Von Miramar nach Mexiko

Im Januar 2008 besuchte ich eine Ausstellung über den Lebensweg von Kaiser Maximilian von Mexiko im Ausstellungsraum der Münze Österreich.

Die Ausstellung fand in einem kleinen aber feinen Raum der Münze Österreich gleich neben der Wiener Stadtpark statt. Seit 1998 zeigt hier die Münze Österreich Ausstellungen zu Themen, die gleichzeitig auch auf Münzen thematisiert worden waren.

Passend zu einer heraus gegebenen Münze ging es nun in der Ausstellung um den Lebensweg von Erzherzog Ferdinand Maximilian Joseph von Österreich, der für kurze Zeit Kaiser von Mexiko war.

Die Ausstellung bestand nur aus einem Raum, dieser war aber gefüllt mit einigen sehr sehenswerten Dokumenten, Fotos und Militaria, die hervorragend den Lebensweg von Ferdinand Maximilian beschrieben.

Besonders beeindruckt war ich von dem kostenlos bereitgestellten Ausstellungskatalog. Dieser war zwar ziemlich einfach gestaltet, aber voller interessanter Beschreibungen zu den ausgestellten Stücken.

Geboren wurde Maximilian im Jahre 1832 als zweiter Sohn von Erzherzog Franz Karl und Erzherzogin Sophie in Wien. Er war damit einer der jüngeren Brüder des späteren Kaisers von Österreich Franz Joseph.

Einige Papiere in der Ausstellungen zeigten mir die frühen Zeichenversuche des jungen Erzherzogs, der sich schon früh für Literatur und Geschichte interessierte.

Später verliebte er sich in die belgische Prinzessin Charlotte, die er auch heiratete. Neben mehreren Fotos von dem jungen Paar fand ich die Ratifikation zum Ehevertrag interessant, die quasi wie ein Staatsakt ablief.

Erzherzog Maximilian, inzwischen schon zum Chef der Österreichischen Marine aufgestiegen, lebte dann einige Jahre im eigenes errichteten Schloss Miramar bei Triest. Zahlreiche Fotos von den Innenräumen und von den Gärten gaben mir einen Eindruck von dem schönen Schloss.

Kurios fand ich den Arbeitsraum des Marinekommandanten, der wie eine Schiffskabine gestaltet war. Bald wurde er aber zu etwas noch Höherem berufen, er wurde Generalgouverneur des Königtums Lombardei-Venetien.

Dort schien er eine recht gute Figur gemacht zu haben, jedenfalls atmeten die italienischen Freiheitskämpfer auf, als er wieder von Wien abberufen wurde. Es lässt sich bekanntlich besser um die Freiheit kämpfen, wenn der Tyrann nicht allzu liberal ist.

Nach dieser Phase machte Ferdinand Maximilian aber einen eindeutigen Karrieresprung. Ihm wurde die Kaiserkrone von Mexiko angeboten. Interessant dazu der ausgestellte Schriftwechsel, zwischen ihm und seinen Bruder.

Denn sein Bruder wollte dieser Erhebung nur zustimmen, wenn Ferdinand Maximilian auf seinen Titel als österreichischer Erzherzog verzichten würde. Interessant hierzu war für mich die von Maximilian unterschriebene Renunziationsurkunde ausgestellt zu sehen (Renunziation = Verzicht).

Dass die Brücken zu Österreich nicht ganz abgebrochen worden waren, zeigten mir dann Fotos von Mitgliedern des österreichischen Freiwilligenkorps, das auf der Seite von Maximilian kämpfte. Oder ein Schreiben, wo er konkrete Namen von Offizieren nannte, die er gerne in Mexiko als Unterstützung haben wollte.

Und Unterstützung brauchte er wohl. Nur ein Teil der Bevölkerung hat auf ihn gewartet. Der andere Teil lehnte eine Monarchie ab, nachdem man schon eine Republik war. Und so wurde Maximilian in einen Bürgerkrieg verwickelt.

Dieser endete für ihn tödlich. Am 19. Juni 1867 wurde er von einem Hinrichtungskommando erschossen. Auch hier gab es interessante Dokumente zu sehen. Zum Beispiel eine Art Wechsel, den er seinen eventuellen Befreiern ausstellte, falls sie ihn heil nach Wien bringen würden.

Nach seinem Tod fuhr die SMS Novara von Triest nach Mexiko, um seinen Leichnam abzuholen. Von Triest ging es mit einem Sonderzug nach Wien. Hier konnte ich ein Eisenbahnerdokument bestaunen, wo genau notiert war, an welchen Stationen der Zug vorbeifahren würde.

Und welche Gegenzüge dann Nachrang hätten. Spannend fand ich das schon deshalb, weil das die Stationen der ehemaligen Südbahnstrecke waren, auf deren Spuren ich im Vorjahr gewandelt war.

Von den ausgestellten Militaria beeindruckte mich am meisten ein Helm der kaiserlichen mexikanischen Leibgarde. Oder jene Fahne, die bei der feierlichen Abfahrt des Kaisers nach Mexiko vom Mast des Schiffes Novara wehte.

Ja, die Novara. Dieses Schiff hatte den Kaiser sowohl nach Mexiko als auch wieder zurück nach Wien begleitet. Als Modell fand ich es auch in der Ausstellung wieder. Auch wenn mir das Modell etwas zu kurz erschien, war es doch interessant die ganze Takelage zu betrachten.

Insgesamt eine sehr kleine Ausstellung. Welche mich aber durch eine Vielzahl von Dokumenten beeindruckte. Dokumente, die den Lebensweg des Kaisers von der Wiege bis zur Bahre dokumentierten und so die Ausstellung für mich zu einer runden Sache machten.