Im September 2006 besuchte ich eine Ausstellung über die Sängerin Maria Callas im Österreichischen Theatermuseum.

Die Ausstellung fand im Palais Lobkowitz statt, in dem sich das österreichische Theatermuseum befand. Hier hatte ich schon einige interessante Ausstellungen, zum Beispiel über Plakate gesehen.

Doch jetzt ging es um die Sängerin Maria Callas (1923 - 1977), die als einer der größten Diven des 20. Jahrhunderts gilt. Die in Amerika geborene Griechin hatte 1939 ihren ersten Auftritt in Athen.

Ihre größten Erfolge hatte sich in den 50iger Jahren an der Mailänder Scala und trat bis Mitte der 60iger Jahre an allen bedeutenden Opernhäuser der Welt auf.

Ich selbst hatte Maria Callas nirgends persönlich erlebt, dazu wurde ich zu spät geboren. Ihren Namen hatte ich aber trotzdem bald kennen gelernt, zu oft stand er in der Zeitung.

Zum Beispiel, wenn es um ihre Beziehung zu Aristoteles Onassis ging. Aber auch ihr Gesicht prägte sich mir bald ein, oder sollte ich despektierlich sagen, ihre Nase?

Die Ausstellung, die sich nur über das Erdgeschoss der Ausstellung erstreckte, konfrontierte mich mit vielen Film- und Musikausschnitten, Kostümen und Hintergrundinformationen. Gleich zu Beginn hörte ich mir einige Interviews von ihr an.

Im nächsten Teil der Ausstellung verweilte ich länger bei einer Collage aus Zeitungsausschnitten, die von Ereignissen rund um Maria Callas handelten. Darunter auch vom Skandal in Rom 1958.

Abgesehen davon, dass ich dadurch einen besseren Einblick davon bekam, was alles in ihrem Bühnenleben passierte, vertiefte sich da auch der Eindruck, dass Zeitungen immer schon gerne über Skandale schrieben.

Im weiteren Verlauf der Ausstellung wurde mir das künstlerische Schaffen der Diva an Hand von Opern wie La Traviata, Tosca, Medea und Norma nahe gebracht.

Wobei ein Schwerpunkt wohl bei Norma lag, zu der Maria Callas eine besondere Beziehung zu haben schien. Gespannt lauschte ich den Musikausschnitten und versuchte das Besondere für mich raus zu finden.

Angeblich konnte sie ihre Stimme den verschiedenen Figuren anpassen, was mir jetzt aber nicht so auffiel. Da bin wohl doch zu sehr Banause.

Längere Zeit verbrachte ich noch bei Filmausschnitten von Pasolinis Medea und von Franco Zefirellis Tosca-Inszenierung an der Royal Opera London in Covent Garden.

In Ermangelung eines Gefühls für die spezielle Stimme der Sängerin, die sich über fünf Oktaven erstreckte, konzentrierte ich mich mehr auf die Bühnenbilder und Gesten der Darstellerin.

Und guckte ein wenig auf die Kostüme, von denen ich auch welche in der Ausstellung sehen konnte. Ebenfalls interessant das Collier und die Ohrringe der Tosca in einer Aufführung an der Metropolitan Opera in New York, die aus der Sammlung Svarowski stammten.

Von der im Ausstellungstitel erwähnten Selbstinszenierung merkte ich eher was in der Collage aus Nachrichtenartikeln und den beiden Interviews am Anfang der Ausstellung. Aber welche Künstlerin/Künstler lebt nicht auch von Selbstinszenerierung?

Insgesamt ein interessanter Einblick in das Schaffen der Künstlerin. Zu Ehren der Diva spazierte ich rüber zu Bar 'La Divinia' in der Nähe der Albertina und beschloss den Ausstellungsbesuch mit einem Glas Wein...

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