Afrikas heimliche Hauptstadt der Moderne

Im März 2007 besuchte ich im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main eine Ausstellung über die Architektur in der Hauptstadt des afrikanischen Landes Eritrea.

Während meines Besuches im Deutschen Architekturmuseum am Frankfurter Museumsufer stieß ich im obersten Stockwerk auf eine Sonderausstellung mit besonders formschöner Architektur.

Es handelte sich dabei um Bauwerke in der Stadt Asmara. Diese ist die Hauptstadt von Eritrea, einem Land an der ostafrikanischen Küste des Roten Meeres.

Nach der Eröffnung des Suezkanals war dieses Gebiet in das Blickfeld der europäischen Mächte gelangt und wurde zur Abwechslung nicht von England oder Frankreich besetzt, sondern von dem damals noch sehr jungen Staat Italien.

Neben vielen schönen und unschönen Errungenschaften aus dieser Kolonialzeit, kam es zu einem Bauboom zu einem Zeitpunkt, als die Architektur die Moderne für sich entdeckte.

Der italienische Ingenieur Giuseppe Pettazzi schuf nun in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zahlreiche Gebäude mit gerade zu futuristischem Design.

Zum Beispiel die im Jahre 1938 errichtete Tankstelle ‚Fiat Tagliero‘, welche durch ihren schlanken Grundriss und den beiden überlangen Flügeldächern über den Zapfsäulen wie ein Flugzeug wirkte.

Bilder und das Modell von dieser Tankstelle waren es dann auch, welche mich für längere Zeit in dieser Ausstellung festhielten. Denn diese Form der Architektur gefiel mir außerordentlich.

Wirkte sie doch durch ihre klaren Formen sehr modern, bot sie mir aber auch durch Anspielungen an alten und bekannten Formen doch Vertrautes.

Zum Beispiel erinnerte mich das Geschäftshaus Palazzo Falletta mit seinen vier erhöhten Ecktürmen an einen Vierkanthof bzw. an eine besonders klare Form einer Burg.

Weitere Schautafeln und ein Film zeigten mir dann, wie sich das Leben früher und heute in diesem Ensemble gestaltete. Zum Beispiel wurden auch die Einschränkungen für die ursprüngliche Bevölkerung während der Kolonialzeit gezeigt.

Und wie sich nun diese Bevölkerung nach langen Jahren der Kolonialzeit aber auch der Kriege mit Äthiopien sich innerhalb dieser aus einem europäischen Land übertragenen Architektur wohnlich gemacht hat.

Die Ausstellung gab mir somit einen guten Überblick über den Geschmack der Moderne im Bezug auf die Architektur und wie das in einem für uns so fernen Land umgesetzt wurde.

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