Riesenrad im Wiener Prater

Eines der Wahrzeichen von Wien ist das Riesenrad und eine Fahrt mit demselben gehört eigentlich zu jedem Wienbesuch dazu. Leider denken viele andere Besucher des Praters auch so und so muss man mit leichten Wartezeiten rechnen.

Ich erreichte das Riesenrad, indem ich mit der U-Bahn bis zur Haltestelle Praterstern fuhr und dann quasi der vergnügungssüchtigen Menge in Richtung Prater folgte. Schon an der nächsten Kreuzung lugte die 67 Meter hohe Radkonstruktion hinter den Baumkronen hervor. Sie war im Jahre 1897 nach den Plänen des englischen Konstrukteurs Walter Basset als Attraktion für den damaligen Vergnügungspark errichtet worden.

Ein wenig zieht sich der Besucherstrom auseinander, wenn man die Ausstellung beim Riesenrad besucht, die im Fahrpreis enthalten ist. In dieser werden in alten Kabinen des Riesenrades Dioramen über die Geschichte von Wien gezeigt. Dabei bewegen sich diese Kabinen im Kreis, allerdings in der waagrechten und nicht in den Senkrechten.

Die Ausstellung war nett, wenn auch nicht etwas Besonderes. Darum wendete ich mich bald wieder dem Riesenrad selbst zu, wo die Schlange nun etwas kleiner geworden war.

Obwohl mit charmanter Begleitung unterwegs, war es mir leider nicht möglich mit dieser in der Kabine romantisch werden. Dazu waren zu viele andere Fahrgäste mit an Bord. Das man eine Kabine alleine für sich hat, gibt es scheinbar wirklich nur im Film. Zum Beispiel in dem James Bond Film ‚Der Hauch des Todes‘. Oder im Film ‚Der dritte Mann‘, einem Klassiker, der im Nachkriegswien spielte.

Der Blick vom Riesenrad war aber auch romantisch, darum genossen wir ihn ausgiebig. Besonders gut gefiel mir dabei der Blick auf die anderen Fahrgeschäfte, man konnte dadurch sich ein wenig aussuchen, was man wohl als nächstes machen würde. Der Blick auf Wien war auch schön, allerdings nicht so toll wie ich es mir vorgestellt habe.

Man kann vor allem Abends nur schwer andere wichtige Gebäude ausmachen. Interessant war für mich, das ich beim oberen Belvedere die Umrisse der Österreichkarte erkennen konnte. Die gab es dort 2005 anlässlich des Jubiläumsjahres zu sehen.

Ob man schwindelfrei sein muss? Schwere Frage. Obwohl sich das Rad sehr langsam dreht und die Kabinen kaum schwanken, ist der Blick in die Tiefe teilweise schon ein sehr absoluter. Aber die Kabinen sind groß genug, das man sich im Falle des Falles auch in die Mitte auf einer einfachen Bank setzen kann.

Aber alles geht mal zu Ende, das galt auch für meine Fahrt mit dem Riesenrad. Beim Verlassen der Kabine entdeckte ich noch die Möglichkeit, dass man eine ganze Kabine für sie mieten könnte. Für eine kleine Feier, einem Geschäftsessen, oder gar einem Dinner for Two? Das muss ich mir mal wirklich überlegen…

Resümee: Eine Fahrt mit dem Riesenrad muss man einfach mitmachen. Als Ausguck ist es aber weniger geeignet, da würde ich mein Glück eher auf dem Donauturm versuchen.

Quellen / Weiterführende Links

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