch seine ständig sich wiederholenden Bewegungen vor der Glasscheibe und seinem ständig sich öffnenden und schließenden Maul bei mir den Eindruck erweckte, er würde sich gerade mächtig über was aufregen.

Weil ich gerade von Comics schrieb, für kleine Kinder hatte sich das Haus des Meeres was besonders einfallen lassen. Ein Großteil der Fische in dem Film „Findet Nemo“ ist auch im Haus des Meeres zu sehen. Ihre Aquarien sind mit der Aufschrift „Stars aus ‚Findet Nemo'“ versehen und auf einem Schild wird passend zur Zeichentrickfigur genau erklärt um welchen Fisch es sich wirklich handelt.

Natürlich habe ich diese Stars fotografiert, leider gaben sie keine Autogramme. Doch nun war mir nach etwas Aufregung zumute. So ging ich ein weiteres Stockwerk runter in das Reich der Schlangen und Spinnen. Nun, bei den Spinnen schien mir das Museum schon mal mehr im Angebot zu haben, bei den Schlangen war aber die Vielfalt noch immer gegeben.

Die Erläuterungen zu den einzelnen Tieren war verschiedentlich ausgeprägt. Meistens wurde der deutsche, der lateinische und der englische Name angeführt. Manchmal, aber nicht immer, gab es Hinweise über Größe, Verbreitungsgebiet, Giftigkeit und dergleichen.

Bei der Beschreibung der Giftigkeit von Schlangen fand ich einige wertvolle Hinweise für mich, allerdings auch einiges erschreckendes, so gab es Fotos von Auswirkungen von Schlangenbissen.

Nur gut das nicht jeder Biss giftig ist. Der Biss vom Piranha zum Beispiel ist überhaupt nicht giftig. Allerdings handelt es sich dabei um Lebewesen die einem gleich die ganze Hand abnagen wenn man ihnen nur den kleinen Finger reicht. Über solche Lebensweisheiten konnte ich nachdenken, als ich nun am großen Piranhabecken stand.

Während die Piranhas im Becken noch deutlich sichtbar waren, war es dann bei den etwas später besuchten Terrarien schon etwas schwerer das auf einer Tafel beschriebene Tier zu finden. So standen auch viele Mamas und Papas samt Anhang vor den Terrarien und übten sich im Suchen der Geckos und Chamäleons.

Die Echsen und Schlangen waren zum Teil große Meister im Tarnen und Täuschen und ich hatte große Probleme sie zu entdecken. Waren sie aber mal entdeckt, dann war es für mich faszinierend zu gucken, wie sich zum Beispiel so eine grüne Mamba im Blattwerke versteckt hielt, was war noch Ast und was war schon Schlangenschwanz…

Speziell bei den Terrarien hatte die Ausstellungsleitung einen sehr cleveren Architekturkniff angewandt. Die in den Terrarien angewandten Schlingpflanzen befanden sich auch außerhalb der Scheiben, und zumindest für kurzsichtige Leutchen wie mich entstand der Eindruck, man befände sich quasi mittendrin.

Aber zur Beruhigung der Nerven des Besuchers und wohl vielmehr für die Erhaltung der Gesundheit der Tiere, waren die Tiere dann doch durch Scheiben geschützt. Nur zu bestimmten Zeitpunkten fiel die Barriere zwischen Mensch und Tier, wenn zum Beispiel gefüttert wurde oder wenn Schlangenstreicheln angesagt war.

Nun war ich aber inzwischen im Erdgeschoß angelangt. Dort begegnete ich einigen heimischen Fischen und auch noch dem berühmten Koi. Warum berühmt? Weil es sich dabei um spezielle Zierkarpfen handelt, die je nach Farbe enorme Werte annehmen können.

Wie viele Euros da genau im Becken schwammen konnte ich aber trotz Erklärung der Farben nicht errechnen, darum bewegte ich mich weiter auf die andere Seite des Hochbunkers wo sich das phänomenale 100.000 Liter fassende Haifischbecken befand.

Dort zogen die Schwarzspitzenhaie gerade elegant durch das Becken wie graue Düsenjets am Himmel, während die ebenfalls anwesende Seeschildkröte eher apathisch in einer Ecke meine Gegenwart beäugte.

Nun, während die Zierfische vielleicht ganz gut mit dem zur Verfügung stehend Raum auskommen können, hatte ich speziell bei den Haien und auch bei den Krokodilen das Gefühl, die wären lieber in einem größeren Becken. Wie ich aber einer Bauskizze im fünften Stock entnahm, wird gerade an einem noch größeren Haibecken in einem weiteren Obergeschoß gearbeitet.

Ich persönlich war aber nun wieder am Eingang des Museums angekommen und begab mich wieder um ein paar Eindrücke bereichert auf dem Weg zum Mittagsessen (Aus gegebenen Anlass wählte ich diesmal ein Steak und keinen Fisch).

Wer sich das Tropengefühl in einem Wiener Flakbunker mal selber geben möchte, für den habe noch ein paar Details zusammen getragen:

Lage

Vom Südbahnhof kommend reiste ich mit der Buslinie 13A an. Vom Westbahnhof oder von der Stadtmitte kommend, hätte ich das Haus das Meeres mit der U3 auch gut erreichen können (Beide Station Neubaugasse). Interessanterweise war das Haus des Meeres sogar in den Linienplänen der U-Bahn in den Wagen eingezeichnet und in der U-Bahnstation Neubaugasse mit Pfeilen angezeigt.

Eintritt

Der Eintrittspreis betrug für mich 8,80 Euro (Vollpreis). Als Eintrittskarte erhielt ich eine Karte, mit der ich erst ein Drehkreuz überwinden musste.

Garderobe

Die Garderobe befand sich im vierten Stock (!) und bestand aus ein paar Schränken, wo ich gegen einen Euro Pfand den Schlüssel abziehen konnte.

Fotografieren

Das Fotografieren war ohne Blitz erlaubt. Darauf sollte man wirklich achten, da die Tiere durch den Blitz natürlich irritiert werden. Aus dem selben Grund ist es auch nicht gestattet an den Scheiben zu klopfen.

Gastronomie

Im vierten Stock befand sich ein Automat für Kaffee (80 cents) und frische Getränke (1,10 Euro). Dazu gab es noch einen Art Aufenthaltsraum, wo sich interessanterweise auch ein paar Internetterminals zur kostenfreien Benutzung befanden.

Toiletten/Barrierefreiheit

Toiletten gab es im fünften Geschoß und im Erdgeschoß. Beide wirkten sauber, allerdings gab es im Erdgeschoß doch eine sehr markante Geruchsbelästigung. Ich vermute mal, das lag an der sehr altmodischen Bauweise der Latrine.

Innerhalb des Turms war alles barrierefrei, die Tropenzone ist eigentlich auch befahrbar, da sie ja über zwei Zugänge erreichbar ist, die über Aufzüge verbunden sind.

Museumsshop/Ausstellungskatalog

Bei der Kasse gab es ein paar Ansichtskarten und den Katalog um 4 Euro zu kaufen. Einen richtigen Shop gab es nicht.

Audio Guide/Führungen

Ein Audio Guide wurde nicht angeboten. Zusätzlich zu Führungen gab es jedoch auch Möglichkeiten bei Fütterungen zu zu sehen, beim Schlangen streicheln seinen inneren Schweinehund zu besiegen oder einen Taucher im Haifischbecken zu beobachten. Die entsprechenden Termine sind allerdings über die ganze Woche verteilt. Auch Kindergeburtstage können im Haus des Meeres veranstaltet werden.

Resümee

Das Haus des Meeres gab mir vor allem durch das Tropenhaus die Gelegenheit verschiedenen Tieren sehr nahe zu kommen. Ansonsten ermöglichte es mir in der doch etwas bizarren Atmosphäre eines Riesenbunkers des zweiten Weltkrieges, wieder mal fest zu stellen, wie wunderbar die Natur doch eigentlich ist und warum wir tunlichst unsere Meere sauber halten sollten.