Menschen, Mythen und Monarchen

Trinkhalle in Bad IschlIm August 2008 besuchte ich den Kurort Bad Ischl, um mir im Rahmen der Oberösterreichischen Landesausstellung die Ausstellung ‚Menschen, Mythen und Monarchen‘ anzusehen.

Ich erreichte Bad Ischl bei strahlendem Kaiserwetter mit der Salzkammergutbahn. Vom Bahnhof waren es dann nur mehr ein paar Schritte bis zum Ausstellungsort, der frisch restaurierten Trinkhalle

Ein passender Ort, war doch die Trinkhalle ein Teil des Kurortes, um dessen Geschichte es in der Ausstellung eigentlich ging. Wobei man sich auf den Bereich Kaiserzeit bis heute beschränkte.

Denn durch die Besuche der Kaiserfamilie wurde Bad Ischl zu einem Ort, wo sich der internationale Adel traf, Politiker sich verabredeten und natürlich auch die Prominenz vorbei kam.

Und jetzt war ich auch da. Die Ausstellung war überschaubar klein, nach ca. einer Stunde hatte ich den im Preis einbegriffenen Audio Guide gehört und alle Schaustücke gesehen.

Der Bedeutung des Ausstellungsmottos kam ich im Laufe der 23 Hörstationen auf die Spur. Bei den Menschen handelte es sich um die prominenten Besucher der Kursstadt.

Hier wurden Namen von gekrönten Häuptern, Komponisten, Dichtern, Malern, Politikern und sonstiger Prominenz aufgezählt. Hier war für mich interessant, dass sogar amerikanische Präsidenten hier Station nahmen.

Oder auch Mark Twain an den Ufern der Traun über neue Geschichten nachdachte,  Lehar neue Melodien ersann. Gerade auf die Künstler schien der Kurort wie eine Muse zu wirken.

Auf die kaiserlichen Eltern von Franz Joseph I. wirkte der Ort auf eine andere Art und Weise. Und damit war ich bei den Mythen und dem Mythos der Salzprinzen angelangt.

Denn dem Paar war lange Zeit der Kindersegen verwehrt geblieben. Doch nach regelmäßigen Besuchen von Bad Ischl stellt sich anschließend der Nachwuchs in Form von drei Söhnen ein.

Diese wurden fortan Salzprinzen genannt, wohl wegen den Solekuren, die man in dem Kurort normalerweise macht (Wenn man eben nicht gerade Monarchennachwuchs zeugt).

Über zwei Monarchen wurde dann in der Ausstellung besonders viel berichtet. Über Kaiser Franz Joseph I und seiner Gattin Sisi. Obwohl ich erst vor kurzem eine Ausstellung über Sisi in der Wiener Wagenburg besucht hatte, entdeckte ich hier viel Neues für mich.

Zum Beispiel das Polterabendkleid, dass Sisi am letzten Abend vor ihrer Abreise nach Wien trug. Ein Kleid, dass einen Spruch in arabischen Schriftzeichen trug. Doch von Sisi gab es noch mehr zu sehen.

Kaiserin Sisi liebte ja die Schönheit und so wurden auch die von ihr verwendeten Salben und Tagescremen thematisiert. Drei dieser Cremen durfte ich sogar ausprobieren.

Sie zeigten aber keine Wirkung an mir und so schritt ich zu den nächsten Ausstellungspunkten. Hier wurden Fotos von Sisi gezeigt, wo ich ihre Schönheit erstmals wirklich zu erahnen begann.

Während ich quasi von Foto zu Foto mehr und mehr nach Rosen duftete (Wieso hat mir niemand gesagt, das Duftsalben erst mit der Zeit zu wirken beginnen?), stellte ich fasziniert fest, welche Art von Fotomontagen man schon damals beherrschte.

Denn das hübsche Gesicht der jungen Kaiserin wurde des Öfteren in dem Anlass entsprechenden Kleidern kopiert und somit variabel und zeitlos eingesetzt.

Weitere kuriose Gegenstände waren für mich noch das Zahnpflegeset des Zahnarztes von Sisi, bzw. ein Zigarrenrest aus dem Munde Kaiser Franz Josephs I.

Wer sich die Mühe machte, schon damals die Zigarrenreste seiner Majestät zu sammeln war für mich aber nicht rauszufinden. Egal, es war schon spät, ich musste zurück zum Bahnhof, es war sehr schön,  es hatte mich sehr gefreut….