Schloss Linderhof wurde in den Jahren 1874 bis 1878 von König Ludwig II. anstelle des Königshäuschens seines Vaters errichtet und im Stil der französischen Könige Ludwig XIV eingerichtet. Zusätzlich zeichnet es sich durch einen abwechslungsreichen Garten aus, in dem man sogar eine künstliche Grotte besuchen kann.

Das Schloss lag unweit der österreichischen Grenze und ich erreichte es diesmal mit dem Wagen mit einem kleinen Umweg über Reutte. Einen Parkplatz zu finden war nicht schwer, nicht weniger als 4 Parkwächter betätigten sich als Einweiser.

Der Eintritt in den Park war kostenlos, lediglich für die Führung durch das Schloss und durch die Grotte war eine Eintrittskarte zu lösen. Das tat ich gleich am Haupteingang, da es nur dort entsprechende Karten gab. Auf diesen ist auch der Zeitpunkt aufgedruckt, zu dem man zur Führung im Schloss erwartet wird.

Dafür kann man auf der Führung viel erfahren. Ludwig baute das Schloss an Stelle der Jagdhütte seines Vaters. Er wollte sich wohl standesgemäß am Ort seiner Jugend untergebracht sein. Der Umbau zog sich aber etwas in die Länge, obwohl das Schloss nicht wirklich groß ist.

So stand ich nun gemeinsam mit einer Gruppe anderer Neugieriger im Foyer des Schlosses und lauschte der Stimme unserer Führerin. Ludwig II. war ein Bewunderer des französischen Königs Ludwig XIV. und versuchte mit Schloss Linderhof französischen Wohnstil  in seine Gemächer zu bringen.

Der interessanteste Raum im Schloss ist wohl das Schlafzimmer. Das ist riesig. Allerdings erklärt sich die Größe auch ein wenig dadurch, das Könige die Morgenaudienz gerne mal im Schlafzimmer abhielten. Und dazu brauchte man einfach genug Platz. Ob es nun eine gute Idee wäre, dem noch nicht ausgeschlafenen König seine Wünsche vorzulegen, entzieht sich meiner Kenntnis.

Ein interessantes Detail ist sicher jener Tisch, der als Ganzes von der Küche in den Speisesaal und wieder zurück gehoben werden konnte. So konnten die Diener das Essen servieren, ohne sich vom König sehen zu lassen. Leider konnte man während dieser Führung die Hebeführung nicht besichtigen. Gesehen habe ich sie trotzdem einmal, das war auf Schloss Herrenchiemsee.

Leider verloren wir vor lauter Gucken den Anschluss an die Führerin und waren plötzlich eingesperrt. Kurz entschlossen wagten wir den Ausbruch über das Treppenhaus, wurden aber von der nächsten Gruppe zurück gewiesen. Deren Führerin zeigte uns den Weg nach draußen durch den Dienstboteneingang im Stiegenhaus.

Nach dem Besuch des Schlosses eilte ich zur Grotte. Diese ließ König Ludwig II anlegen, um sich darin Opern aufführen zu lassen. Diese Grotte war ebenfalls nur mit Eintrittskarte betretbar. Eine genaue Uhrzeit musste diesmal aber nicht eingehalten werden.

Bereits beim Betreten wurden wir von Wagner Musik empfangen. Die Grotte war größer, als ich es vermutet hatte, war dann aber durch die zahlreichen Besucher auch gleich gefüllt. Eine junge Dame erzählte uns über ein Mikrofon der Grotte und veränderte auch die Beleuchtung.

Nach dem Ausflug in den wohl kältesten Punkt des Parks begab ich mich auf die Suche nach den anderen exotischen Bauten im Park. König Ludwig II. hatte ja mitten in diese bayerische Landschaft eine Hundinghütte, einen maurischen Kiosk, und ein marokkanisches Haus errichten lassen. Leider konnte ich all diese Häuser nur von außen betrachten, da sie im April noch nicht geöffnet waren.

Das tat mir bei der Hundinghütte besonders leid, da der interessanteste Teil zweifellos in ihrem Inneren zu sehen gewesen wäre. Den das Innere war nach einer alten germanischen Sage gestaltet. Die Raummitte wird von einer gewaltigen Esche dominiert, in der ein Schwert steckt. Wer dieses Schwert aus dem Stamm der Esche ziehen kann....wird bayerischer Ministerpräsident ... ich meinte natürlich, der darf es behalten.

Von der Hundinghütte zog ich dann weiter zur kleinen Einsiedelei, und von dort über einen Waldweg in Richtung Liebestempel. Der Spaziergang durch den Wald tat mir gut, eine angenehme Abwechslung zu soviel Prunk im Schloss.

Dem Schloss begegnete ich dann wieder hoch oben beim Liebestempel. Dieser war auf einem Hügel aufgestellt, von dem man einen direkten Blick auf das Schloss und auf die Kaskade gegenüber werfen konnte. Bei schönem Wetter sollte man sich diesen Anblick nicht entgehen lassen.

Nach dem Abstieg über eine große Treppe machte ich noch einen Blick in die kleine Kapelle, die noch aus der Zeit vor dem Schlossbau stammt. Bemerkenswert darin der blaue Himmel mit den goldenen Sternen. Aber dann hatte ich doch genug Ludwig II gesehen und eilte zum Ausgang.

Schloss Linderhof wirkte im Vergleich zu den anderen Königsschlössern recht klein, ist diesen aber an Prunk ebenbürtig. Das Spezielle an Linderhof wird für mich aber der Park mit der großen künstlichen Grotte bleiben.

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