Historisches Museum in Frankfurt/Main

Nachdem ich nun schon das archäologische Museum von Frankfurt gesehen hatte, dachte ich mir, mach‘ beim historischen Museum von Frankfurt weiter und so geschah es auch:

Lage

Der Eingang des Museums liegt direkt am Frankfurter „Römerberg“ in der Saalgasse 19. Es ist über die U4 und U5 oder über die Straßenbahnlinie 11 und 12 erreichbar. Die Station heißt immer „Römer“. Ich selbst kam zu Fuß ins Museum, nachdem ich kurz vorher noch ein paar Fotos im so genannten archäologischen Garten gemacht habe. Das war eine Ausgrabungsstätte direkt vor dem Frankfurter Dom, mit Resten aus dem Mittelalter und der Römerzeit.

Eintritt

Der Eintritt betrug für mich nur 2 Euro statt 4 Euro, da ich eine FRANKFURT CARD zücken konnte. Diese Karte um 7,50 Euro ermöglichte mir einen Tag lang die freie Benutzung der öffentlichen Verkehrsbetriebe und 50% Ermäßigung in allen wichtigen Museen (inkl. Palmengarten) in Frankfurt.

Museumsshop

Gleich bei der Kasse befanden sich auch jede Menge zum Verkauf angebotener Bücher. Allerdings waren die schon sehr speziell auf Kunstrichtung ausgelegt bzw. zur Frankfurter Geschichte. Da mir beides nicht so lag, blieben diesmal meine Literatureuros in der Geldtasche.

Erster Stock (Spätmittelalter)

Im Ersten Stock traf ich auf mittelalterlicher Kunst, die sich vor allem in berühmte Altäre (einer ist von Albrecht Dürer) und geschnitzte Figuren ausdrückte. Im muss zugeben, dass solche Kunst immer schon einen seltsamen Reiz auf mich ausübte. Aber nicht so sehr wegen ihrer Schönheit, sondern eher wegen der bizarren Formen, die man scheinbar damals schätzte.

Zweiter Stock

Im zweiten Stock wurde es dann wieder etwas nüchterner, dafür gerade für mich wieder spannender. Es wurde an Hand von Dokumenten, Texten, Karten und Originalteilen einiges über die Geschichte Frankfurts berichtet. Dabei lag der Schwerpunkt sehr stark auf die Handels- und Messestadt Frankfurt. Auch Dinge aus dem Alltagsleben wurden gezeigt.

Leider waren nicht alle Räume des Historischen Museums zugänglich. So hätte es auch Sammlungen (Münzen, alte Instrumente, Tafelsilber des Magistrats) zu sehen gegeben. Dieser Teil war aber wegen Renovierung geschlossen.

Von zwei Teilen des Museums erfuhr ich erst hinterher: dem Kindermuseum und der Caricatura, dem Museum für komische Kunst. Ob diese Teile gerade auch wegen Renovierung nicht zugänglich waren, oder ich sie schlichtweg nur übersehen hatte, kann ich jetzt leider nicht sagen.

Heinrich II

Über einen Hof ging es zu einem anderen Gebäudeteil des historischen Museums. Hier erlebte ich erstmals eine sehr intelligente Idee der Museumsleitung, auf die ich eigentlich schon lange gewartet habe. Der Hof war nicht überdacht und deshalb bei Regen nur schlecht zu begehen. Die Museumsleitung hatte aber bei den beiden Toren Behälter mit Regenschirmen bereitgestellt. So kann der Besucher über den Hof gehen ohne nass zu werden und ohne seinen Regenschirm aus der Garderobe holen zu müssen.

Die Ausstellung über Heinrich II war 2002 schon in Bamberg zu sehen, nur diesmal musste ich keinen eigenen Eintritt dafür zu bezahlen. Allerdings waren die ausgestellten Exponate auf die Schautafeln zu dieser Ausstellung reduziert. Andere Schaustücke gab es nicht. Trotzdem empfand ich die gut aufbereiteten Texte, Karten und Fotos sehr interessant und konnte einiges über die Zeit von König Heinrich II erfahren.

Stadtmodelle

Im selben Trakt befanden sich dann auch die Stadtmodelle von Frankfurt. Hier hatten sich einige fähige Leute die Mühe gemacht, die Innenstadt von Frankfurt als Modell nachzubauen. Da sie das bereits vor dem 2. Weltkrieg taten, konnte ich also die Stadt vor den großen Zerstörungen betrachten. Wie groß diese Bombenschäden tatsächlich waren, konnte ich an einem eigenen Modell ablesen, wo tatsächlich weite Flächen des Stadtgebietes nur mehr aus Schutthalden bestanden.

Neben dem Modell mit dem Frankfurt anno 1945 konnte ich dann gleich in eine ganz andere Zeit eintauchen. Und zwar befinden sich daneben die Reste der staufischen Pfalz und ich konnte in die Saalhofkapelle derselben gehen. Diese Kapelle ist auch von außen als rundes architektonisches Merkmal beim Historischen Museum zu entdecken.

Ausgrabungen

Aber diese Kapelle war noch längst nicht alles, was dieses Museum an Resten aus dem Mittelalter aufzuwarten hatte. Nachdem ich abermals den Hof überquerte, kam ich in jenen Teil des Museums, wo die Reste der Pfalz mehr oder weniger im Keller zu besichtigen sind. Leider war dieser Teil etwas schlecht beschriftet und ich probierte diesmal einfach ein paar Türen im Hof aus, bis sich eine auftat und ich dann inmitten einer lärmenden Horde und im tiefsten Mittelalter stand.

Die lärmende Horde waren aber keine zeitreisenden Raubritter, sondern eine Schulklasse, die offensichtlich auch einen Ausflug in die Frankfurter Geschichte machte. So konnte ich nicht nur etwas aus der Vergangenheit sehen, sondern mich auch noch an meine ganz persönliche jüngere Vergangenheit erinnern, als ich noch als kleiner Frechdachs bei solchen Ausflügen achtlos durch die Museumsgänge jagte.

Die Ausgrabung ist leider nicht so spektakulär. Im Wesentlichen sind nur mehr Mauerstümpfe konserviert. Aber die ausgestellten Kleinfunde und die Erklärungen reichten für mich aus, um wieder etwas über das eine oder andere Detail aus dem Mittelalter zu erfahren.

Resümee

Ich hatte das Museum eigentlich nur „mitbesucht“, weil es auch auf meiner FRANKFURT CARD angeführt war. Positiv überrascht hatten mich die interessanten Infos über das Frankfurter Kaufmanns- und Handelswesen, sowie die Möglichkeit die Heinrich II Ausstellung zumindest in den informativen Teilen kostenlos mitzuerleben. Die Ausgrabungen aus dem Mittelalter waren das Tüpfelchen auf dem I, allerdings waren sie nicht so spektakulär, das ich extra deswegen hinfahren würde.

Quellen / Weiterführende Links