Brauerei Schloss Eggenberg: Ein starker Eindruck

Brauerei Schloss Eggenberg in Vorchdorf

Auf dem Boden des inzwischen weitgehend verschwundenen Schlosses Eggenberg bei Vorchdorf wird ein besonders starkes Bier gebraut: Das Samichlaus-Bier. Um zu testen, ob es wirklich so stark ist, machen wir einen Abstecher von der Österreichischen Romantikstraße zur Brauerei Schloss Eggenberg.

Es war einmal ein Schloss

Auf einem Stich von Georg Matthäus Vischer um 1674 sieht das Schloss mit seinem breiten Wassergraben noch recht mächtig aus.  Nach Abtragungen, Zuschüttungen und einem Brand ist viel von dem Schlosscharakter verloren gegangen. Ein Besuch des Ortes lohnt sich deshalb eher wegen der Brauerei und der darin produzierten Spezialbiere, sowie den Veranstaltungsräumen im ehemaligen Sudhaus.

Die Brauerei

Gebraut wurde im Schloss Eggenberg schon im 14. Jahrhundert. Im Jahre 1681 begann die gewerbliche Brauerei durch Michael Weismann. Die aktuelle Brauerei ist noch immer eine Privatbrauerei.

Die Führung

Persönlich empfinde ich die in dieser Brauerei gezeigte Technologie nicht so historisch interessant wie zum Beispiel beim Augustinerbräu in Salzburg und auch nicht so stark als Themenwelt ausgeprägt wie bei der Trummer Brauerei in Obertrum oder der Stieglwelt in Salzburg.

Trotzdem erfahre ich etwas Neues. So lerne ich, was ein Bieresel ist (ein Hausgeist, den man nur mit einem Krug Bier besänftigen kann) und was es mit dem Biergeld (eine spätmittelalterliche Abgabe) auf sich hat.

Die Biere

Aber so richtig spannend wird es, als wir im Rahmen der Führung etwas über die Produktpalette erfahren, denn die Brauerei Schloss Eggenberg hat sich als eine Spezialitätenbrauerei einen Namen gemacht. Zu den bekanntesten Sorten gehören Bockbierspezialitäten wie der Urbock 23° und das Samichlaus Bier.

Samichlaus Bier im Shop der Brauerei Schloss Eggenberg

Samichlaus Bier

Diesem Bier ist auch ein eigener Raum bei der Führung gewidmet, in dem das Bier gelagert wird. Das sehr starke Bier hat 14% Alkohol und 28,5° Stammwürze. Gebraut wird es einmal im Jahr am Nikolaustag und anschließend 10 Monate gelagert.

Der Name des Biers entlehnt sich übrigens aus der Schweizer Bezeichnung für den Heiligen Nikolaus. Ursprünglich wurde das Bier von der Brauerei Hürlimann in Zürich gebraut. Nach der Schließung vor Hürlimann übernahm die Brauerei Eggenberg die Markenrechte und die Produktion.

Ich probiere das Bier mit einer Stück Schokolade im Mund und tatsächlich entsteht dadurch ein besonders guter Geschmack am Gaumen.  Aber man merkt auch den Alkoholgehalt und ich bereue es, beim Frühstück zurückhaltend gewesen zu sein.

Ein Kollege fragt mich: „Ist das Bier jetzt stark oder nicht?“ – „Ich schwanke noch“, verbleibe ich mit einer eher vagen Antwort. Genug geschwankt, wir brechen auf. Ein Besuch im Stift Kremsmünster und der gerade dort stattfindenden Oberösterreichischen Landesgartenschau ist angesagt.

Weiterführende Links

Literaturtipp (Werbung)

Danksagung

Der Besuch der Brauerei wurde von der ARGE Österreichische Romantikstraße unterstützt.