Übersee-Museum in Bremen

Vor Jahren las ich mal in einem Buch von Erich Däniken über seltsame Figuren, die ein altes südamerikanisches Volk aus Gold formte. Seiner Meinung nach handelte es sich dabei um Modelle von Düsenflugzeugen. Aha?!?

Da ich mir meine eigene Meinung darüber bilden wollte, fuhr ich Anfang Februar 2003 ins Übersee Museum nach Bremen, wo im völkerkundlichen Teil des Museums eine dieser rätselhaften Figuren ausgestellt ist.

Lage

Die Anfahrt zum Museum war für einen Bahnreisenden wie mich, denkbar einfach. Das Museum befindet sich gleich neben dem Bremer Hauptbahnhof. Da sich gleich daneben auch ein Knotenpunkt der Bremer Straßenbahnen befindet, ist diese Kulturstätte auch innerhalb Bremens leicht erreichbar. Parkplätze direkt vor dem Museum fielen mir keine auf, aber auf der Rückseite des Hauptbahnhofes und an der Hauptstraße neben dem Bahnhof gab es sehr viele Stellplätze.

Amerika

Die Ausstellungen begannen im ersten Obergeschoß mit Amerika. Die dortigen Darstellungen (überlebensgroße Figuren, Masken, Gebäudemodelle) wirkten sehr lebendig auf mich. Ich glaube zwar nicht, dass man nach einem Besuch des Museums alle Völker „verstehen“ kann, aber es wurde mir doch in interessanter Art und Weise die Eigenart der verschiedenen Kulturen nahe gebracht. Es war also mehr eine Präsentation für das Auge als für den Verstand.

Etwas später stieß ich dann auch auf jene präkolumbianische Goldsammlung, auf die ich es eigentlich abgesehen hatte. Hier befand sich genau jene Goldfigur, die laut Erich v. Däniken ein Düsenflugzeug darstellen sollte. Hmm. Am besten ihr seht es euch selber an!

Afrika

Als Nächstes ging es dann nach Afrika. Hier beeindruckten mich vor allem Dioramen mit verschiedenen Tieren in Originalgröße. Auch die ägyptische Abteilung war recht interessant, eine gute Abrundung zu den anderen von mir besuchten ägyptischen Ausstellungen. Bevor ich das Stockwerk verließ, guckte ich mir noch eine riesige Baumscheibe an. Sie stammte von einem Baum aus Amerika, der vor über 2000 Jahren (!) zu wachsen begonnen hatte. Die Leute vom Museum hatten die tolle Idee, zu bestimmten Jahresringen ein Kärtchen zu stecken, auf dem man ablesen konnte, was gerade in der Welt geschah, als dieser Jahresring wuchs.

Schokoausstellung

Aber jetzt ging es zu etwas Süßerem! Zur Schokoladenausstellung, von der man in Bremen zur Zeit wohl viel erzählt. Darin wird die Geschichte der Schokolade erklärt. So kann man dort einiges über die Rohprodukte der Schokolade, über ihre Verarbeitung, die Geschichte ihrer Verbreitung in unserer Gesellschaft und über die heutigen Produkte erfahren.

Ich lief allerdings sehr schnell durch die Ausstellung, weil mir vieles davon schon von meinem Besuch des Kölner Schokoladenmuseums bekannt war. Sollte jemand im Rheintal oder im Ruhrgebiet wohnen, würde ich eher den Besuch des Kölner Museums empfehlen, da dort alles noch detaillierter und vor allem auf größerem Raum dargestellt ist.

Asien

Statt süßer Schokolade wollte ich lieber Asien erleben. Wegen Umbauarbeiten im Museum war das dann aber leider nur das halbe Vergnügen. Der ganze Teil über die Südsee und Ozeanien ist derzeit eine Baustelle. Laut Webseite wird man damit erst im November 2003 fertig sein.

Aber die andere Hälfte von Asien war auch sehenswert. Hier erfuhr ich einiges über Japan, China, Indien und dem großen Inselreich Indonesien. Neben kulturellen Aspekten wurden aber auch politische und wirtschaftliche Entwicklungen in diesen Ländern beleuchtet.

Wer es weniger theoretisch mag, kann sich in der Zwischenzeit an einem nachgebauten japanischen Garten samt Teehaus erfreuen. Laut Aushang hätte ich dort auch etwas über das japanische Teezeremoniell erlernen können. Aber dazu fehlte mir dann doch die Zeit.

Handelsausstellung

Stattdessen ging ich in das zweite Obergeschoß, um dort etwas über den Bremer Hafen und den Bremer Handel zu erfahren. In sehr reizvollen Ambiente wurde ich in die Welt der Bremer Marken entführt. Es war wirklich überraschend für mich, wie viel Dinge des täglichen Konsums ihren Ursprung in Bremen hatten. Die Marken wurden sowohl in einen nachgebauten alten Laden als auch in einer Imitation eines Supermarktes präsentiert.

Für Freunde der Seefahrt wie mich war auch die Darstellung des Bremer Hafens ein interessantes Erlebnis. Neben allerlei Infos über die Organisation eines Hafens waren auch Modelle von Schiffen aus Bremen zu sehen. Bremen ist ja bekanntlich eine Werftstadt.

Besonders in Erinnerung wird mir wohl der Nachbau einer Kabine des Luxusschiffes EUROPA bleiben. Bis dahin dachte ich, das Schiffskabinen eher klein sind. Jetzt weiß ich, das es auch sehr große geben kann. Allerdings konnte ich nicht in Erfahrung bringen, was der Preisunterschied zwischen den beiden Kabinengrößen wäre.

Über den Bremer Handel und dem Bremer Hafen kann man sich übrigens auch im Packhaus im Schnorr informieren. Allerdings empfand ich die Ausstellung im Übersee Museum nützlicher und informativer.

Wald/Evolution

Nach so viel Wasser wollte ich wieder Wald sehen. Allerdings durchschritt ich diesen etwas schneller, da mir die übergroßen Darstellungen der Kleinstlebewesen im Wald nicht so behagten.

Schon interessanter war die Darstellung der Evolution. Hier wurde nicht mehr bloß mein Auge gefüttert, sonder hier bekam ich knallharte Infos über die Funktionsweisen meines Körpers und über die Evolution der Menschen. Zum Beispiel wurden die Gene erklärt, die Möglichkeiten von Sinnestäuschungen aufgezeigt und die verschiedenen Evolutionstheorien gegenüber gestellt.

Wer hier sein neu gewonnenes Wissen spielerisch vertiefen möchte, dem empfehle ich anschließend den Besuch der Abteilung „Mensch“ im Universum Science Center Bremen.

Kristalle/Weltall

Zum Schluss ging es mit mir noch ab in die Kristallwelt und anschließend ins Weltall. Der Teil über die Kristalle faszinierte mich nicht so sehr, den obwohl die ausgestellten Kristalle allesamt sehr schön waren, war ich dann doch schnell gelangweilt.

Auch die Ausstellung über das Weltall war mir dann doch ein zu großer Sprung in ein anderes Thema. Aber natürlich sollte jeder mal auch durch diese Abteilungen gehen.

Wer anschließend etwas handfesteres zum Thema Weltraumfahrt in Bremen sehen möchte, dem empfehle ich einen Besuch der Weltraumausstellung im Flughafengebäude Bremen (begehbares Space Lab) und die Möglichkeit des Besuchs des Weltraumunternehmens ASTRIUM (produziert Teile der Ariane und der internationalen Weltraumstation) am Flughafengelände.

Gastronomie

Nach dem Besuch der Ausstellungen wollte ich mir eigentlich einen Kaffee im Museumscafé genehmigen, ließ es dann aber wegen Überfüllung bleiben. Dieses Café befindet sich übrigens zwar direkt im Gebäude, aber leider nicht im Bereich der Ausstellungen selbst. Ich habe nicht ausprobiert, ob man mich nach dem Besuch des Cafés mit derselben (entwerteten) Karte wieder in die Ausstellungen lässt.

Übermaxx

Leider fand ich nicht die Zeit, mir auch noch das ÜBERMAXX anzusehen. Das ist ein Gebäude gleich neben dem Übersee Museum (im Cinemax). Hier ist das begehbare Depot des Übersee Museums untergebracht, wo weitere 25.000 Exponate gelagert sind. Leider kann man es nur an bestimmten Sonntagen im Monat besuchen.

Resümee

Der Besuch des Übersee Museums ist äußerst interessant und bildend. Ich selbst habe drei Stunden gebraucht, um mir alles anzusehen, und möchte es mir bei einem weiteren Bremen Besuch noch gerne etwas näher ansehen.

Quellen / Weiterführende Links

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