Ausstellung ‚Mensch und Kosmos‘

Skulptur zur Ausstellung 'Mensch und Kosmos'Traditionell besuche ich einmal im Jahr eine Ausstellung in der Ausstellungshalle von Leoben, wo nunmehr seit sieben Jahren in Zusammenarbeit mit dem Kunsthistorischen Museum jedes Jahr einem anderen Volk die Ehre erwiesen wird.

Ausstellung (19.03.2005) – (18.09.2005)

Diesmal widmete man die Ausstellung mit ca. 300 Exponaten den alten Hochkulturen Mexikos in einem Zeitraum 1.500 v. Chr. bis 1.600 n. Chr., der Zeit als diese Völker den europäischen Eroberern zum Opfer fielen.

Nach dem Bezahlen an der Kasse ging ich die Treppe runter in den eigentlichen Ausstellungsraum. Gleich am Anfang fand ich das vor, was ich an solchen Ausstellungen besonders schätze: eine Landkarte und eine Zeitleiste.

So konnte ich gut die einzelnen Völker (Olmeken, Huaxteken, Zapoteken, Mixteken, Maya, Tolteken oder Azteken) studieren und mir die Lage ihrer Siedlungsräume in Mittelamerika einprägen. Leider wollten das auch viele andere Besucher studieren, so dass ich etwas Geduld aufbringen musste, bis ich alles lesen und verstehen konnte.

Die Karte und die Lage der Völker gut im Hinterkopf abgespeichert (leider gab es keine Minikarten bei den Ausstellungsstücken, das wäre eine echte Hilfe beim Einordnen der Völker gewesen) ging ich dann in die eigentlichen Ausstellungsräume.

Im Wesentlichen versuchte die Ausstellung, für jedes der genannten Völker ein paar besonders schöne Stücke zu präsentieren, so das ich ein Gefühl bekam, was diese Völker zu ihrem jeweiligen Wirkungszeitpunkt Großes geschaffen haben.

Gleich am Anfang begrüßte mich in lässiger Weise eine dieser sitzenden Figuren, für die der Maya Kultur berühmt ist. Sie symbolisiert die Figur eines Menschenopfers, noch vor dem eigentlichen Opfer.

Dann ging es nach links in die eher dunklen Räume weiter. Was mir im Gegensatz zur Inkagold Ausstellung in Völklingen sofort auffiel: Von den Mayas waren sehr viel Tonarbeiten ausgestellt. Gold kam in der Ausstellung nur in einem sehr geringen Ausmaß vor. Neben den Arbeiten aus Ton gab es noch einige Steinfiguren zu sehen. Die Beschriftung empfand ich als nicht immer ausreichend und ich war froh einen Audio Guide mit dabei gehabt zu haben.

Nun ging es weiter in den nächsten Raum, wo große Phalli meine Aufmerksamkeit erregten. Hier lernte ich auch das Meiste aus der Ausstellung. Und zwar die Gedankenwelt der Völker, die von ihnen vermuteten Zusammenhänge zwischen Fortpflanzung und Fruchtbarkeit. An Hand von zahlreichen Beispielen konnte ich lernen, das die Menschen von damals glaubten, das Wetter mit bestimmten Ritualen beeinflussen zu können, ja sich gerade verpflichtet fühlten, diese Rituale durchzuführen. Dabei kam es aber auch zu Opferungen von so manchem Mitbürger.

Nach dieser sehr lehrreichen Einführung in Wetterbeeinflussung ging ich über einen langen Gang und einer Treppe in einen helleren Teil der Ausstellung. Hier faszinierte mich vor allem eine Plastik, wo jemand dargestellt wurde, der in einer fremden Haut steckt. Sah natürlich etwas bizarr aus.

Besonders interessant fand ich aber hier die so genannten Joche. Diese Gürtel aus Stein, in Form eines Joches, verwendeten die Mayas zum Ballspielen. Eigentlich weiß man es ja nicht so genau, ob sie wirklich die schweren Steinjoche verwendeten, oder doch Nachbildungen aus Leder. Das ist der Nachteil, wenn ein Volk seine Informationen nicht auf ein CD-Rom brennt und für die Nachwelt erhält. Im Falle der mesoamerikanischen Völker stammen die Informationen hauptsächlich von Steintafeln, wo man nun als Forscher fein unterscheiden muss, wird hier Realität oder Fiktion dargestellt.

Welche anatomischen Kenntnisse diese alten Völker schon hatten, zeigte mir dann die Nachbildung einer Wirbelsäule aus Ton. Etwas makaber gleich gegenüber ein Schädel eingefasst in Türkis.

Damit erreichet ich aber auch schon das Ende der Ausstellung. Um einige Informationen reicher geworden gelangte ich von ihr in den Museumsshop und machte mich auf die Suche nach einem Katalog.

Die Ausstellung hat mir vor allem einen Überblick über die verschiedenen Völker Mittelamerikas gegeben. Besonders in Erinnerung wird mir auch bleiben, wie sich die Menschen seinerzeit den Zusammenhang zwischen den Entwicklungen in der Natur und ihren Ritualen vorgestellt haben.

Quellen / Weiterführende Links