Ägyptens Versunkene Schätze

Vom 05.04.2007 bis 27.01.2008 zeigt die Bonner Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland eine Ausstellung mit jenen Fundstücken, die Franck Goddio vor der Küste Ägyptens geborgen hatte.

Eigentlich hatte ich erwartet, dass ich die Ausstellung erst nach langem Warten in endlosen Warteschlangen betreten könnte, doch hier erlebte ich eine positive Überraschung. Sowohl an der Kassa, als auch am Eingang keinerlei Wartezeit.

So konnte ich rasch in das Thema einsteigen. Franck Goddio hatte gemeinsam mit seinem Team an drei verschiedenen Stellen der ägyptische Küste antikes Material geborgen: im alten Hafen von Alexandria, sowie aus den versunkenen Städte Kanopus und Heraklion.

Die gemeinsame Klammer aller Fundgegenstände war dabei, dass man sie erst aus dem Wasser holen musste. Damit man sich das auch vorstellen kann, waren bei den Stücken immer wieder großformatige Fotos von deren Fundlage zu sehen.

Wirklich beeindruckend, all  diese Monumente und Kunstgegenstände sowohl real als auch auf den Fotos so am Meeresgrund zu sehen. Was man dabei gut beobachten konnte: Beschriftete Steine, die teilweise im Meeresgrund und teilweise oberhalb davon lagen, unterschieden sich deutlich bei der Lesbarkeit der Schrift.

Nun ja, lesen konnte ich die Schrift auch dann nicht, wenn sie gut erhalten war. Den sie war ja in Hieroglyphen verfasst. Dafür gab es aber zahlreiche Übersetzungen zu lesen und es war recht spannend zu erfahren, wer hier was wem gewidmet hat oder was für Gesetze hier in Stein gemeißelt wurden.

Gut erklärt auch, die Vielzahl von ägyptischen Göttern, wo für je eine Gottheit eine Tafel die wichtigsten Daten verriet. Im Großen und Ganzen recht informativ gestaltet, es verbleibt aber das Gefühl, der ägyptische Götterhimmel war etwas kompliziert und zweifellos so stark bevölkert wie unser Hauptplatz am Markttag.

Durch die Funde erfuhr ich aber nicht nur viel über die Geschichte des alten Ägyptens, es gab auch zahlreiche Spuren zur griechischen und römischen Geschichte. Denn auch Römer und Griechen bauten in Ägypten und auch deren Bauten versanken in den Fluten.

Besonders beeindruckt war ich von zwei ausgestellten Naos, das waren Kammern, in den Götterfiguren aufgestellt waren. Darunter war einer so beschriftet, dass man darauf den ägyptischen Kalender gut erklärt bekam. Die Ägypter kannten 12 Monate zu 30 Tage und die für das Sonnenjahr fehlenden 5 Tage füllten sie mit Feiertagen für ihre Gottheiten.

Das erinnerte mich spontan an die Ausstellung Maya, Götter aus dem Regenwald. Da wurde der Kalender der Maya erklärt, der ebenfalls aus 12 Monaten zu 30 Tagen bestand. Allerdings waren dort die zusätzlich benötigten 5 Tage ausgesprochene Unglückstage. Wie man sieht, andere Länder andere Sitten.

Ebenfalls beeindruckt war ich von drei Kolossalstatuen, die in voller Größe vor einem nach gebauten Tempeleingang aufgestellt waren. Davor in Vitrinen Helme aus jener Zeit und allerlei weitere Artefakte. Zusammen mit der sehr einfachen Struktur der Ausstellungshalle wirkte das schon sehr …. monumental … auf mich. Hier blieb ich länger um lediglich mal die Atmosphäre zu genießen.

Auch mit den für die Ausstellungshalle so typischen Kegeln auf dem Dach hatten die Ausstellungsgestalter einen guten Einfall. Sie wurden von unten in einer Art und Weise angestrahlt, als ob sich die Halle quasi unter Wasser befinden würde. Leider nutzt nicht jeder diesen tollen Blick nach oben.

Dafür zog wohl die eine oder andere Frauenstatue die Blicke der Männer auf sich. Ich hatte schon öfters gehört, dass man in der Antike, Frauenkörper nur mit einem Neglige bekleidet dargestellt hatte. Ich konnte es mir bisher nicht vorstellen, wie man das als Bildhauer umsetzen könnte. Doch hier sah ich es. Die steinerne Statuen zeigten wirklich einen eleganten Körper in einem Hauch von Nichts.

Aber auch für Kartenfreaks wie mich gab es das eine oder andere Häppchen. Neben Satellitenaufnahmen vom heutigen Alexandria gab es auch große Aufrisszeichnungen vom alten Hafen und Königsviertel in Alexandria. Endlich konnte ich mir mal vorstellen, wie das damals gewesen sein musste, als Cäsars Soldaten gegen das ägyptische Heer um Hafen und Palast kämpften.

Die Ausstellung war wegen der besonderen Geschichte der Stücke (aus dem Meer geborgen) aber auch wegen dem sehr lehrreichen Inhalt ein Erlebnis und stark inspiriert zog ich von dannen….

Deutsches Bergbau-Museum in Bochum

Förderturm des Deutschen Bergbau-Museums in Bochum

Das „Gold der Karpaten“ verfolgte mich schon seit einigen Wochen, als ich zum ersten Mal durch ein Plakat auf diese Sonderausstellung im Deutschen Bergbau Museum aufmerksam wurde. An einem Wochenende im Februar 2003 hatte ich dann endlich die Gelegenheit mir diese Ausstellung anzusehen.

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