Stadtrundgang mit Blasmusik: 190 Jahre Heilbad Hofgastein

Denkmal für Bischof Johann Ladislaus Pyrker in Bad Hofgastein

Ein Festzug anlässlich 190 Jahre Heilbad Hofgastein führt mich zu einigen steinernen Zeugen der Geschichte dieses Ortes. Die Spurensuche endet mit dem Vorhaben, mehr über das Reiseleben von Franz Grillparzer wissen zu wollen.

Feierlich versammeln sich die Ehren- und Kurgäste beim Thermalwasserbehälter auf einer Anhöhe am Rande des Ortes. Hier wird das aus Bad Gastein herangeführte Wasser gespeichert und anschließend an die Hotels und öffentlichen Thermalwasserbrunnen verteilt.

Die Ehrengäste scharen sich um den Bürgermeister. Die Kinder streicheln zwei Noriker, die den Festwagen ziehen. Auch ich versuche eher ein Foto von den mächtigen Pferden als vom Ortsoberhaupt zu schießen.

Mit Musik setzt sich der Umzug in Bewegung, um erst wieder vor dem Denkmal für Johann Ladislaus Pyrker anzuhalten. Dieser gilt als großer Förderer des Heilbades von Hofgastein und sieht seine Büste an diesem Ort wohl zu Recht platziert.

Pyrker war nicht nur Bischof, sondern auch Dichter. Das mag der Grund gewesen sein, warum er mit dem Dramatiker Franz Grillparzer gut bekannt war und ihm einst einen Kuraufenthalt in Hofgastein empfahl.

Grillparzer scheint mit diesem Rat hochzufrieden gewesen zu sein, er schrieb sogar ein Gedicht über seine erholsame Zeit in Hofgastein. Der Festzug hat inzwischen den Platz vor dem Kurhaus erreicht. Schülerinnen und Schüler tragen die genannten Zeilen von Grillparzer mit eifriger Miene vor.

Im Gleichschritt geht es weiter zum Denkmal von Kaiser Franz I. Am 23. August 1828 gewährt dieser das Recht, ein Fünftel des in Bad Gastein entspringenden Thermalwasser in Bad Hofgastein zu nutzen. Die Blasmusikkapelle feiert dies mit einem zünftigen Marsch.

Anschließend schreiten wir zur letzten Station des Festumzuges: Am Hotel Norica Palais wird feierlich eine Gedenktafel für Franz Grillparzer enthüllt. Er weilte in diesem Haus während seiner Kuraufenthalte. Damals trug die Herberge einen anderen Namen, doch die Mauern sind noch jene, die dem Dichter ein Obdach gaben.

Der letzte Marsch ist verklungen. Festredner, Ehrengäste und Musikanten ziehen in das Hotel Norica Therme zum gemeinsamen Abendmahl ein. Dieses wird gewürzt durch einen Vortrag von Hrn. Univ.-Prof. Dr. Johann Hüttner, dem Präsidenten der Grillparzer Gesellschaft.

„Franz Grillparzer: Künstler, Beamter, Reisender“ lautet der Titel des Vortrages. Das ist eine interessante Themenwahl. Als Dramatiker ist Grillparzer wohlbekannt. Seine Tätigkeit als Beamter ist vielleicht schon weniger Leuten bewusst. Mich motiviert der Vortrag, über den reisenden Grillparzer mehr erfahren zu wollen.

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