Archäologisches Museum in Frankfurt am Main

Archäologisches Museum in Frankfurt am MainAls eifriger Sammler von römischen Spuren in Europa wollte ich mir auch mal die Reste des römischen Nida ansehen, auf dessen Gelände das heutige Frankfurt am Main steht. Als in dem entsprechenden Römermuseum auch noch eine Burgenausstellung angekündigt wurde, war es klar, nix wie hin nach Frankfurt.

Lage

Das archäologische Museum Frankfurt befindet sich in der Karmelitergasse 1 nicht unweit vom Main. Vom Bahnhof aus ging ich deshalb gleich runter zum Main, um die restlichen 15 Minuten entlang seines Ufers zu spazieren. Die genaue Quergasse rein zum Museum war allerdings nicht so leicht zu finden.

Wer sich nicht verlaufen möchte, sollte lieber mit der U-Bahn bis zur Haltestelle Willy-Brandt-Platz fahren und dann über die Weißfrauenstrasse => Münzgasse => Karmelitergasse gehen (10 Minuten). Das Museum ist zum einen in den Resten des Karmeliterklosters, zum anderen in einem leicht erkennbaren Neubau untergebracht.

Eintritt

Der Eintritt betrug für mich 4 Euro statt 8 Euro Vollpreis. Das lag daran, dass ich mir gleich beim Hauptbahnhof eine so genannte FRANKFURT CARD kaufte. Diese kostete 7,50 Euro für den Tag und brachte mir in allen wichtigen Museen 50% Ermäßigung, freie Fahrt mit den Frankfurter Verkehrsbetrieben und zusätzlich ein Freigetränk bei der Steakkette Maredo. Also ein klarer Kauf für den interessierten Museumsbesucher von Frankfurt.

Museumsshop

Gleich neben und vor der Kasse konnte ich in ein paar Büchern blättern die sich hauptsächlich mit Nida auf wissenschaftlicher Art und Weise beschäftigten oder mit dem Römischen Reich im Allgemeinen. Es war aber kein Buch dabei, das mich besonders gereizt hätte.

Dauerausstellung

Die Dauerausstellung handelt zu einem über die Frühgeschichte von Frankfurt am Main (Kelten, Römer, Germanen), zum anderen auch ein wenig über das Frankfurt der Karolinger. Und zusätzlich noch gibt es Schaustücke über Kulturen im vorderen Orient.

Von den Inhalten über das römische Nida möchte ich besonders hervorheben, dass ich wieder einiges über den Mithraskult dazulernen konnte. Das war im Römischen Reich eine Religion, die speziell die Soldaten ansprach. Unter anderem werden im Museum Altäre, die so genannten Miträen gezeigt und erläutert.

Auch konnte ich an Hand von Schautafeln gut nachvollziehen, wie die römische Besetzung der Wetterau (Landschaft um Frankfurt) vonstatten ging und wie die militärische und zivile Organisation aussah.

Von den Schaustücken gefielen mir die Reste der Altäre am besten. Den Rest bildeten die allgemein bekannten Ziegelsteine, Säulenteile und Statuenbruchstücke. Ein wenig interessant waren allerdings diverse Prunkhelme und die Rekonstruktion eines römischen Wohnraumes.

In einer Antikensammlung konnte ich dann jede Menge antikes Geschirr bewundern, das vor allem durch seine figürlichen Verzierungen spannend aussah. Aber mit der Zeit bekommt man gerade als Mann vor so viel Geschirr Angst und guckt sich nach was anderem um.

Während übrigens die meisten Teile in einem alten Kirchenschiff und damit in einem sehr interessanten Ambiente untergebracht waren, wurden die Töpfe und Ziergegenstände in einem Neubau ausgestellt.

Sonderausstellung

Aber nun ganz schnell zur Sonderausstellung. Sie trug den für mich faszinierenden Titel „Die Wolkenkratzer des Mittelalters“.

Das hat mich als Burgen- und Architekturfreund schon sehr interessiert. Vor meinem geistigen Auge entstand eine wunderbare Ausstellung über die verschiedenen Meisterleistungen aus der Vergangenheit, wie z.B. der Leuchtturm von Alexandria, die Hochhäuser im Jemen, die hohen Wohntürme von San Gimignano usw.

Naja, ganz war es dann nicht so. Die Ausstellung handelte ausschließlich von einem bestimmten Burgentyp, der seine Ursprünge in Frankreich hat. Es handelte sich dabei um riesige Wohntürme (Donjons), die durch ihre spezielle Bauweise sehr starken Verteidigungscharakter haben.

Das Positive an der Ausstellung war wohl, dass ich hinterher den Aufbau und den Sinn dieses Burgentyps wohl gründlich verstanden hatte. Negativ für mich war aber die fast schon nicht mehr bewältigbare Fülle von auf Wänden geklebten Informationen über Dutzende Wehrtürme in Frankreich. Da wurde jeder Turm mit viel Text und Skizzen erklärt. Und das gleich in drei Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch).

Leider war die Schrift so klein und es gab so wenig Abwechslung, dass ich bald aufhörte, diese Tafeln weiter zu lesen. Es wäre ohnehin mit dem Durchlesen eines Buches vergleichbar gewesen.

Sensation für Kinder

Aber eine Sensation beinhaltete diese Sonderausstellung dann doch: Es gab ein riesiges Modell von einem solchen Wehrturm aus Frankreich. Dieser Turm war nicht nur ansprechend geschnitten, so das man in sein Inneres sehen konnte, nein, mit Hunderten von Spielfiguren wurde eine richtige Belagerung nachgestellt.

In dieser hatte man nichts unversucht gelassen, möglichst viele Elemente des Burgenlebens aber auch Kriegsgetümmels darzustellen. Da gab es Katapulte, Belagerungsgerät, Sturmleitern, Reitertruppen, Bogenschützen, Marketender, – einfach alles. Ein Augenschmaus für jedes Kind!

Leider hat das Museum nicht die Chance genützt, einen Teil der Figuren im Museumsshop zum Kauf anzubieten. Oder zum Glück für die Geldtaschen der Väter und Mütter?

Archäologischer Garten

Natürlich wollte ich auch etwas vom römischen Frankfurt selbst sehen. Leider stehen hier nicht so große Teile rum, wie z.B. in Trier, Köln oder Mainz. Aber zwischen dem Römerberg und dem Dom gibt es einen ganz kleinen Bereich, wo ein paar Reste (niedrige Mauerzüge) einer römischen Therme zu sehen sind. Wer Zeit hat, soll es sich ansehen, extra hinlaufen muss man aber nicht.

Resümee

Für mich war es klar, dass ich mir mal das Museum ansehen muss, da ich mir alle diese Museen ansehe. Die Ausstellung über das römische Nida empfand ich als informativ für den Experten.

Die Burgenausstellung empfand ich sogar für den Experten nicht so tolle, da ich mir zu diesem Thema auch das entsprechende Buch in Ruhe ansehen hätte können. Lediglich das Burgenmodell wäre ein TOP-TIPP für alle Kinder und Junggebliebene.

Quellen / Weiterführende Links